KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Montag, 06.07.2020

Mittelgut geschlafen. Mir träumte, im Garten meiner Eltern würden ,,Clementinenblumen'' wachsen, welche Insekten und anderen Tiere mit Gift ermordeten, die ihnen zu nahe kamen. Auf den flachen Pflanzen lagen kleine Haufen von Fliegen, Bienen und dicken, fetten Spinnen. Dem dicken und großen Eichhörnchen ohne Schwanz, welches im Garten herumtollte, machten die Todesblumen nichts aus.

Später bemerkte ich, dass unter dem Dache heimlich eine junge und sehr hübsche Frau wohnte und ich war mir nicht sicher, ob auch andere Leute sie sehen konnten.

* * *

Kurz vor neun Uhr aufgestanden (also sehr spät) und mich direkt an den Rechner fürs Homeoffice gesetzt. Ich habe diese Woche den Homeofficetag ja getauscht, weil heute der Schornsteinfeger kommt und die Gastherme kontrolliert.

* * *

Die Metadatendatei, die wir jeden Tag bekommen, ist seit ein paar Tagen Murks. Bis die Firma, welche das Programm für die Metadatendatei programmiert, eine Lösung gefunden hat, muss ich jede händisch nachbearbeiten. Mpf.

Außerdem sollte jeder Mensch hundertmal hintereinander schnell ,,Metadatendatei'' sagen.

* * *

Ich sitze unglaublich gerne auf meinem kleinen Balkon. Leider habe ich dort nur einen äußerst billigen Plastikstuhl stehen und wenn ich die schöne Bank auf dem Balkon von Frau Kaltmamsell sehe, dann ärgere ich mich, dass ich gestern nicht einfach auch einen feinen Gartenstuhl mitbestellt habe.

* * *

Google Play Music wird eingestellt und das ist sehr schade. Ich fand diese Möglichkeit, die eigenen Lieder bei denen hochzuladen und von dort zu streamen, aber bequem Playlisten offline zu speichern, immer toll. Ein Abo hatte ich nie, aber einzelne Lieder und Alben habe ich dort gerne gekauft. Von Youtube Music, welches Play Music ablösen soll, liest man allerdings nicht viel Gutes. Vielleicht wird's ja Zeit, weiter zu ziehen. Gibt es einen schönen MP3-Player für Android mit Dropbox-Anbindung? Dann könnte ich dort meine Musiksammlung lagern.

Wieder ein nerviges Projekt. Früher mochte ich es ja, mir ganz viele Apps zu installieren und auszuprobieren, aber inzwischen geht mir so eine Suche auf den Keks.

* * *

A propos Keks: Heute aß ich zum ersten Mal Dosenbrot. Das hatte ich mal irgendwann als Reserve gekauft (weil: Lange haltbar) und heute war es dann soweit und ich habe die Dose geöffnet. Das Schwarzbrot darin war rund und schmeckt ganz gut.

* * *

Weiter aufgetautes Gulasch gegessen. Wirklich lecker, was ich da vor einigen Monaten zusammengerührt habe! Das Essen wir für ein paar Tage reichen.

* * *

Um 14 Uhr ein richtig ordentlicher Regenguss. Die Pflanzen jubeln und wackeln mit den Köpfen. Aus dem Guss wird ein Oberguss und aus dem Oberguss der Endgegner. Das Wasser springt förmlich aus den Regenrinnen und das Plätschern wird lauter und lauter.

* * *

Feierabend und ausgedehnte Einkaufstouren in Supermärkte. Inzwischen habe ich mich für die App ,,Cloud Beats'' entschieden und begonnen, meine Musiksammlung bei Google Play Music herunterzuladen und in die Dropbox zu packen. Das ist mühsam.

* * *

Ich höre seit ein paar Jahren seltener Musik, denn Musik berührt mich ganz tief und ich weiche dem Schmerz dort aus. Aber nun höre ich und höre und später am Abend sitze ich vor dem PC und die Tränen kommen hoch und der Schmerz und die Scham und der Ekel, aber es muss ja sein. Die Gefühle müssen da sein.

* * *

* * *

Das Herz ist schwer und tut weh. Erinnerungen über Erinnerungen.

