KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2020-12-27 Sonntag

Die Nacht

Schlaf mit vielen Unterbrechungen. Mir träumte, ich würde mich mit meinem besten Freund Flöte in Düsseldorf treffen. Wir liefen durch die Stadt, doch es wurden immer mehr Menschen in den Straßen. Die Menschen rannten voller Angst in eine Richtung und wir folgten ihnen. Wir durchquerten die Gänge von U-Bahnen und ich stritt mit einem jungen Mann, der ein Coronaleugner war. Er faselte irgendwelche zusammenhanglose Zahlen vor sich hin und auf meine Frage, wem dieses Verschwörung denn nützen würde, sagte er, dass er das nicht wisse. Das Ziel der weltweiten Verschwörung sei seiner Meinung, dass alle eine Maske trügen. Flöte und ich landeten in einem großen, rustikalen Restaurant. Es war voll hier und die Menschen aßen und tranken. Niemand trug eine Maske, niemand hielt Abstand. Als ich mein Halstuch vor das Gesicht zog, wurde ich angefeindet. Sie suchten den Ausgang und fanden ihn nicht. Im obersten Geschoss gab es eine Art Wintergarten und hier sammelten sich auch andere Passanten, die den Ausgang suchten. Es lag dort auch ein Mann auf dem Boden. Er lag dort wie tot und doch stand er mit einem mal auf. Der Mann machte ein furchtbares Geräusch und Aerosol strömte aus allen Öffnungen des Kopfes. Die Scheiben beschlugen und alle gerieten in Panik. Ich lief davon, da hörte ich Flöte rufen. Er rief nach mir um Hilfe! Ich kehrte um und sah, dass er sich in seiner Verzweiflung ein Plüschkostüm angezogen hatte und nun aussah wie ein grüner Drache. Ich griff seine Hand und zog ihn mit mir nach draußen auf ein Dach. Dort schauten wir uns nach einer Möglichkeit um, nach unten zu gelangen. Ich entdeckte, dass man auf das Dach des Nachbarhauses klettern und von dort aus über die Garage sicher zum Erdboden gelangen könnte, doch auf dem standen die Bewohner des Hauses und schauten böse. Lauter Motorradlärm ertönte und eine Rockergang kam vorgefahren. Die bösen Nachbarn jubelten. Die Rocker entpuppten sich als Monster, welche die Apokalypse dazu nutzten, das Restaurant zu überfallen. Die Gäste und die Servicekräfte schrien vor Angst und viele versuchten zu fliehen. Sie wurden von den Rockern niedergemacht. Eine große, schöne Frau wandelte zwischen den Opfern entlang. Aus einem quer über ihre Brust geschnallten Gurt holte sie Wurfmesser um Wurfmesser und warf sie willkürlich auf Männer, Frauen und Kinder. Der Anführer entriss eine Frau ihrer Familie und stieß ihr einen Haken in den Kopf. Wie sollten wir dieser Szene, die eines Gemäldes von Hieronymus Bosch würdige gewesen wäre, nur entkommen? Da sah ich ein gusseisernes Gitter, welches sich öffnen ließ. An langen Ketten konnten Flöte, ein junger Mann in Lederjacke und ich uns herablassen in der Hoffnung, hier unten einen Fluchtweg oder wenigstens ein Versteck zu finden.

Mir träumte außerdem, ich müsste von meinen Eltern aus nach Hause fahren. Da die Zugstrecke nach Dortmund wegen Bauarbeiten noch immer gesperrt war, musste ich den Schienenersatzverkehr nach Bergkamen nehmen. Wie immer war ich unsicher, ob ich den richtigen Bus erwischen würde und stieg ein. Der Bus war voll und ich stand recht weit vorne. Auf der Fahrt unterhielt ich mich mit zwei Kindern. Beide waren Brüder und hatten ein asiatisches Aussehen. Der jüngere wollte raten, was für eine Art Soldat ich bei der Bundeswehr gewesen war und ich erklärte ihm, was Fernmeldeaufklärer so machen. Der ältere von beiden erzählte mir von einem Waschmittelhersteller, der einmal eine Art Ausgabesystem für Waschmittel-Pads auf den Markt gebracht hatte. Dieses Teil sah jedoch für kleine Kinder so verlockend aus, dass viele die Pads für Süßigkeiten gehalten und diese verschluckt hätten. Ihre Mutter hätte den Waschmittelspender deswegen immer unter Verschluss gehalten. Der Bus kam in einer Stadt an und plötzlich fuhr er in einen Kiosk. Dort stiegen wir aus und wunderten wir uns. Waren wir wirklich in Bergkamen? Kamen mir Straßen und Häuser bekannt vor? Der Junge vermisste seinen kleinen Bruder und gemeinsam beschlossen wir, ihn zu suchen.

