KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 027

Freitag. Die Nacht war durchwachsen, was auch auf das schwül-warme Wetter zurückzuführen ist. Gegen sechs Uhr ganz gut aus dem Bett gekommen und nach einer Dusche direkt ins Homeoffice gehüpft (ok -- angezogen habe ich mich auch noch).

Mir träumte etwas von einer großen Feier, bei der auch mein längst verstorbener Jugendfreund N. anwesend war.  Die Feier fand in und um mein Elternhaus statt. Irgendwas war im Garten und wir gingen in den Keller, um Bier zu holen. Dort fanden wir die Kühltruhen offen und machten diese zu. Ich bot an, dass wir eine Runde Dart spielen könnten (im Keller hängt eine Dartscheibe), aber N. hatte keine Lust.

Frühstück im Homeoffice: Ciabatta mit Tomaten. Die Tomaten aus dem elterlichen Garten sind zwar schon längst aufgefuttert, aber sie haben mich gelehrt, beim Tomatenkauf nicht zu sparen.

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Auf Instagram folgen mir gerne vollbusige, in Bikinis gekleidete Bots. Die blockiere ich dann immer fleißig. Nun aber folgte mir ein Account, dessen Profilbild ein vielleicht zwölfjähriges Mädchen im Bikini zeigte. Den Account wollte ich melden, aber leider hätte ich dazu ein Alter der vermeintlichen Accountinhaberin angeben müssen. Auch gab es kein Freitextfeld, wo ich noch etwas hätte reinschreiben können.

Also habe ich den Account auch einfach geblockt.

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Life-Hack: Briefmarken einfach bei der Post bestellen und sich per Brief liefern lassen!

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Die Deutsche Umwelthilfe hat eine Petition gegen unverlangten Werbemüll gestartet

Das finde ich super und ich habe sie mitgezeichnet. Vielleicht kann man diese Petition ja weiter verbreiten?

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Dienstag. Abreisetag. Nach dem Frühstück geht es noch kurz auf das Zimmer. Wie immer verabschiede ich mich von den Geistern dieses Ortes.

Natürlich steigt bei mir die Nervosität -- wie immer, wenn sich etwas verändert.

Draußen auf dem Zeltinger Marktplatz lachen die Menschen fröhlich.

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Donnerstagmorgen. Sehr viel geschlafen. Die schönen Tage an der Mosel (Bilder folgen) klingen nach und machen mich ein wenig melancholisch. 

Heute ist von der Arbeit aus ,,Teamtag Mixed'' und ich gehe mit Kolleginnen und Kollegen Minigolf spielen und zum Bowling. Darauf freue ich mich schon!

Ich fahre mit der S-Bahn nach Großenbaum. Dort will mich die Lieblingskollegin mit dem Auto abholen, weil die Bowlinghalle ein wenig auswärts liegt.

Mein Herz flattert vor Aufregung wie immer, wenn etwas die tägliche Routine und die bekannte Umgebung verändert.

Mich erstaunt und fasziniert immer wieder, wie stark die Nervosität bei mir immer wieder ist, obwohl ich doch schon genug erlebt und erfahren habe, so dass es für Ängste keinerlei Grund mehr gibt.

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Die Fotos von der kleinen Ixus sind ganz ordentlich geworden. Natürlich wären sie mit dem Smartphone ,,besser'' geworden, weil die Software die Bilder aus den Kameras doch ganz ordentlich zusammensetzt. Es war trotzdem schön, die kleine und kompakte Kamera dabei zu haben und nicht immer mit dem großen Galaxy Note herumzufuchteln.

Zum Verwalten meiner Fotos (bisher liegen sich in Ordnern und Unterordnern auf der Festplatte) teste ich gerade Evernote (einen Dienst, den ich eh intensiv nutze). Mir geht es dabei in erster Linie um Metadaten (Titel, Zusatzinformationen, Erinnerungen). Bisher klappt das ganz gut, auch wenn  Evernote natürlich nicht in erster Linie für Fotos gedacht ist.