* * *

Abends lassen die Emotionswellen wieder nach. Sehr müde. Ich lege mich in die Badewanne und lese ein wenig. Dazu Gebäckstangen.

Sonntag, 05.07.2020

Heute ist wieder #WMDEDGT und was das ist, kann man hier nachlesen.

* * *

Ich hätte schon um sechs Uhr aufstehen können, bin aber noch bis acht Uhr eingeschlafen.

* * *

Mir träumte, wir würden einem Penthouse wohnen und hätten ,,Besuch'' von vielen Leuten, besonders Österreicher. Einer wollte ein altes HP-Laptop für uns einschicken, andere redeten durcheinander und sahen einen seltsamen Kunstfilm im Fernsehen. Die Prinzenmutter lag deprimiert im Bett und ich wurde wütend, weil ich mich um alles alleine kümmern musste. Außerdem: Wer waren die Leute eigentlich und was wollten die hier? Eine junge schwarze Frau brachte mich dann mit einer passenden Frage (die ich leider vergessen habe) auf die richtige Idee und ich schmiss alle aus der Wohnung. Einige ,,Gäste'' musste ich noch regelrecht einfangen und als ich die Leute aus der Wohnungstür schob, wollten auch noch welche hinein. Also musste ich sehr feste schieben. Als alle weg waren, bin ich mit Freund A. geflohen. Wir haben uns einer Burlesque-Bar versteckt, wo ein älterer Herr mich ansprachen und mich fragte, welche zwei Eltern Nitroglyzerin denn habe. Ich antwortete, dass Nitroglyzerin eine heterogene Flüssigkeit sei (was übrigens nicht stimmt …) und er freute sich sehr darüber.

* * *

Nach dem Aufstehen erst einmal an den PC und ein bisschen die Feeds leer gelesen.

* * *

Frumpy How The Gypsy Was Born war mir bis dato völlig unbekannt und ich muss sagen: Wow!

* * *

Ich überlege, was ich heute Essen soll. Vielleicht vergrille ich die letzten eingefrorenen Nackensteaks aus wahrscheinlicher Tönnies-Produktion (ich bin jetzt jetzt auf Fleisch aus meiner Heimat umgestiegen). Oder ich taue was auf. In meinem Tiefkühler ist nämlich noch so eine Tupper-Box mit eingefrorenem … keine Ahnung, was. Freitagnacht ist mir nämlich aufgefallen, dass ich seit dem Morgen nichts mehr gegessen hatte und so kochte ich ein paar Nudeln und taute eine Portion Gulasch auf. Das war saulecker und nun könnte ich die Tiefkühlvorräte noch ein wenig reduzieren. Bald habe ich nämlich frei und will in der Zeit häufiger Kochen und da werden sicher wieder einige Reste im Tiefkühler landen.

* * *

Draußen ist es trüb und dunkel. Hoffentlich lasse ich mich von der Stimmung nicht anstecken!

* * *

Bei Kiki hat ein Cookiebanner-Plugin das Blog stottern lassen und ich bin klammheimlich (naja, eher doch nicht so klammheimlich!) darüber froh, dass mein Blöglein überhaupt keine Cookies setzt.

Allerdings macht Kiki auf ihrer Seite natürlich viel mehr als ein kleines, persönliches Blog wie ich und da kommt um Cookies natürlich nicht herum.

* * *

Was der Kiezschreiber schreibt:

(Zitat) Unsere Erfahrungen sind zu 99 Prozent medienvermittelt und deswegen sehen wir häufig nur, was wir vorher in den Medien gesehen haben. Der griechische Kellner mag den ganzen Abend durch die Taverne rennen, er bleibt für uns der verträumte Lebenskünstler, der am liebsten an der Mole sitzt und den Fischerbooten nachschaut. Das italienische Zimmermädchen macht in Rekordzeit fünfzig Hotelbetten, aber wir beneiden sie um ihr unbeschwertes Dolce Vita in Venedig. Rassismus und Sexismus sind nur Facetten aus dem Kosmos unserer Vorurteile. (/Zitat)

* * *

Von den drei billigen Stühlen, die ich mit der Wohnung übernommen habe, ist nun am Wochenende der zweite unter meinem Gewicht zusammengekracht. Die Konstruktion dieser Stühle ist eine sehr dumme: Dünne Metallröhren, die unter die hölzerne Sitzfläche geschraubt wurden und die sich so weit spreizen, dass die Hauptlast des Gewichts auf dem Teil unter der Sitzfläche lastet, anstatt sie (die Last) zu verteilen. Die Folge: Das Metall verbiegt sich und reißt die billigen Schrauben aus dem billigen Holz.