Der Morgen

Aufgestanden um neun. Noch immer ganz schön platt, was sicher auch zum Teil am Pipamperon lag. Beim Kaffeekochen eine launige Sendung über die Vorhaut Christi gehört.

Im Radio erzählte der Wetterbericht außerdem von Schnee und Sturmböen. Ob ich heute nicht lieber drinnen bleiben sollte?

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Die Stimmung hat sich durch den relativ guten Schlaf und sicher auch wegen der Tablette am Abend zuvor gehoben. Es fühlt sich alles ein bisschen kuschelig an, was vielleicht auch an den flauschigen Stoppersocken liegt, die wir auf der Arbeit alle von unserer Chefin geschenkt bekommen haben.

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PHP-Version auf dem Webserver aktualisiert. Ein kurzer Moment der Aufregung, aber es scheint alles weiterhin zu funktionieren.

Der Tag und der Abend

Den Thronfolger besucht, um bei einem PC-Problem zu helfen (es muss eine neue Festplatte gekauft werden). Daheim dann erst einmal eine zwei neue Festplatten bestellt: Eine ist für den Thronfolger und eine kommt als Backup-Laufwerk in meinen PC. Vielleicht partitioniere ich die Platte dann auch und installiere mal ein reines Linux auf einen Teil davon.

Gegessen habe ich den Rest Grünkohl mit Drillingen aus dem Heißluftfritteuse. Die Waschmaschine lief und zwischen ein paar Angriffen auf die nächste Insel bei Carrier Command habe ich Kleinigkeiten erledigt wie z.B. Schuhe putzen. Dazu noch einem Freund einen Brief geschrieben. Kniften (eigentlich Roggenbrötchen) für den nächsten Tag geschmiert, abgewogen und in die FDDB-App eingetragen.

Fein gebadet und ein wenig im wirklich unglaublich geschwätzigen Staubfänger gelesen. Auf Youtube eine Doku über die Kelten geguckt.

Gegen halb zehn ins Bett.

Aus dem Netz gefischt

EU-UK: Was das neue Abkommen bedeutet – und was nicht | Via

(Zitat) Zugleich verlieren Britinnen und Briten zum Jahreswechsel das Recht, in allen Staaten der Europäischen Union zu leben und zu arbeiten.(/Zitat)

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Über die weihnachtliche Zuckerstange

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Schulen sind Infektionsherd | Via

Mein Kommentar dazu: Ach, was?

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Homöopathie gefährdet Menschenleben

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Klimawandel in Bangladesch – Lösung für eine neue Landwirtschaft

2020-12-26 Samstag

Die Nacht

Tief geschlafen. Mir träumte, ich wäre auf der Arbeit und die Arbeit war ein riesiges Gebäude mit einer tiefen Schlucht mitten drin. Ich sollte eine leere Kiste Orangensaft in ein Büro bringen, konnte den Namen auf dabei liegenden Zettel nicht lesen. Mir konnte auch niemand dabei helfen. Ich wollte den Kasten dann auch nicht die gefährlich steilen Treppen heruntertragen und wartete auf einen der Aufzüge. Da kam mein alter Schulfreund MK vorbei und erzählte von einer Party, die genau hier und jetzt stattfinden solle — und so war es auch: Überall feiernde, gut gelaunte junge Menschen. Nur Bier gab es keines und das wunderte uns. Hatte man vergessen, welches zu kaufen? Durch eine Glasscheibe sahen wir in einen Raum, wo jedoch Leute Bierflaschen in den Händen hielten. Wir klopften an die Scheibe und eine junge Frau kam heraus, schaute uns mit großen Augen an und gab uns jeder eine Flasche Köstritzer Kellerbier. MK ging voraus in die Schlucht, wo die Party am wildesten tobte, ich jedoch bekam es mit der Angst zu tun: Niemand hielt Abstand, niemand trug eine Maske! Schnell machte ich mich auf den Heimweg.

Der Morgen

Aufgestanden um elf Uhr und erst einmal Kaffee gekocht. Im Radio (WDR 3) läuft sakrale Musik. Seltsame Stimmung. Im Radio wird Erich Kästners Gedicht ,,Der Dezember'' rezitiert und wieder flossen die Tränen. Eine Morgen-E-Mail an liebe Freunde geschrieben. Alles wird gut. Mein bester Freund rief mich an und wir haben uns locker für einen Spaziergang an der frischen Luft verabredet.