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Der Teamtag Mixed (= Betriebsausflug) war echt schön. Wir hatten viel Spaß beim Schwarzlicht-Minigolf und beim Bowling.  Beim Minigolf bin ich sogar Sieger geworden und habe von der Lieblingskollegin einen Origami-Orden überreicht bekommen:

Origami-Orden

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Abends dann erschöpft und seltsam traurig.

Sammelpost 026

Im Büro angekommen wieder seltsame innere Anwandlungen. Es ist ein Kreuz mit der Psyche ...

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Später dann habe ich meinen merkwürdigen Medienbruch: Ich drucke etwas aus, unterschreibe es, scanne es ein und werfe das Original weg.

Tja.

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Gegen Mittag hebt sich die Stimmung. Außerdem ist Schnitzeltag! Draußen scheint die Sonne und ich kann meine emotionalen Bälle alle in der Luft halten. Heute Abend wird mich ein Freund zum Filmgucken besuchen und am Freitagabend kommt ein anderer Freund vorbei, um mit mir und dem Thronfolger Sardellen zu frittieren.

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Verleser des Tages: ,,Nacktyoda''.

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Der besondere Moment: Wenn Du eine Rechnung mit 30 Positionen ins System einträgst und die Endsumme gleich beim ersten Mal stimmt!

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Am Nachmittag kehrt wieder Stille ein in der Bibliothek der kleinen Leute. Nur die Böden der Holzregale ächzen unter der Last der Schenkbücher. Die Zeit tropft langsam und zäh von der Decke. Es macht ihr Freude so. Ein leichtes Summen liegt in der Luft.

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Systemweit abgenudelt! So schnell kann es gehen!

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In der Hörbar Rust das schöne Wort ,,Herzhusten'' gehört.

Ob es auch ,,Darmhusten'' gibt?

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Stellwerksstörungen machen überhaupt keinen Spaß!

Der Zug zuckelt und zockelt langsam und gemächlich vor dem Gewitter her.

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Nach der Stellwerksstörung bin ich dann doch irgendwann zu Hause angekommen. Filmgucken ist auf den Samstag verschoben.

Ich setze mich auf den Balkon und wundere mich, dass ich so kaputt bin. Da fällt mir auf, dass es wohl die extrem schwüle Gewitterluft schuld ist.

Regenschauer ziehen auf und vorbei. Die Luft ist zum Schneiden.

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Auf Instagram bekomme ich plötzlich Werbung für einen türkischen Film (bzw. eine Serie) angezeigt. Warum wohl?

Vielleicht, weil ich dort Tarkan Bagci und Özcan Coşar folge?

Rätsel des Algorithmus!

Immerhin bekomme jetzt nicht mehr Werbung für Wikinger-Unterhosen, dafür aber welche für Magierroben.

Schöne, neue Welt ...

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Seit ein paar Sonderangeboten von Good old Games habe ich mehrere Spiele auf dem Rechner, die ich aber noch nicht angespielt habe und in dem Tempo, in dem ich ,,The Witcher 3'' spiele, werde ich wohl erst nach meiner Pensionierung damit anfangen.

Am Donnerstagabend noch ein wenig durch Skellige geschippert und zeitig ins Bett gegangen.

Sammelpost 025

Dienstagmorgen. Trotz guten Nachtschlaf nicht aus dem Bett gekommen. Zu süß waren die Träume. Allerdings schleichen sich wieder altbekannte Gedanken in meinen Kopf und auf die muss ich aufpassen.

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Klima retten - Schnitzel essen!

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Es gibt da diesen Film mit dem Titel "A silent Place" (zu deutsch: "Ein stilles Örtchen"). Darin irrt eine Familie über die von Aliens zerstörte Erde auf der Suche nach einem Klo.

Auf was für tolle Ideen diese Drehbuchschreiber immer kommen!

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Ich empfinde die schlechte Laune eines bestimmten Menschen als Zurückweisung. Das innere Kind hat Angst. Es weint. Ich versuche, es zu trösten.