Da ich momentan noch weniger Lust auf Möbelhäuser habe, überlege ich, ob ich mir nicht einfach zwei Stühle bestellen soll. ,,Was kann man bei Küchenstühlen schon groß falsch machen?'' denke, ich schaue auf das Häufchen Stuhl-Elend in meine Küche und seufze.

* * *

Es ist drückend und unangenehm. Als ich kurz mal zur Packstation gehe um meinen LAN-Switch abzuholen, läuft mir die Suppe nur so herunter. Müde und schlapp.

* * *

Spontan bei IKEA zwei Vollholzstühle bestellt. Die halten hoffentlich was aus! Die Stühle sollen während meines Urlaubes geliefert werden. Das wäre ja passend.

* * *

Mit Freund O. telefoniert. Der heilfastet gerade und macht so vieles richtig wie ich sie falsch mache. Allerdings motiviert mich das Telefonat, selber wieder die Kurve zu kriegen.

Trotz des Telefonats Reste aus dem Tiefkühler vergrillt, danach podcasthörend auf dem Balkon gesessen.

Samstag, 04.07.2020

Laaange geschlafen.

* * *

Mit dem Thronfolger und einem guten Kumpel von ihm im ,,Finkenkrug'' essen gewesen (Burger).

Danach noch ein wenig auf dem Balkon gesessen und früh zu Bett gegangen.

Freitag, 03.07.2020

Mittelgut geschlafen. Träume sehr wirr. In einem holte mein Vater mich mit dem Auto ab und raste aggressiv mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch unser Heimatdorf (Disclaimer: Das würde er im echten Leben niemals tun — er ist ein sehr ruhiger und besonnener Autofahrer!). Ich bekam es mit der Angst zu tun und rief immer wieder ,,Wir sind zu schnell! Wir sind zu schnell!''. Die Einfahrt zum Elternhaus verpassten wir, so schnell fuhren wir. Mein Vater wendete in der Kurve ein Stückchen weiter und beim nächsten Mal klappte es.

Ein weiterer Traum war von erotischer Natur und hatte eine bekloppte Prämisse und es kam eine mir unbekannte Person darin vor. Ich mag den Traum aber hier nicht aufschreiben.

* * *

Gestern Abend aß ich noch eine asiatische Tütensuppe (,,Kimchi-Art''). Die Gewürze, Geschmacksstoffe und die Schärfe brachten meinen Verdauungstrakt durcheinander (vielleicht deswegen die wirren Träume). Am Morgen dann … wie drücke ich es am besten aus? … hätte ich die ,,Hindenburg'' füllen können.

* * *

Sicher wird bald die Bundeswehr in und um Gütersloh um Amtshilfe gebeten: Die Zahl der Schweine in den Ställen steigt und steigt und deswegen sollten Soldaten sie schlachten und zerlegen — zum Schutz vor Corona im Vollschutz.

DAS SPICE MUSS FLIESSEN!!!

* * *

Caasn stellt am Morgen die richtige Frage.

* * *

Auch der Kiezschreiber tut das seinige dazu

* * *

Ich habe für das neue, teure und kostbare Smartphone jetzt drei Hüllen: Eine originale von Samsung (welche aber die ,,curved edges'' ungeschützt lässt), eine Silikonhülle mit Kantenschutz und eines aus robustem Kunststoff und einem weichen Innenfutter.

Das Smartphone soll es ja auch schön warm und gemütlich haben.

* * *

Spaß mit Reddit

* * *

Zum Feierabend rief mich Freund Th. an und wir haben geredet und gemeinsam Bier getrunken, später Musik gehört. Leider konnten wir uns nicht persönlich sehen, aber so war es auch schön. Allerdings wurde es sehr, sehr spät.