Der Tag

Die Stimmung hob sich langsam. Beim tollen Podcast ,,Die größten Hits und ihre Geschichte'' machte mir die Episode zu ,,Roxanne'' Freude. Die Waschmaschine lief und so langsam kam wieder Ordnung in die Bude, aber auch in meinen Kopf und in meine Gefühle.

Der Abend

Irgendwann wurde mir klar, dass man sich auch am zweiten Weihnachtstag mal ein bisschen ablenken darf (ich verbiete mir erstaunlich viele Dinge) und ich schaute Kleinigkeiten auf Youtube und eroberte eine weitere Insel bei ,,Carrier Command: Gaea Mission''. Bei Versuch mit der nächsten Insel (es sind dann noch zwei feindliche übrig) wurden mir zwei Mantas und ein Walrus abgeschossen, da die Insel doch arg stark verteidigt wurde. Ich musste taktisch wieder etwas dazu lernen und konnte mich immerhin recht gut vorarbeiten, während meine Fabrikinseln die Verluste auszugleichen versuchten. Gegen 20 Uhr war ich zum Homekneiping verabredet. Da ich eine Pipamperon genommen hatte, habe ich nur ein alkoholfreies Bier getrunken. Wegen allgemeiner Schlaffheit und auch wegen der Tablette loggte ich mich gegen zehn Uhr aus und ging schlafen.

Aus dem Netz gefischt

Vanessa verlinkt diese schöne ,,Werbung'' für Haushaltsgeräte und das hebt meine Laune doch sehr. Danke, Internet!

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Schlagzeugtalent

2020-12-25 Freitag

Nachklapp der letzten Tage

23.12.2020 Mittwoch

Wie froh ich doch war, einen freien Tag zu haben! Gleich morgens ging ich ganz früh zum Edeka für meinen Weihnachtseinkauf. Der Laden war gut besucht, die Kunden verteilten sich allerdings einigermaßen auf der großen Verkaufsfläche. Nur an der Fleischtheke drubbelte es sich ganz ordentlich. Meine Sachen habe ich alle bekommen, einige Einträge auf der Einkaufsliste mit eher Vorratscharakter habe ich mal geskippt.

Den Rest des Tages ganz in Ruhe die Wohnung aufgeräumt und geputzt, dazu Wäsche gewaschen. Den Abend mit dem Kochen der Gulaschsuppe verbracht. Es hat mir großen Spaß gemacht und die Suppe ist gut gelungen. Der große Topf wurde fast voll.

24.12.2020 Donnerstag

Aufgestanden gegen zehn Uhr und die Küche gewischt. Beim Kochen war doch allerlei heruntergefallen. Um zwölf Uhr kamen der Thronfolger und seine Mutter zu Besuch. Wir hatten bei Brötchen, Suppe, Sekt und einem köstlichen von der Thronfolgermutter erzeugten Haselnusslikör einen schönen Tag. Wir spielten zwischendurch auch eine Variante von ,,Stadt-Land-Fluss'' mit dem Namen ,,Stadt-Land-Mord''. Dabei viel gelacht.

Ich glaube, ich war gegen zehn Uhr abends mittelschwer angetütert im Bett.

Der Tag

Tief und traumlos geschlafen. Um zehn Uhr aufgestanden und mich geduscht. Danach erst einmal einen ausgiebigen Spaziergang durch den Kaiserberg gemacht und mit dem neuen Lavalier-Mikrofon einen Podcast aufgenommen. Mittags ein kleines Schläfchen auf dem Sofa. Noch eine Schale Gulaschsuppe gegessen und den Rest eingefroren. Die Nachfreude über den schönen Heiligabend verflog und ein Gefühl der Einsamkeit machte sich breit. Ein längeres Telefonat mit Freund O. hat da sehr gut getan. Am späten Nachmittag videokonferierte ich dann mit meinen Eltern und es war ganz schön, sie zu sehen. Mein Vater kommt mit der Technik immer besser zurecht, was mich sehr freut. Den Abend verbrachte ich in der Küche mit Bloggen, Feeds-Lesen und dem Tippen von Briefen.

Ich aß noch ein wenig vom köstlichen Snowdonia Black Bomber, dazu Cracker. So einen ersten Weihnachtstag hatte ich bisher auch noch nicht.

Im Radio wird über das Bornheimer Seniorentelefon berichtet und mir kommen natürlich sofort die Tränen. Dann klassische Weihnachtsmusik und ich weine einfach weiter. Fühle mich so alleine. Das Lesen der angesammelten Blogeinträge im Feedreader beruhigt mich wieder ein wenig und dann tönt mit einem Mal aus dem Radio abgefahrener Weihnachts-Jazz! Das hört sich so irre an, dass sich meine Laune gleich wieder hebt.