,,Es ist alles gut!'' sage ich zum inneren Kind ,,Du bist nicht alleine. Ich bin bei Dir!''

Um uns schließen sich die Schalen einer Auster. Sie schützt uns beide, damit wir uns sicher fühlen können.

In der Mittagspause mit einem Kollegen gespeist und nett gequatscht. Auch über mögliche zukünftige Projekte gesprochen Darüber muss ich allerdings mal in Ruhe nachdenken.

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Die Heimfahrt ist ein bisschen hetzig. Immerhin habe ich meine Briefwahlunterlagen in den Briefkasten geworfen.

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Der Sonnenwall in Duisburg macht dem ersten Teil seines Namens alle Ehre. Mit meinem Termin komme ich ganz gut ins Bürgeramt. Man tippt sein Geburtsdatum in den Checkin-Automaten und bekommt eine Wartemarke. Es zieht sich. Das Personal ist freundlich, der Fußboden ist es nicht.

Mit einem lauten ,,Ding-Dong'' werden die Wartenden an die Schalter gerufen. Alles ist unwirklich und die linke Ferse schmerzt.

Immerhin gibt es WLAN! In einem deutschen Bürgeramt! Das ich das noch erleben darf!!

Nach einigen Minuten rauscht es im Kopf. Die Stimmen der Menschen hallen durch den Flur. Alles wird unwirklich.

Eigentlich sollte man nur betrunken zum Bürgeramt.

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Nachdem der Behördengang erledigt ist, gehe ich auf ein Bier ins Café Museum. Die Sonne scheint, die Leute sind gut drauf und am Nebentisch bestellt eine ältere Dame Asbach-Cola.

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Eine spätsommerliche Friedlichkeit kriecht aus den spärlichen Wolken am Himmel. Selbst die Trinkerszene an der Bushaltestelle verhält sich ruhig.

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Mittwochmorgen. Was soll das? Was soll das? Nach einem schönen Abend, bei dem ich mit einem alten Freund ein wundervolles und positives Telefonat geführt hatte, ging ich zu Bett und schlief bald ein. Eine Stunde später wachte ich wieder auf und es fühlte sich so an, als würden eisige Hände mich in die Matratze drücken. Immer, wenn ich wieder kurz wegnickte, plagten mich Alpträume, in denen ich vor tausenden von Ratten weglief wie durch Gelee.

Morgens musste ich mich nach der schlaflosen Nacht voller Dämonen wieder krank melden und fühle mich schlecht. Mein Gewissen plagt mich.

Sammelpost 024

Heimfahrt. Ich schaue aus dem Fenster. Der junge Mann im Smart gähnt

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Freitagmorgen. Gut aus dem Bett gekommen (Hurra!). Die Schlaf-/Aufsteh-Ratio scheint sich zu stabilisieren.

Interessante Selbstbeobachtung: Obwohl ich Homeoffice und am Morgen genügend Zeit habe, bin ich trotzdem ganz schön aufgedreht. Nicht besonders unangenehm, aber die Nervenenden in den Gliedmaßen feuern ganz gut.

Zum Frühstück Kaffee und zwei Scheiben Brot (Dinkel-Vollkorn: Lecker!).

Gestern war ich spät daheim und habe neben dem Abendbrot (Dönerbrot mit Käse, Ei und viel Salat) nur meine Canon Ixus reaktiviert und eine halbe Stunde ,,The Witcher 3'' gespielt. Für die Kamera musste ich meinen kompletten Technikschrank ausräumen -- das Gerät ist aber auch klein!

Ich möchte in der nächsten Zeit mal wieder mehr mit der Ixus fotografieren, damit ich nicht immer mit meinem Riesensmartphone herumhantieren muss. Mal schauen, wie das klappt!

Es kann also durchaus sein, dass hier demnächst mehr Bilder zu sehen sind.

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Freitagmittag. Die Hotline schweigt im Minutentakt.