Donnerstag, 02.07.2020

Ganz gut geschlafen. So langsam wird es besser mit den Nächten. Mir träumte, ich wohnte in einer großen Wohnung an einem See und der Thronfolger war bei mir als Kleinkind, denn seine Mutter war verreist. Freunde waren zu Besuch und brachten weitere Freunde mit und es war fröhlich und lustig.

Einige der Gäste waren in der Kreativbranche tätig und einmal gab mir einer eine Kunststoffflasche, die bunt bedruckt war. Es hätte in Duschgel sein können oder ein Shampoo oder ein Energydrink. Ich fragte, was das sei und man nannte mir einen Namen, mit dem ich nichts anfangen konnte. Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass es um das Design der Flasche ging. Mir war es zu anstrengend.

Mit dem Thronfolger ging ich dann zum See und wir beobachteten Unterwasserschmetterlinge und Schlamm-Aaale. Dann fiel mir ein, dass ich ja noch zur Arbeit musste! Ich konnte meinen kleinen Sohn aber nicht alleine lassen! Wir packen eine Strandtasche mit Spielzeug voll. Dann wachte ich auf und mir wurde bewusst, dass mein Sohn ja schon alt genug ist, dass er auch mal tagsüber alleine bleiben kann. Seine Mutter kam vorbei und der Thronfolger machte uns eine Creme.

Dann bin ich wirklich aufgewacht.

* * *

Aufgestanden um sieben Uhr. Die Morgendusche hat sehr schön wach gemacht. Im Büro um halb neun angekommen. Stimmung gut.

* * *

König Klappstulle. Eine schöne Geschichte.

* * *

Mit Schweigen zuge­deckt. Die Navajo Nation und der Nukle­ar­un­fall von Church Rock

Neues Wort gelernt: Umweltrassismus.

* * *

Arbeit anstrengend. Keller kontrolliert, da es wohl am Abend vorher einen Pumpeinsatz der Feuerwehr gegeben hat. Zum Glück sind unsere Bestände nicht betroffen. Mittags Pizza mit den Kolleginnen. Lecker und lustig. Dummerweise gab es bei unserem täglichen Datenbankimport mal wieder einen Fehler, den ich auch nicht mit Hilfe des Datenbankmenschen finden konnte. Morgen geht es weiter.

* * *

Christian macht ein Angebot und es würde dem ,,Bildungsstandort NRW'' sicher gut tun, wenn es jemand annehmen würde. Ernst gemeint.

* * *

Impfgegner im Mittelalter

* * *

Die Menge der Menschen, die in der Bahn keine Maske tragen, nimmt langsam aber sicher zu.

* * *

Daheim viel telefoniert und das Wochenende geplant. Mit dem Thronfolger und einem Kumpel werde ich am Samstag wohl essen gehen und so sehe ich ihn vor seinem Urlaub wenigstens noch einmal. Später dann wieder auf den geliebten kleinen Balkon und den Schwalben zugesehen.

Abends am Himmel die Wolken wie Krallen.

Mittwoch, 01.07.2020

Eigentlich hätte ich sicher gut geschlafen — wenn nicht die Jungs über mir wieder gefeiert hätten. Musik war leise und auch ihr Gesang (kein Gegröle!) war nicht schlimm. Leider polterten und rummsten wieder Jungmännerfüße über mir herum. Schlaf irgendwann ab zwei Uhr, zum Teil auf dem Sofa. Bis kurz vor fünf immerhin fester Schlaf.

* * *

Mir träumte, Kollegin J. und ich wären Praktikanten bei einem Kammerjäger und wir wurde zu einer Wäscherei mit Schädlingsbefall gerufen. Während der Chef irgendwelche Vorgespräche führte, saßen J. und ich in einem Pausenraum. J. tippte auf einem Laptop herum. Aus Langeweile sah ich mich um und fand die Schädlinge: Kleine Käfer, die ein bisschen wie Wanzen aussahen, krabbelten in großer Zahl auf dem Fußboden herum. Es war irgendwie ekelig, aber nicht beängstigend. Der Chef kam hinzu und war ganz begeistert: Solche Insekten hatte er noch nie gesehen! Begeistert schauten wir uns die Tiere an: Die liefen und krabbelten gerne im Kreis und der Chef wies mich darauf hin, dass die Käferwanzen von einer Art Pilz befallen waren. Größere Tiere wie Spinnen und sogar kleine Mäusche fingen und fraßen die Wanzenkäfer in großer Zahl. Trotzdem wurden es nicht weniger und sie bildeten einen Strudel und liefen im Kreis, im Kreis, im Kreis.