Als das Internet plötzlich leer gelesen ist, höre ich eine Folge Radio Badesalz.

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Aus dem Netz gefischt

Sehr schöner Aushang in einer Arztpraxis, der über die COVID-19-Impfung aufklärt. Via Vorspeisenplatte.

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Herdenimmunität ohne Antikörper?

Ich glaube, diesen Artikel habe ich hier schon einmal verlinkt. Ich weise noch einmal auf ihn hin, weil er das menschliche Immunsystem so gut erklärt.

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Schöne Servietten.

2020-12-22 Dienstag

Nacht

Unruhig geschlafen, immer wieder kurz aufgewacht. Durch leichte Meditationsübungen immer wieder beruhigt. Die momentane Situation der Corona-Weihnacht schien mich doch mehr zu beschäftigen als ich mir selber gegenüber zugeben will. Auch machte mir der Horrorfilm vom Freitag noch zu schaffen.

Mir träumte von einer Videokonferenz mit einem Vielfachen von mir selber. Es war irgendwie dringend und es ging ständig hin und her.

Morgen

Um kurz vor vier war die Nacht zuende. Wenn das mit dem Schlaf so weitergeht, werde ich wohl mal wieder abends eine Froschpille nehmen müssen. Ist schon lange her, dass so etwas notwendig war!

Immerhin ist die Laune recht gut: Noch heute Arbeiten und dann fünf Tage frei! Auf das Kochen der Gulaschsuppe am Mittwoch vorfreute ich mich besonders: Alle Einkäufe erledigt, die Wohnung geputzt und dann abends bei schönen Radioklängen oder einem Podcast Zwiebeln und Paprika schnippeln, Fleisch anbraten, Suppe umrühren und Würzen: Ja, das wird ein Spaß!

Um kurz vor fünf war der Feedreader schon leer gelesen und alle privaten E-Mails sind beantwortet (wohl schon fast alle im Weihnachtsurlaub). Also machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof. Die Straßen waren nahezu leergefegt, nur einige verschlafene Autos tuckerten die Mülheimer entlang. Der Wind blies kräftig und Mülltonnen polterten. Am Arbeitsgericht im Landesbehördenhaus warf ich den Brief von gestern ein und freute mich darüber.

Mit etwas Glück den Zug um zwanzig nach fünf erwischt. Es waren relativ wenige Leute unterwegs, in den Waggons war reichlich Platz.

Aus dem Notizbuch

04:43 Uhr: Auf die Einkaufsliste ,,Aufbackbröchten divers'' geschrieben. Noch vor zehn Jahren völlig undenkbar!

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05:27 Uhr: Wenn mir mal jemand sagt, dass er mit mir gerne im Duett singen würde, mein Vorschlag für einen Projektnamen wäre ,,Dick und Doof''.

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05:29 Uhr: Nüchtern betrachtet ist Saufen gar nicht mal so eine gute Idee!

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06:31 Uhr: Schmiede-Meditation: Die Wertschätzung der Schwertwetzung.

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09:22 Uhr: Eigentlich auch eine invasive Art: Die Kartoffel

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11:45 Uhr:

Es hat geregnet in der Stadt.

Die Straße ist nass, die Bäume kahl.

Ein Wintervogel zwitschert.

Heimatsehnsucht keimt

nach todbraunem Acker und durchnässtem Laub.

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Der Kalender so: Heute keine Termine mehr!

Ich so: Hurra!

Aus dem Netz gefischt

Scheich Bedreddin: Die Rebellion der Derwische

Eine Welt, aus dem wir im Westen (vulgo: Ich) noch immer wenig wissen. Eine interessante Zeit der Umbrüche wird hier beschrieben.

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Ritter: Ihr letzter Kampf gegen den Ewigen Frieden

Der Titel ist ein wenig reißerisch: Es ging um den Landfrieden, nicht um Frieden überhaupt. Trotzdem ein guter Einblick in eine andere Zeit der Umbrüche, in der viele Ritter zum Raubritter wurden.

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Wenn Männer grillen

(Zitat) Ich derweil begnügte mich mit einer weniger gesundheitsgefährdenden Portion Kartoffelsalat nach Uromas Rezept. (/Zitat)

:-)

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Ein wunderbarer Weihnachtsbrauch

2020-12-21 Montag

Nachklapp der letzten Tage

Freitag

Freitag war ein sehr anstrengender Arbeitstag, da im Intranet Informationen für ein größeres Projekt vorbereitet werden mussten. Das habe ich alles geschafft und hoffe, dass es am Montag auch klappt. Abends war der Thronfolger da und wir haben uns Burger und ,,Gotham'' gegönnt. Später habe ich noch alleine ,,Alien vs. Predator 2'' und ,,Errementari'' gesehen. Der Alienfilm war dumm und für mich viel zu brutal, der zweite Film sehr schön gefilmt mit stimmungsvollen Bilder und mehr Fantasy als Horror. Viel zu spät ins Bett.