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Für dieses kleine, unmaßgebliche Blog hier probiere ich mal Evernote als Sammelpunkt für meine Einträge und für die Leseliste aus. Bisher habe ich immer alles in eine Textdatei geschrieben, aber es ist doch kompliziert, diese über meine ganzen Devices zu syncronisieren. Evernote hingegen nutze ich schon seit vielen Jahren als digitalen Notizblock und als Dokumentenspeicher.

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Samstag. Lange geschlafen, dann nach Dinslaken, um einen Homekneiping-Kumpel zu besuchen. Ich wurde von ihm auf das Vorzüglichste beburgert: Köstliche, selbst gebackene Buns, tolle Patties und eine grandiose Mischung aus Schmorzwiebeln, Pilzen und Speck. Wir tranken viel Bier und redeten bis in die Nacht.

Am nächsten Mittag fuhr ich wieder nach Hause und war glänzender Laune. Daheim mal wieder mit Freund O. telefoniert und am späten Nachmittag stand noch ein Besuch des Kinos an. ,,Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings'' hat mir sehr gut gefallen: Viel Martial-Arts-Action und eine gehörige Portion Humor.

Nach dem Kino noch ein Häppchen im ,,Ostende'' am Ludgeriplatz. Am Nebentisch saß eine Gruppe Lehrerinnen und Lehrer und plante ein ,,Zaunkönig-Event''. Das klang anstrengend. Dann schlug bei mir allmählich die Müdigkeit zu, denn ich hatte wohl doch ein bisschen wenig geschlafen. Daheim saß ich noch einen Moment auf dem Balkon und ging früh zu Bett.

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Montagmorgen. Sehr erholsamer Nachtschlaf, obwohl ich des nachts sehr viel Wasser trinken musste (das Essen im Ostende war ein bisschen knoblauchig). Aber wenigstens konnte ich so den Flüssigkeitsverlust gut ausgleichen. Mit sehr guter Laune früh aufgestanden -- ungewöhnlich für einen Montag. Der Himmel war wunderschön blau und die Luft angenehm kühl.

Meine Briefwahlunterlagen sind angekommen. Da ich am Wahltag wandern werde, mache ich zum ersten Mal in meinem Leben Briefwahl.

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Ich lese einen Blogartikel von Lynn und denke viel über Autonomie nach.

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Am späten Vormittag kommt dann doch eine gewisse Müdigkeit hoch. Die Stimmung ist aber noch immer ganz gut.

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Letztens stand ich am Bahnhof und schaute auf den sich immer weiter ausbreitenden Götterbaum. Wer weiß? Vielleicht sind wir in Zeiten des Klimawandels ja noch froh um diesen hitzebeständigen, schnell wachsenden Neophyt.

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Wenn Menschen sich freiwillig aus der Öffentlichkeit heraushalten, so nennt man das ,,Scham-Intelligenz''.

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Die erste Therapiesitzung in der neuen Gruppe ist geschafft. Eine ganz nette Truppe scheint das zu sein. Es war aber wie immer extrem anstrengend (3 Stunden).

Auf dem Heimweg bin ich noch auf ein Bier im Ostende eingekehrt. Vielleicht wäre das ein eine schöne Montagstradition: Erst Homeoffice, dann Gruppe, dann Ostende.

Unweit von mir saßen zwei Herren und spielten Schach. Dabei stritten sie sich. Daneben ein Tisch mit einigen gut gelaunten, freundlichen Burschen. Die Kellnerin war auch sehr freundlich und nett und sorgte sich gut um uns Gäste.

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Daheim die Briefwahl abgefrühstückt und mehr aus Versehen auf dem heimischen PC ein paar Firmware-Updates gestartet. Immer, wenn ich die gute, alte BIOS-Schrift sehe, bekomme ich Angst.

DO NOT TURN THE POWER OFF !!!

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Ich fordere ein grundloses Bedingungseinkommen!

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Der PC updatet sich einen ab und eigentlich wollte ich noch was machen ... was soll's!?