An die Bekämpfung dieser wundervollen Geschöpfe dachte niemand mehr.

* * *

Gegen acht Uhr auf der Arbeit angerufen und bescheid gesagt, dass es heute später wird. Das müssen wir zwar nicht tun, es ist aber kollegialer.

* * *

Noch sieben Tage und der Rest von heute und ich habe zwei Wochen frei! Innerhalb meines Urlaubes liegt auch mein Geburtstag und da wird mich (hoffentlich) mein guter Freund O. besuchen und er und der Thronfolger und ich werden fein essen gehen. Ich schreibe ,,hoffentlich'', da es jetzt auch in Duisburg Neuinfektionen gibt.

* * *

Nordrhein-Westfalen ist laut unserer Führung ein Land der Küchenbauer. Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit, wo jedes Jahr Küchenbauerfest gefeiert wurde: Die Straßen waren mit Girlanden geschmückt und wir Kinder sind mit selbstgebastelten Einbauküchen auf Handwagen durch das Dorf gefahren und haben Lieder gesungen und bekamen dafür Süßigkeiten geschenkt. Am Küchenbauerdenkmal in der Ortsmitte gab es auch alle paar Jahre eine kleine Kirmes mit Musik und Tanz.

Wie gut, dass die Möbelgeschäfte so früh wieder öffnen durften!

* * *

Die Datenbankmigration ist abgeschlossen und ich bin froh.

* * *

Am Nachmittag sitze ich wieder alleine in der stillen Bibliothek und lese etwas zum Urheberrecht. Zwischendurch hat es geregnet und nachdem der Regen nachließ, sind viele Kolleginnen und Kollegen schnell in den Feierabend entfleucht. Der Parkplatz im Innenhof ist fast leer und die Stille ist ein leises Brummen. Ich werde wie immer in solchen Situationen melancholisch.

* * *

Der lustigste — und spannendste — Twitter-Thread seit langem.

(Via Kiki)

* * *

Yellow Submarine. Mein ewiger Ohrwurm.

* * *

Heute Morgen habe ich wieder spontan den AlphaSmart 3000 eingepackt und wenn ich ihn so sehe, vermisse ich das Chromebook und wenn ich das Chromebook im Zug auspacke, vermisse ich den AlphaSmart 3000. Beides gleichzeitig ist zu viel und zu schwer, denke ich. Der AlphaSmart ist unschlagbar für unterwegs zum Schreiben im Zug oder auf einer Parkbank oder in der Straßenbahn (sic!). Dafür ist das Übertragen der Texte ein extra Arbeitsschritt und leider hat die Tastatur über die Jahre (17 müssten es sein) schon ein wenig gelitten. Das Chromebook muss nur mal kurz online sein und schon sind die Einträge via Google Drive synchronisiert und ich kann meinen Blogeintrag auch von ganz verschiedenen Geräten schreiben und ändern. Auch kann ich unterwegs eigentlich nur auf dem Chromebook an meinen Roman schreiben, weil ich ja den bereits geschriebenen Text benötige.

Irgendwie ist es schön, wenn man sich nicht zwischen zwei tollen Möglichkeiten entscheiden kann!

* * *

Noch sieben Arbeitstage und der Rest von heute und dann ist Urlaub!

* * *

Ach, für die Fotos, die ich hier ins Blog packe, suche ich eine einfache PHP-Anwendung als Bildergalerie für meinen Webserver. Kennt ja jemand etwas? Man müsste es ohne Docker installieren können, darf ruhig eine Datenbank haben (habe genügend noch frei) und ich möchte dort Bilder hochladen (Ach!?), diese mit Zusatzdaten wie Titel, Schlagwörtern und Beschreibungen versehen und schlussendlich hier im Blog einbinden. So eine Art Mini-Flickr. Vielleicht teste ich mal Lychee.