Samstag

Lange geschlafen und den Tag über nichts wirklich hinbekommen. Niedergeschlagen und einsam gefühlt. Die Pandemie verflucht. Ein Brief eines alten Freundes hob die Stimmung ein wenig: Ich habe gleich auf der Olympia Traveller de Luxe eine Antwort geschrieben und sie sofort in den Briefkasten geworfen. Mit Rückenschmerzen ein wenig spazieren gegangen. Ein doofer Tag. Abends immerhin Homekneiping via Videokonferenz, was mich sehr aufgebaut hat.

Sonntag

Wieder lange geschlafen (wenn auch nicht so lange wie am Samstag). Stimmung war wieder schlechter, dazu kamen noch die Nachwirkungen der Homekneiping-Biere. Ein ordentlicher Spaziergang half ein wenig, danach noch ein Telefonat mit Freund O. Abends gönnte ich mir Lieferessen vom China-Restaurant und ein bisschen Youtube-Gucken dabei. Sehr früh zu Bett.

Die Nacht

Mir träumte, ich würde auf eine Reise gehen. Erst ging es in die Niederlande. Dort übernachtete ich in einem Hotel und ging über prallvolle, bunte Märkte. Am nächsten Tag wollte ich weiter nach Belgien und lief zum Bahnhof von Rostraum (so hieß die Stadt nämlich). Dort wunderte ich mich, dass niemand eine Mask trug. Eine junge Frau klärte mich auf, dass man zwar keine Maske tragen müsse, man aber nicht ,,Herumlaufen'' dürfe. Dabei schaute sie mich streng an.

Dummerweise musste ich aber ,,Herumlaufen'', denn ich musste noch in eine Umkleidekabine im Bahnhofsbereich um mir eine Hose anzuziehen. Dann vergass ich ständig meine Reisetasche und lief hin und her. Ich war sehr nervös und ängstlich, weil ich ja ganz alleine unterwegs war und nicht genau wusste, welchen Zug ich nehmen sollte. Auch machten mir die fremdartigen Fahrkarten Angst. Zwei Frauen aus Deutschland sprachen mich an. Wir fanden heraus, dass sie auch nach Belgien fahren wollten und nun war ich wenigstens nicht mehr ganz alleine.

Morgens

Um kurz nach vier (!) aufgestanden. Durch das frühe Schlafengehen war ich auch früh wach. Da ich aber nicht vor vier Uhr aufstehen mag, habe ich mich einfach noch eine Weile hin- und her gewälzt. Der Rücken machte sich immer mehr bemerkbar. Nach dem Aufstehen Brötchen aufgebacken, abgewogen und geschmiert. Die Waage zeigte einen ordentlichen Ausschlag nach oben und ich muss unbedingt wieder mehr Disziplin in mein Leben bekommen, zumal ja auch Weihnachten vor der Tür steht.

Befindlichkeiten

Ich fühlte mich wegen der nachlassenden Essensdisziplin wie ein Versager, obwohl mir klar ist, dass das der falsche Weg ist — es ist besser, einfach das Richtige zu tun anstatt über das Falsche zu hadern. In mir stieg Angst hoch, wie ich die Weihnachtsfeiertage nahezu alleine überstehen soll. Freund O. hat mir dankenswerterweise angeboten, dass wir am ersten Weihnachtstag miteinander telefonieren können. Vielleicht bietet so ein stilles Weihnachtsfest auch Zeit für Meditation und Einkehr und lange Spaziergänge.

Tag

Die Fußwege haben mir gut getan (beim Eintreffen im Büro hatte ich schon über 6.000 Schritte auf der Uhr) und trotz meiner Angst vor Corona freute ich mich doch sehr, meine Arbeitskolleginnen wieder zu sehen. Ich nahm mir am Mittwoch spontan einen Überstundentag, damit ich direkt bei Geschäftsöffnung einkaufen gehen und später noch die Wohnung putzen kann. Die Erleichterung, die mich danach durchfuhr, fand ich bemerkenswert.

Abend

Früh müde. Noch ein paar Haushaltsdinge erledigt und mit der Mutter des Thronfolgers wegen ihres Besuches bei mir telefoniert. Sie werden mich wohl wie geplant an Heiligabend besuchen und die beiden werden meine einzigen Face-to-Face-Kontakte sein. Ein wenig Carrier-Command gespielt und eine der letzten Inseln erobert.