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Karten für ,,Dune'' gekauft. Ich bin gespannt. Ich bin gespannt! ICH BIN
GESPANNT!!!!

Sammelpost 023

Mittwochmorgen. Schlechte Nacht gehabt und durch den Durchfall noch immer sehr geschwächt. Daheim geblieben.

Mich beschäftigt sehr eine bestimmte Sache und ich kann erst eine wichtige Entscheidung treffen, wenn ich ganz bei mir bin. Das ist in meinem momentanen Zustand sehr schwierig.

Draußen ist es trüb und dunkel. Ich habe das Gefühl, irgendwie zwischen den Welten zu hängen.

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Nervenglühn. Es treibt mich aus der Wohnung und ich irre ziellos durch die Stadt. Erst in der Bewegung fällt mir auf, dass ich gerade dabei bin, zu depersonalisieren. Mit viel Mühe fokussiere ich mich auf mich selber. Erschöpfung und Unruhe, Unruhe und Erschöpfung.

Immerhin kann ich eine erwachsene und vernünftige Entscheidung treffen: Ich werde mir in der Gruppentherapie nächste Woche Rat holen.

Das beruhigt mich.

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Pause am Rheinufer. Ich bin spontan Richtung Neuenkamp abgebogen, weil ich dort noch nie war. Die Bewegung tut gut, die Bewegung tut besser. 

Einerseits ärgere ich mich, dass ich wieder einen Tag auf der Arbeit ausgefallen bin, andererseits bin ich froh und meine gesunde, erwachsene Entscheidung.

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Es ist schön, wenn man sich etwas, was unglaublich gerne tut, ganz fest vornimmt. Ich zum Beispiel gehe jetzt einmal pro Woche zu Sawadi, dem besten thailändischen Imbiss der Welt.

Versprochen!

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Irgendwann später bin ich in der Nähe der Rheinorange und in mir selbst kehrt Ruhe ein. Ich schreibe eine Dankesmail an meine liebe Brieffreundin, die mir in der o.g. Sache einen guten Rat gegeben hat.

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Donnerstag. Guter Nachtschlaf, trotzdem nicht aus dem Bett gekommen. War auch alles ein bisschen viel in der letzten Zeit. Was soll's? Dann bleibe ich heute einfach mal länger im Büro. Das ist mitunter auch ganz schön.

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Auf der Arbeit verknusel ich mich in eine recht anstrengende Recherche zum Thema Portalverbund der Kommunen. Entweder sind die Texte dazu technisch (womit der Anfragende nichs anfangen kann) oder es ist inhaltsloses Geschwurbel. Mal schauen, was ich da zusammenschustern kann ...

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In der Kantine gab es heute Currywurst mit Pommes. Warum auch nicht?

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Draußen scheint die Sonne und ich sitze noch im Büro. Es wieder wundervoll ruhig. Gedanken kommen, Gedanken gehen, Gedanken fließen. Gefühle fließen. Die Zeit scheint stillzustehen.

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Rheinorange:

Rheinorgange

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Nachgang Fotos aus dem Knüllermarkt:

Knüllermarkt: Farbenhölle

Knüllermarkt: Plastikblumen

Knüllermarkt: Affe 1

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Knüllermarkt: Geschmackvoll!

Knüllermarkt: Romantikhölle

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Sammelpost 022

Samstag. Ein Tag, wie aus Ebenholz geschnitzt. In der Stadt Besorgungen gemacht und den halben Aldi leergekauft.

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Duisburg, Innenstadt. Überall stehen Infostände der Parteien. Ein Mann geht am Stand der Grünen vorbei. Als man ihm ein Wahlprogramm anbietet, sagt erlaut: ,,Tut mir leid! Ich liebe mein Land! Wir kommen leider nicht zusammen!''

