KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-06-16 Donnerstag - Gähn!

Tag größtenteils verschlafen. Mit Freund J. den ersten Teil von ,,Dune'' geguckt und viel diskutiert -- über den Film, aber auch über unsere Gesellschaft.

Früh zu Bett.

2022-06-15 Mittwoch - Heiße Fortbildung

Es war wohl doch ein Fehler, am Abend vorher ins Kino zu gehen, denn die Nacht reichte nicht zur Erholung.

Das Ergebnis: Kreislaufprobleme, Schwäche. Ich muss mich noch einmal hinlegen und kann erst später zur Fortbildung.

Es ist warm und mir ist nicht gut. Das iPad vergesse ich zu Hause. Was für ein Tag!

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Im RWI-Hochhaus hängen in den Toiletten Warnschilder : Man soll auf gar keinen Fall den Türrahmen festhalten oder das Öffnen mit dem Fuß unterstützen (die Türen sind extrem schwergängig). Es sind schon mehrere Leute mit gequetschten Händen und Füßen im Krankenhaus eingeliefert worden.

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Mittagspause. Heiß! Heiß! Heiß! Ich taumle durch Düsseldorf-Bilk auf der Suche nach etwas Essbarem. Mutter Shanghai nimmt mich unter ihre Fittiche, spendet kühlen Schatten. Apfelschorle strömt aus der PET-Flasche direkt in meinen Mund.

Es gibt Tofu, Nudeln und Curry. Nach dem Essen streicht mir Mutter Shanghai zärtlich über den Kopf und schickt mich zurück in die Hitze, zurück in den Krieg.

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Zum zweiten Mal die Stiftspitze meines reMarkable getauscht. Ich komme lange mit den Spitzen aus.

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Mein Hirn schmilzt.

Die Hochelfe wird immer schöner.

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Die Fortbildungsendklingel läutet das Fortbildungsende ein.

Wie die Schulkinder laufen wir schwatzend zu den Aufzügen.

Morgen ist schulfrei - zumindest für uns in Nordrhein-Westfalen.

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Die Heimfahrt war sehr unangenehm: Die Ausfahrt aus dem Hbf Düsseldorf war wegen Personen im Gleis gesperrt. Einen noch abfahrenden Zug musste ich sausen lassen, weil der so unglaublich voll war. Später habe ich einen RE erwischt, der (seltsamerweise) relativ leer war.

Ich fuhr direkt nach Hochfeld zu Freund N. Dort kochten wir eine vegane Bolo (gelang ganz gut) und später kamen seine Töchter zum Essen vorbei. Mit der jüngsten Tochter spielten wir plötzlich so ein Flaggen-Quiz auf ihrem Handy und das war erstaunlich spannend.

2022-06-13 Montag - Monströse Montagsnudeln

Ich bin eine dicke Montagsnudel und freue mich über die zahlreichen positiven Rückmeldungen dem Universum.

Heute lernte ich, dass bei Marvel die Universen durchnummeriert werden (mit Unternummern!).

Ordnung muss sein!

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In meinem monströsen Leib keimt die Sehnsucht nach Waschbeton (obwohl der einmal beinahe mein Tod gewesen wäre) und nach künstlichen, unprätentiösen Vorstädten.

Das Wort "monströs" las ich als Kind übrigens zum ersten Mal in einem Captain-Future-Comic und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen.

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Ich gehe einen Sonderweg.

Ich weiß nur noch nicht, wohin er führt.

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Der Kopf beginnt zu brummen. Ich verliere leicht die Orientierung.

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  • Unterlagen beim Kopfdottor eingeworfen: Check!
  • Comics in der Stadtbibliothek abgegeben: Check!
  • Am Dellplatz sitzen und sich von fernen Familiendramen berichten lassen: Check!

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Abends Fisch mit Zwiebeln.

2022-06-12 Sonntag - Selbsthass am Toilettenrand

Ich wache früh auf und stehe schon um halb sieben in der Küche und koche Kaffee. So früh stehe ich sonntags selten auf!

In der Nacht träumte mir, dass ich in ein großes Ministerium ginge. Dort war in der Bibliothek mein Arbeitsplatz. Ein Handwerker kam vorbei und fragte nach, wo er sich denn mal eben umziehen könne. Ich überließ ihm mein Büro und setzte mich an einen Platz mitten in der Bibliothek. Dort hüpften Frösche herum, welche ich begeistert fotografierte.