Vor dem Schlafengehen noch einen Brief auf der Schreibmaschine geschrieben. Zwar habe ich es wie jedes Jahr nicht geschafft, Karten und Briefe rechtzeitig vor dem Feste zu versenden, aber jetzt können sich Freunde (hoffentlich) direkt nach Weihnachten über postalische Grüße freuen.

Bei den Kalorien weit unterhalb der täglichen Grenze geblieben. Es war einfach so.

Gegen halb zehn ins Bett.

Aus dem Notizbuch

08:42: Pro-Tipp! Wenn Du in Gotham-City wohnst und irgendwo findet ein Straßenfest oder ein Konzert statt: Nicht hingehen!

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16:22: Heimeligkeit springt einen durch den Regen an.

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Der Reporter der Zeitung ,,Lünen-Presse'' erntet regelmäßig seltsame Blicke, wenn er sich höflich (wenn auch leicht nuschelnd) Corona-Leugnern vorstellt.

Aus dem Netz gefischt

Wenn du Pilze finden willst, musst du anfangen, wie ein Pilz zu denken.

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Auch wenn es jetzt gelegentlich regnet: Der Boden in Deutschland leidet noch immer unter Dürre

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Bei Herrn Buddenbohm las ich das schöne Wort ,,Zerkarien''. Ich stelle mir vor, dass das kleine rote Beeren sind, süß und lecker. Singvögel mögen sie gerne und sie lieben es, krähenden Babies diese herrlichen Geschenke Gottes in die Mündlein zu stopfen, damit diese, verwundert über den Geschmack, zu schreien aufhören und stattdessen lächenlnd einschlafen.

In Wirklichkeit sind Zerkarien aber etwas ganz anderes.

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Corona-Warn-App: Warum Sie nach dem Update weniger Risikokontakte sehen

Auf meinem Android-Gerät ist das Update auch schon angekommen.

2020-12-17 Donnerstag

Nacht

Schlaf mittelmäßig bis gut. Mir träumte von einem Herrn, der eine Bescheinigung darüber brauchte, dass er alle Bücher in der Bibliothek abgegeben hatte. Nur so würde er seine Abschlussurkunde erst bekommen, wenn er unsere Bescheinigung vorlegen konnte. Lustigerweise hatte er seine Doktorarbeit genau über so eine Bescheinigung aus dem beginnenden zwanzigsten Jahrhundert geschrieben. Ich lief mit ihm zwischen den Bibliotheksregalen entlang und wir versuchten zu schätzen, wie viele Bücher er für die Arbeit gelesen hatte. Ich kam geschätzt auf zwanzig bis dreißig Regalmeter. Ganz schön viel für so einen kleinen Zettel. Als er in ein Büro ging um sich seinen Schein einzuholen, setzte ich mich an den Rand des Raumes vor eine Heizung und passte auf den originalen, alten Zettel auf. Zwei junge Frauen in bunten Sommerkleidern und Frisuren der 50er Jahre kamen auf einem Fahrrad vorbei. Eine von ihnen donnerte lachend in den Heizkörper neben mir. Ich schützte den Beleg mit meinem Körper. Die junge Frau sah mich intensiv an und mir wurde klar, dass sie nur meine Aufmerksamkeit hatte erregen wollen. Sie war sehr hübsch und lachte die ganze Zeit.

Wie blöd, wo ich doch ausgerechnet jetzt den Zettel bewachen musste!

Morgen

Aufgestanden um 5:15 Uhr. Die Tageswiegung ergab, dass sich die Gewichtskurve wieder nach unten neigt. Das ist gut, denn zu Weihnachten geht es mit dem Gewicht ganz sicher wieder aufwärts beim Schlemmen und Biertrinken.

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Mir fällt ein, dass ich dieses Jahr eigentlich Weihnachtskarten schreiben wollte und zu diesem Behufe sogar in irgendeinem Schrank noch welche liegen müssten. Vielleicht komme ich ja dieses Wochenende dazu.

Tag

Sehr anstrengender Arbeitstag: Erst eine Fortbildung via Zoom-Konferenz, später dann noch Arbeit bis in die Nacht.

Aus dem Netz gefischt

Googles Opernexperiment mit Blobs machte schon vor sechs Uhr meinen Tag! Unbedingt ausprobieren! | Via

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Der Maskenguide für Fortgeschrittene

Bisher trage ich ja auch noch häufig diese einfachen Stoffmasken, auch wenn sich mein Bestand eher in Richtung mehrlagige Masken verschoben hat. Zukünftig werde ich dann wohl eher auf die Chirurgischen Masken umsteigen.