* * *

Beim Schreiben des letztens Absatzes ein heftiges Déjà-vu gekriegt.

* * *

Was bei stillem Taxi-Alarm zu tun ist

* * *

Wenn es in der Nachbarschaft brennt

Eine Nachbarschafts-Posse.

* * *

Lange im Büro. In Düsseldorf Plädderregen mit Schwemm-Andrang. In Duisburg blieb der Boden trocken. Vor dem König-Haus hielt mich ein mittelschwer angeschickerter Herr an. ,,Geschwindigkeitskontrolle!'' sagte er und zog an seiner Zigarre. Vor ihm ein Weizenbier und ein dunkler Kurzer. Er habe sich mal ein paar Bier gegönnt, meinte er. Nun könne er aber die Geschwindigkeitsangaben in seinem Helm nicht mehr lesen und er müsse gegen die untergehende Sonne schätzen. Ich sprach kurz mit ihm und ging dann weiter, an seinem Motorroller vorbei, auf dem eine solargetriebene Hula-Hoop-Tänzerin ihre Hüften schwang.

* * *

Daheim Balkon. Schwalben flogen. Kein Regen.

Dienstag, 30.06.2020

Gestern Nacht konnte ich wieder nicht Einschlafen. Obwohl ich schön müde war und auch keine schlimmen Gedanken in meinem Kopf herumspukten, wollte der Schlaf nicht kommen. Auch hatte ich wieder Ziegelsteine im Kopfkissen. Will meinen: Irgendwie hat immer etwas genervt. Ein Geräusch oder ein Haar oder eben das Kissen. Sicher habe ich zwischendurch auch mal geschlafen, aber die meiste Zeit war ich wach. Vielleicht sollte ich auch mal so eine Schlafüberwachungsapp ausprobieren.

* * *

Aufgestanden um kurz vor fünf Uhr. Einigermaßen klar gekommen. Das Chromebook und den Alphasmart eingepackt, damit ich sowohl für das Blog als auch am Roman schreiben kann. Keine ideale Lösung, aber ich teste einfach mal alles aus: Der Alphasmart ist ideal für das Schreiben unterwegs und zwischendurch, für den Roman brauche ich mindestens das Chromebook, damit ich den bisher geschriebenen Text dabei habe.

* * *

Die erste richtige Entscheidung des Tages: Jäckchen und Halstuch anziehen, denn es ist doch wenig frischer geworden. Allerdings scheine ich momentan eine unglaubliche Wärme auszustrahlen. Dazu tut noch der Rücken weh. Hängt vielleicht alles zusammen?

* * *

Mir träumte von einem Menschen, der sich gegen einen heldenhaften Gott auflehnte. Er wurde vom Gott gedemütigt: Weil er des Gottes Weib angeschaut hatte, wachte der Mensch eines Morgens auf und war Teil eines Zauns. Später dann eskalierte der Streit und der Gott wollte den Mann ausweiden. Doch der Mann wehrte sich nicht — vielmehr lud er den Gott noch dazu ein. Es stellte sich heraus, dass das alles Teil eines perfiden Plans zur Vernichtung des Gottes war.

Es kamen auch weibliche Schutzgeister der Menschen vor, die ,,Phrygen'' hießen und die Einhaltung der Regeln durch Menschen und Götter überwachten.

* * *

Im Büro fällt mir auf, dass ich meine Bildschirmbrille zu Hause vergessen habe. Dieser Tag wird also besonders anstrengend werden …

* * *

Ein kleiner Trost: Heute bin ich sehr früh auf der Arbeit (06:15 Uhr) und habe Ruhe und Muße und es ist schön ruhig im Dienstgebäude. Der Kaffee dampft und durch das offene Bürofenster strömen frische Luft und das Gurren der Tauben. Der Tag kann beginnen!