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Wieder herrscht in mir eine Mischung aus Nervosität und Müdigkeit. Ob es wohl hilft, die Todo-Liste für heute abzuarbeiten??

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Stellt Euch mal vor, man müsste für Windräder ganze Landschaften umgraben, Menschen enteignen und jahrhundertealte Häuser abreißen.

Dann wäre was los!

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Ich habe die E-Petition beim Deutschen Bundestag für das dauerhafte Angebot eines 9-Euro-Tickets mitgezeichnet.

Begründung: Das wäre ein erster Schritt zum fahrscheinlosen Nahverkehr. Außerdem hat die Einführung des 9-Euro-Tickets bisher schon auf die Politik Druck ausgeübt, den ÖPNV zu verbessern.

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Endlich habe ich es geschafft, das Bad zu putzen! Ich bin nass geschwitzt und glücklich.

Am Nachmittag gerate ich in einen Strudel von Selbsthass und Selbstverletzung, fange mich dann aber wieder. „Therapiegeschenk" nennt man so etwas.

Ich backe mir eine türkische Pizza zum Abendessen auf. Auf dem Balkon höre ich eine Folge ,,Verbrechen der Vergangenheit''

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Das Wetter ist schön: Blauer Himmel, ein angenehm kühler Wind weht.

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Ich lebe am Toilettenrand der Gesellschaft.

(Natürlich nicht wirklich: Mir gefällt nur die Formulierung).

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Bettunlust.

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Müde, müde. Früh zu Bett.

2022-06-11 Samstag - Wilde Wiener

Der DHL-Bote klingelt mich aus dem Bett. Im Schlafanzug nehme ich die SIM-Karte für meinen Datentarif entgegen. Ich setze die Karte in den LTE-Router ein und sofort funktioniert alles.

Am frühen Abend treffe ich die beste Ex-Frau von allen und wir gehen heim Wilden Wiener fein essen.

Danach noch Zeit alleine auf den Balkon.

Überraschend kommt der Vertrag für den Tarifwechsel bei Vodafone an. Dann tappt das also doch!

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Ich lese den sehr schönen Comic Die Lethargie von Prado.

Toll gezeichnet, gute Geschichte, interessante Charaktere.

Da es auf dem Ballon zu dunkel wird, setze ich mich in den bequemen Sessel.

2022-06-10 Freitag - Kantinenehrfurcht

Ein schwüler, drückender Freitag. In der Mittagspause bin ich mit meiner Chefin in der Landtagskantine verabredet. Noch immer bin ich seltsam bewegt, wenn ich den Landtag betrete . Gibt es den Begriff „Starstrucked" eigentlich auch für Gebäude?

Ich esse Kabeljau auf Nudeln sowie eine Kimchi-Suppe . Köstlich! Danach noch einen sehr guten Espresso an der Kaffeebar.

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Für die ukrainischen Streitkräfte sieht es im Donbass nicht gut aus: Die russische Armee hat ihre Taktik angepasst und scheint jetzt gezielt mit Übermacht Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung anzugreifen. Sie durchbricht nun häufiger die Linien der schwachen Territorialverteidigung. Immer mehr Positionen der Ukrainer werden eingekesselt.

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An der Seite der Wunderschönen fliege ich ins Wochenende.

Der Thronfolger kommt vorbei und wir schauen „Iron Sky 2". Ein harmloser, sehr alberner Film.

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Später noch ein paar Folgen von "Love, Death and Robots". Die Episode „The Night of the Mini Dead" war besonders gut. Wir gönnen uns Pizza und gefüllte Pizzabrötchen von der großartigen Pizzeria Portofino.

2022-06-09 Donnerstag - Ein ewiges Versprechen

In der Nacht immer wieder aufs Klo. Immerhin konnte ich während der "Sitzungen" ein wenig Comics lesen.

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Am Morgen melde ich mich krank, habe aber die Teilnahme an einer GPR-Sitzung zugesagt. Die Videoschalte ist interessant, aber auch extrem anstrengend.

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Nach der gestrigen Darmproblematit lege ich mich hiermit fest:

ICH WERDE NIEMALS WIEDER ETWAS VON MCDONALD'S ESSEN!