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Im Knüllermarkt gewesen, um Laternen für meinen Balkon zu kaufen. Dieser Laden nennt sich selber ,,das Deko-Paradies'', ist aber mehr eine Hölle aus Tand und Plastikblumen. Will man herausfinden, ob man Epileptiker ist, so empfehle ich einen Besuch im Knüllermarkt. Bleibt der Anfall aus, ist man garantiert keiner.

Dieser Laden ist das einzige Gebäude der Welt, dass von innen größer ist als von außen. Man(n) verliert dort direkt die Orientierung und wenn man es dann doch nach draußen geschafft hat, wundert man sich, dass man auf einem seltsamen Parkplatz steht. War man nicht gerade noch in der Fußgängerzone gewesen?

Quengelige Ehemänner werden von ihren Frauen zwischen Stapel aus Stöckebündeln und vergoldeten Affen gezerrt. Immer wieder hört man den Ruf ,,Wo bist Du gerade?'', wenn man wieder ein Kind verlustig gegangen ist.

An der Kasse gibt es Mausefallen, in die man Geldscheine zum Verschenken einklemmen kann (,,Mäuse'' -- verstehste?). Ich bin aber schon ziemlich durchgewalkt von meinen Erlebnissen hier und halte die Dinger irrtümlich für echte Mausefallen und empfinde ihren Aufdruck ,,Viel Spaß damit!'' als ein klein wenig zynisch.

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Vor dem Kino esse ich einen Flammkuchen im ,,Ocho'' nahe des Hauptbahnhofes. Der Teig ist extrem bröselig, der Geschmack ist aber sehr gut, denn der Koch hat mit dem (echten) Feta nicht gegeizt.

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In der Hölle spielt man Lounge-Musik.

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Regen. Herbst. Grau. Die Blume der Melancholie öffnet ihre Knospe.

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Montagmorgen. Schlecht aus dem Bett gekommen, aber das Wochenende war auch etwas wirbelig mit einem Kinobesuch einem spontanen Homekneiping per Video und einem gestrigen Besuch der Burg Linn in Krefeld. Da habe ich gemeinsam mit einem Freund an zwei Schreibworkshops des Autoren Robert Corvus teilgenommen. Die waren sehr gut und ich konnte ein paar Dinge mitnehmen. Abends war ich ganz schön platt und bestellte mir mein schon fast schon traditionelles Abendmahl beim China-Restaurant meines Vertrauens. Beim Mampfen sah ich ,,Deadpool 2'' und fand den Film ziemlich witzig.

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Am Nachmittag wurde der Angstknoten in meiner Brust immer größer und zog sich dann schmerzhaft zusammen. Ich konnte mich mit Arbeit ein wenig ablenken. Nach dem frühen Feierabend half ein Spaziergang. Danach habe ich versucht, ein wenig zu schreiben, bis dass der Thronfolger vorbeikam.

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Dank des Versagens unserer Politik werden die Kinder jetzt erfolgreich ,,durchseucht''.. Ich bin mehr als dankbar, dass mein Thronfolger durchgeimpft ist.

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Am Montagabend kam der Thronfolger auf Pizza und Serie vorbei. Das hat gegen Angstknoten geholfen. Leider rumorte in der Nacht die Pizza im Bauch und der Darm stellte auf Durchzug. Dienstagmorgen vom Topf aus krank gemeldet.

Natürlich sind in der Nacht Armeen von Gedanken durch meinen Kopf marschiert und so langsam entsteht in mir der Entschluss, in Sachen Herzeleid mutiger zu werden.

Sammelpost 021

Der Nachtschlaf war ein wenig besser, aber trotzdem um drei Uhr morgens mehr oder weniger vorbei. Immerhin habe ich es um halb sieben aus dem Bett geschafft. Das ist ein Erfolg!

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Mittwochmorgen. Blauer Himmel. Es ist frisch. Bierdunst liegt über der Stadt.

Ein Vogel singt wie die Streicher in ,,Psycho''.

Der verwahrloste Mann fragt mich nach Kleingeld. Ich verneine. Er geht weiter. Der Reißverschluss seines Rucksacks ist kaputt, sodass dessen Klappe offen stand wie ein Mund.