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Bespitzelte Arbeiter im Kaiserreich: Großer Lauschangriff beim kleinen Pils

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Carrier Command 2: MicroProse kündigt futuristische Echtzeitstrategie an

Da bin ich mal gespannt!

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„Vigi­lante Spirit“: Vom ameri­ka­ni­schen Recht auf Land, Waffen und Selbst­ver­tei­di­gung

2020-12-16 Mittwoch

Nacht

Unruhig, aber in den frühen Morgenstunden intensiv geschlafen. Der Rücken hatte momentan immerhin Sendepause. Das Carrier-Command-Spielen am Abend zuvor sickerte in die Träume ein: Es kamen gefühlvolle Module vor, die man unter Senkrechtstarter montieren konnte.

Morgen

Um halb sechs aufgestanden und direkt ohne jeden Grund aufgeregt gewesen. Das Gewicht pendelte sich bei 146 kg ein. Da ich mich an mein Kalorienbudget hielt, war ich aber noch ruhig, denn eine weitere Gewichtsabnahme würde so sicher kommen wie das Amen in der Kirche, denn irgendwo muss der Körper ja seine Energie nehmen.

Tag

Der Arbeitstag im Homeoffice ging flott vorüber. Zwischendurch musste ich noch zur UB Duisburg, um ein (ziemlich großes) Buch abzugeben. Obwohl ich als ,,Externer'' gelte und das Gebäude nicht betreten durfte, war ich guter Dinge, dass ich das Buch trotzdem würde abgeben können, da die ja dort eine Buchklappe außen am Gebäude haben. Dummerweise ist die kaputt (ich musste über das Schild mit der Aufschrift ,,Techniker ist bereits bestellt'' doch arg lachen — schöne Grüße aus der Meme-Gruft!). Glücklicherweise konnte ich die Monographie einem jungen Bibliotheksmitarbeiter reinreichen und war meiner Last endlich ledig. Auch eine Test-Zoom-Konferenz und eine längst überfällige wichtige E-Mail flossen so dahin. Zum Feierabend einen Spaziergang und mich über den wieder kneifenden Rücken geärgert. Am Dönerimbiss schwach geworden und eine türkische Pizza mit Salat und Fleisch geholt, aber selbst ich die mit 1.000 kcal ansetzen würde, hätte ich noch mehr Kalorien verbraucht als zu mir genommen.

Abend

Telefoniert und bei Carrier Command endlich den feindlichen Träger gestellt und bekämpft. Beim ersten Mal ist er mir entwischt — und das, obwohl er wohl keine Jäger zum Eigenschutz einsatzbereit hatte. Beim zweiten Mal (er hat wieder versucht, eine meiner Inseln einzunehmen) bin ich dann mit einem Träger nahe an ihn heran und es gab ein heftiges Geschützduell in dessen Folge er erst leck schlug und dann endlich sank! Nach der Spielsequenz mit dem brennenden Schiff machte ich mich daran, das Inselnetzwerk des Feindes zu erobern — das ist dermaßen komplex, dass das durchaus mehrere Abende füllen kann.

Bei diesem Spiel kamen weder Mensch noch Tier zu schaden, denn beide Systeme sind vollkommen automatisiert bzw. ferngesteuert.

Ich freute mich, dass ich es mir selbst erlauben konnte, einen ,,nutzlosen'' und ,,faulen'' Abend zu verbringen. Liegt das an der Achtsamkeit oder am Lockdown? An der Vorzeit einer sehr seltsamen Weihnachtszeit? Oder ist es von allem etwas?

Aus dem Netz gefischt

Kulturelles

Na, ob der gute Stefan Rose nicht da Opfer seiner eigenen Einkaufsromantik wird?

Es können ja nicht jene von ehrbaren Kaufleuten inhabergeführten Läden meiner Kindheit sein, in denen kundige Verkäufer ihren staunenden Käufern hochwertige Ware präsentierten, geduldig deren Funktionen und Vorzüge erklärten und sie dann als Anschaffung fürs Leben liebevoll einzupacken. Die gibt es nämlich nicht mehr.

Ich erinnere mich nämlich auch an ,,Die kommen ja sowiese wieder''-Inhaber, an die ,,Nicht meine Abteilung!''-Verkäuferinnen (die schwatzhaften, von denen man immer nur die Rücken sah) und an das Spielwarengeschäft meiner Heimatstadt, in der Kinder als Feinde angesehen wurden: Natürlich waren es nicht die Kleinen mit ihren Grapschefingern, welche das meiste Geld dort ließen, sondern deren Eltern. Allerdings setzte ich mein Taschengeld wenn möglich dann doch bei Konkurrenz um und nicht bei der blaffenden Gattin des Chefs.