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Die Videoschalte war gegen Ende wirklich auslaugend und ich musste mich danach erst einmal hinlegen.

Das Dösen wurde unterbrochen von Drückern, die angeblich für die Telekom Glasfaseranschlüsse ,,registrieren". Immerhin war ich danach so richtig schön wach.

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Kostenlose Hotlines anrufen, nur um die schöne Musik anhören zu können.

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Mein Mobilfunkvertrag ist Teil eines Rahmenvertrages meines Arbeitgebers. Nun hat sich mein Bedarf an Datenvolumen durch das iPad ordentlich erhöht und ich rufe bei der Business-Hotline von Vodafone an, um eine andere Datenoption zu buchen. Das habe ich im letzten Jahr während meines Klinikaufenthalts so gemacht. Die sehr freundliche Dame am anderen Ende der Leitung meinte jedoch, diesmal müsse ich meinen Tarif wechseln. Warum nicht? Sie vermittelte mich an einen anderen Mitarbeiter weiter. Der freundliche Mann empfahl mir einen sogenannten "Red"-Tarif, der tatsächlich besser und günstiger ist als mein alter Vertrag.

Als ich Zweifel anmeldete, ob man denn einen Rahmenvertrags-Vertrag einfach so ändern könne, meinte er, das sei überhaupt kein Problem. Ich würde eine E-Mail bekommen und müsse den Tarifwechel nur bestätigen.

Bis jetzt ist noch nichts passiert.

2022-06-08 Mittwoch - Die Grillzange des Teufels

Unruhige Nacht mit Träumen voller Verrat und Vollkasskoversicherungen. Eine halbe Stunde länger gelegen und aufgestanden um kurz nach sechs Uhr.

Auf der Arbeit war unser Wasserspender undicht. Wir stemmten uns gegen die Fluten und konnten das Leck notdürftig abdichten. Nach mehreren Stunden Lenzen war die Bibliothek wieder trocken.

In der Mittagszeit half ich mit, Kolleginnen und Kollegen mit Würstchen zu Begrillen. Das war anstrengend und schön zugleich.

Nur die Grillzange hatte der Teufel persönlich gestanzt um mich für meine Sünden zu bestrafen: Viel zu klein und mit scharfen Kanten.

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Die Lieblingskollegin hat mich daran erinnert, dass ich doch heute ins Kino wolle. Also buchte ich einen Platz für „Dr. Strange im Multivitaminumversum vonne Verrückheit".

Nun sitze ich bei Bella und überbrücke die Zeit bis zum Film. Heute wurde ich viel angelächelt und ein ganz bestimmtes Lächeln war besonders. Ruhige, gelassene Musik erfüllt die hohen Hallen von Bellas Bar.

Wie ein Mann von Welt buche ich 1 GB extra Datenvolumen hinzu und wie ein Mann von Welt lese ich auf meinem iPad in der ZEIT.

Natürlich trinke ich Champagner, während draußen am Container das einfache Volk auf den Bus wartet. Diese Leute tragen immer Plastiktüten mit sich herum:
Plastiktüten, Plastiktüten, Plastiktüten!

Was da wohl drin sein mag? Sicher das ganze billige Zeug, dass diese Leute immer essen. "Döner" und so Sachen.

"Döner"! Was für ein seltsames Wort! Ich habe noch nie in meinem Leben "Döner" gegessen. Was da wohl drin sein mag? Vielleicht dieses ,,Burger", von dem man in der letzten Zeit soviel im Feuilleton.

Ich bestelle noch einen Champagner.

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Ich denke an die schönsten Augen der Welt. Sie sind groß und ihre Farben kann man zählen.

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Einmal im Leben möchte ich so glücklich sein wie die Menschen im Stock-Videos.

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Der Film war eher so mittel: Die Geschichte war sehr dünn, wurde aber mit viel Tamtam über die Laufzeit geprügelt wird. Schauspieler, Effekte und Bilder sind toll. Der Film strotzt auch vor kleinen und großen Ideen Doch es gilt weiterhin der Satz von Goethe:
"Getretener Quark wird breit, nicht stark."

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Auf dem Weg vom Kino plötzlicher Durchfall. Eklige Szenen auf dem Klo (keine Details!). Nächliches Putzen, Waschen und Duschen.

Später völlig leer zu Bett.