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Den Tag über müde. Der Lieblingskollegin beim Bearbeiten der heutigen Artikel geholfen. Eine mehr oder weniger schlechte Nachricht hat meine Hoffnung auf eine vernünftige Datenquelle geschmälert.

Der Arbeitstag war trotzdem schön, denn wir haben zwischendurch immer mal wieder gequatscht.

Die Lieblingskollegin ist von einer verwirrten Frau aus Bayern angerufen worden (Letztere hat wohl einfach irgendwelche Durchwahlen ausprobiert). Die Dame aus Süddeutschland redete ohne Luft zu holen und wollte dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Folgendes ausrichten lassen (extrem gekürzte Kurzfassung): Wenn er in NRW mit den Flutfolgen so viel zu tun hat, könnte doch Horst Seehofer Bundeskanzler werden! Den Söder könnten sie in Bayern nicht abgeben, denn der wäre ja mehr so ein Lokalpolitiker.

Jeder von uns hat schon mal einen solchen Anruf erhalten, denn es ist vollkommen normal, dass verwirrte Menschen bei den obersten Behörden eines Landes anrufen um ihre Thesen loszuwerden oder um einfach ihren Frust loszuwerden. Dass sie ihre Wut auf irgendwelche unschuldigen Bibliothekarinnen und Bibliothekar loslassen, scheint ihnen dabei vollkommen egal zu sein.

Die Dame aus Bayern war aber freundlich und hat meiner Kollegin das Bundesverdienstkreuz an den Hals gewünscht.

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Donnerstag. Nachtschlaf hat sich wieder etwas verbessert. Ganz gute Laune, obwohl ich am späten Abend zuvor eine Fressattacke hatte. Das ,,Gefühlsbarometer'' bei meinem Psycho-Onlinedienst stellt sich immer mehr als gute Hilfe zur Selbstreflexion heraus.

Der Antrieb ist auch stärker.

Irgendwie ist es gut, dass ich heute Homeoffice habe. Allerdings fühlt sich dadurch der Donnerstag wie ein Freitag an.

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Leichter Regen geht über das Land.

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Nach dem Therapietermin am Mittag spontan auf dem Markt einen Backfisch gegessen.

Lecker!

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Den Arbeitstag habe ich gut rumgekriegt. Während der Coaching-Session via Telefon einige gute Anregungen für die Selbstfürsorge bekommen. Ich muss mir die unbedingt mal aufschreiben.

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Freitag. Nachtschlaf wieder etwas besser. Der Schlaf- und Nerventee vor dem Zubettgehen hat geholfen. Wirre Träume. Um sechs Uhr müde, aber guter Dinge aufgestanden. 

Die Fahrt zur Arbeit habe ich in einem ,,DB-Gebrauchtszug'' verbracht: Eigentlich ein stinknormaler Doppelstock-Regionalexpress, allerdings hätte eine Privatbahn fahren sollen.

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Freitagvormittag. Es ist ruhig. Selbst die Spammer freuen sich schon auf das Wochenende, denn nur eine einzige E-Mail von ihnen gammelt im Spamordner vor sich hin.

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Der Arbeitstag war irgendwie lang und ich war sehr müde. In der Mittagspause viel gelacht. Die letzten Minuten zogen sich wie Kaugummi.

Wochenende! Ich will Wochenende!

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Da der Thronfolger mit Kumpels unterwegs ist, haben wir uns auf Montag vertagt. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um die bayerische Woche im Finkenkrug auszuprobieren. Ich war allerdings schnell müde und ging früh heim.

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Samstag. Um neun Uhr relativ ausgeschlafen und gut gelaunt aus dem Bett gekugelt. Zum Frühstück Brote mit Tomaten aus dem elterlichen Garten. Es ist unglaublich, wie intensiv die Tomaten im Vergleich zu Supermarktware schmecken! Ich kann garnicht genug davon bekommen!