Möglicherweise war es dieses falsche Gefühl von Sicherheit, dieser Dünkel, welcher der erste Hammerschwung für den ersten Sargnagel des stationären Einzelhandels sein sollte.

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Preußen-Historiker Clark rudert zurück: Kampf um das Tafelsilber

Seit dem Ende des kalten Krieges kommen sie wieder unter ihren Steinen hervorgekrochen, die _Edlen _mit ihrem gottgegebenen guten und reinem Blut. Kein Wunder, dass die sich so gut mit den Nazis verstanden haben!

2020-12-15 Dienstag

Nacht

Unruhig geschlafen. Immerhin hat mich mein Rücken einigermaßen in Ruhe gelassen. Mir träumte, ich wäre zu Gast in einem großen Haus. Die Gastgeberin hieß Maria mit Vornamen und gab sich redlich Mühe, ihren Gästen eine gute Gastgeberin zu sein, doch die Geister ihrer Tanten quälten sie die ganze Zeit, indem sie der guten Frau ständig ein schlechtes Gewissen machten: Sie habe sich zu Lebzeiten nicht gekümmert und nun würde sie ihr Andenken im Tode nicht genügend würdigen. Ich sah in das blasse, leidende Gesicht von Maria und hielt darauf den Geistern der Tanten eine Standpauke: Dass Maria sich immer gut um sie gekümmert habe, dass sie — die Geister — nur gemein und niederträchtig wären. Auch drohte ich Ihnen die Strafe Gottes für ihre Taten an. Leider schien meine Rede keinen besonderen Eindruck bei den Tanten zu hinterlassen: Sie verhexten mich und ich musste in einer Art gigantischem Kartenspiel im großen Ballsaal blind im Kreise gehen.

Morgen

Zermatscht gegen halb sieben aufgestanden, mich erst einmal auf der Arbeit eingeloggt: Eigentlich würde ich ja an diesem Tag nach Düsseldorf fahren, aber ich musste erst noch in der Unibibliothek zwei Bücher abholen. Dummerweise ist der Bibliotheksausweis in Düsseldorf, also musste ich improvisieren und meinen eigenen Ausweis reaktivieren. Warum kann nicht einfach mal etwas einfach sein?

Es stellte sich heraus, dass eigentlich alles ganz einfach war: Mein Ausweis war abgelaufen, ich musste ihn verlängern (neue Adresse angeben, Telefonnummer hinterlegen wegen Corona) und am Automaten die 20 Euro Jahresgebühr blechen. Die Bücher habe ich auch gefunden und konnte sie ausleihen.

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In den Nachrichten wird berichtet, dass die Paketdienste in Paketen ertrinken. Wer hätte das ahnen können? Zum Glück habe ich keine Lieferungen mehr ausstehend bis auf das Geschenk für den Thronfolger, aber das kommt eh erst im nächsten Jahr an.

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So langsam formen sich Essensideen für Weihnachten: Zum einen will noch Grünkohl aus dem Froster aufgegessen werden (hatte ich vor zwei Monaten oder so mal gekocht) und dann möchte ich Gulasch mit Rotkohl machen. Die Idee kam mir beim Anblick einer kleinen Flasche Rotwein in meinem Wohnzimmerschrank. Gulasch! Mit Rotkohl! Vielleicht auch noch mit Klößen! Oder Kroketten! Damit werde ich die Tage wohl gut rumkriegen!

Tag

Den Arbeitstag über körperlich schlecht gefühlt. Irgendwie schlapp und kränklich. Gegen Nachmittag ging es dann aber besser. Daheim Fieber gemessen, aber die Temperatur war normal. Zum Abendbrot Fischstäbchen aus der Kategorie ,,müssen auch mal langsam weg!'' und nach dem Abwiegen von Stäbchen und Öl lag eine ordentliche Portion auf dem Teller.

Abend

Zu lange am PC gesessen und _Carrier Command _gespielt. Ich habe nämlich mit dem freien Strategiespiel gegen den gegnerischen Träger begonnen und das macht unglaublichen Spaß: Mit einem _Manta-_Senkrechtstarten einen _Walrus-_Amphibienpanzer _durch die Luft _zu transportieren und auf einer unbewohnten Insel abzusetzen hebt durchaus die Laune. Auch gibt es im freien Spiel alle technologischen Fortschritte und die möchten natürlich ausprobiert werden.

Viel zu spät ins Bett.

Aus dem Netz gefischt

KOMMENTAR: Nicht mal gegoogelt | Via

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Ich war in der Psychiatrie und es war die beste Zeit meines Lebens | Via

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Marktlücke Nüchternheit - Indiskretion Ehrensache | Via