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Jörg Thadeusz interviewt den von mir sehr geschätzten Dietmar Wischmeyer zu dessen Roman ,,Begrabt meinen rechten Fuß auf der linken Spur''. Er zitiert daraus den Satz:

,,... aber von wegen: Der Ostgote verpisst sich lieber und brüllt sich in seiner Unterkunft die Hutze dicht.''

Ich muss fünf Minuten am Stück lachen.

Sammelpost 020

Montag. Natürlich wieder schlecht geschlafen, mich aber immerhin nicht darüber geärgert. Um halb neun aufgestanden und recht flugs ins Homeoffice gehüpft. Bald wird mein zweiter Homeoffice-Tag auf den Montag gelegt, da ich ja ,,nach dem Wochenende oft Anlaufschwierigkeiten'' habe. Das stimmt ja auch und deswegen bin ich froh.

Außerdem habe ich am späten Nachmittag noch eine Videokonferenz (wo ich aber eher nur zuhören muss) bis in den frühen Abend und da macht es nichts, wenn man etwas später anfängt.

Ehrlichkeits-Disclaimer: Solche Termine kommen bei mir recht selten vor.

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Das Wetter ist grau und trüb und immer wieder stürmt es. Der Herbst kommt bald und das mag ich. So schön und wohltuend die Sommersonne ist, so macht mir ja häufig die Hitze zu schaffen.

Nun wird alles ein bisschen ruhiger.

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Dienstag. Wieder nicht gut aus dem Bett gekommen, aber immerhin gut gelaunt aus dem Bett gehüpft. Die Sonne scheint. Der Zug (nicht von der DB) kommt pünktlich und ich muss wohl mehr über meine ,,Gefühle-Gedanken-Kreisläufe'' nachdenken, die mich nachts wach halten.

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Man liest immer wieder auf Schildern (und vor allen Dingen ausgedruckten Zetteln) so Dinge wie:

,,Aus versicherungstechnischen Gründen bitte das Fenster nicht öffnen!''

Was ist eigentlich ,,Versicherungstechnik''? Kann man das studieren?
,,Ich habe in Greifswald 8 Semester Versicherungstechnik studiert.''

Was machen Versicherungstechniker? Messen die Fenster und Türen aus?
Sind das Vermessungstechniker der Versicherungsbranche (,,Das darf da nicht stehen! Wegen der Versicherungstechnik!'').

Noch immer gibt es Wunder in unserer Welt ...

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Zwischen Flutopfern und Blutopfern steht nur ein einziger Buchstabe.

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Letztens habe ich Geld für die Flutopfer gespendet und zwar über Vodafone via SMS. Ohne jetzt irgendwelche Zweifel sähen zu wolle, frage ich mich doch, wie diese Gelder verteilt werden und wieviel davon bei den Bedürftigen ankommt.

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Funfact: Die Wehrmacht hatte einen besonders kleinen (ferngesteuerten) Panzer im Einsatz. Weil er aus offensichtlichen Gründen nicht ,,David'' heißen konnte, nannte man ihn wohl einfach ,,Goliath''.

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Als ich heute in der Bäckerei mit einem 50-Euro-Schein bezahlen wollte, war die Bäckereifachverkäuferin nicht gerade in Wechselstimmung.

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Bevor ich heute die Bibliothek abgeschlossen habe, bin ich noch kurz an dem schönen Mottotisch zum 75jährigen Jubiläum von Nordrhein-Westfalen vorbeigegangen. Meine Kolleginnen haben sich damit sehr viel Mühe gemacht und in dieser unglaublichen Stille einer leeren Bibliothek bekam ich einen starken Anfall von Melancholie.

Dann machte ich das Licht aus.

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Auf dem Heimweg eine kleine Pause im Goerdeler Park gemacht. Daheim einen gigantischen Berg Altpapier zur Straße runter getragen. Bei uns wird nämlich wöchentlich das Altpapier abgeholt!

Dann noch eine halbe Stunde Youtube geguckt und ab ins Bett!