* * *

Pläne-Popäne! Eigentlich wollte ich heute Mittag mit dem Chromebook ,,irgendwie raus'' und in der Pause ein bisschen weiter schreiben. Aber dann haben mich meine Kolleginnen gefragt, ob ich nicht meine Mittagspause vorziehen könne (ich mache eh immer recht früh Pause), damit sie mit einem Kollegen zusammen Essen gehen könnten. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt und bin um halb zwölf in die Kantine, denn mit so einer Uhr im Kopf möchte ich nicht meine Pause außerhalb des Dienstgebäudes verbringen. Vielleicht schreibe ich dann heute Abend ein wenig, wenn mir noch Kraft dafür bleibt.

* * *

Beim Migrationsprojekt sind wir einen großen Schritt weiter und wir können den Host nun ansprechen (,,Hallo Host! Bis Du öfter hier?''). Komischerweise hat sich das lokale Programm immer wieder geweigert, die Angabe für den Port zu übernehmen und da unser Dienstleister sich auf einen Nicht-Standard-Port kapriziert hat, liefen die Testläufe mit der im Programm eingebauten Testroutine ins Leere (bzw. wurden die Anfragen von der Firewall geblockt). Nun saß ich vor der Anmeldemaske und dachte mir: ,,Wer sagt mir eigentlich, dass die Testroutine wirklich das selbe tut wie das Programm bei der Anmeldung? Vielleicht geht der Hersteller ja davon aus, dass eh die SQL-Standardports verwendet werden?''

Sprach's, tippte die Login-Daten ein und war flugs mit der migrierten Test-Datenbank verbunden!

Zwar möchte angesichts dieses Bugs (die Testroutine testet nicht die Eingaben, sondern etwas anderes …) meine Stirn die Tischplatte malträtieren, aber die Freude über den Erfolg überwiegt (und der Stolz darüber, dass ich den Fehler gefunden habe!).

* * *

Es ist Mittagspause und ich bin müde. Heute müssen wir natürlich noch das Zusammenspiel zwischen Programm und migrierter Datenbank testen und da sind da noch so einige andere Dinge zu erledigen. Trotzdem hoffe ich auf einen frühen Feierabend und auf Schlaf in dieser Nacht. Während am Düsseldorfer Himmel Klumpenwolken am Fernsehturm vorüberziehen, kommt in mir der Verdacht auf, dass die Schlaflosigkeit der letzten Nacht mit einer späten Dusche zusammenhängen könnte. Mich machen Duschen (also die Tätigkeit des Duschens — nicht die Nasszelle an sich) ja eher wach. Vielleicht sollte ich mal die Kombination ,,Abends Lappen — morgens Brause!'' ausprobieren.

* * *

Daheim mit den Eltern telefonierung und versucht, ein Schutzglas auf dem neuen Smartphone anzubringen. Leider stört der Kleber den Fingerabdrucksensor, also muss ich wohl oder übel mit der Displayschutzfolie (nicht: Transportschutzfolie) vorliebnehmen. Eigentlich ist das nicht so meine Art, aber ich fange an, die Tage bis zum 14 tägigen Urlaub runter zu zählen. Noch 8 Tage und der Rest von heute und ich habe einfach mal frei!

* * *

Nun liegen schon ein paar Tage Blog auf dem Alphasmart und ich bin nicht dazu gekommen, sie auf den PC zu übertragen. Vielleicht sollte ich doch lieber wieder das Chromebook für das Bloggen nutzen.

* * *

DISKUSSION: Die Kolumne über Lehrer*innen, die keiner drucken möchte | Bob Blume eine lesenswerte Kolumne, empfohlen von Christian.

Dazu passt auch noch sein Kommentar:

(Zitat) Schon 20 Jahre nach Platzen der ersten dotcom-Blase und vierundzwanzig Jahre nach Beginn der Initiative Schulen ans Netz bekommen Lehrerinnen jetzt einen Computer. (/Zitat)

hbml

* * *

(Zitat) Flesch unterwegs mit der Leiche (/Zitat)

Dieser Satz könnte auch für sich alleine stehen.

* * *

Noch schön auf dem Balkon gesessen.

Montag, 29.06.2020

In der Nacht nach je einer Stunde Schlaf aufgewacht. Dann wieder irgendwann eingeschlafen. Den Nerven ging es aber recht gut.

* * *

Mein Traum wurde durch die Wachphasen immer wieder unterbrochen, doch fast jedes Mal wieder aufgenommen.

Mir träumte, Kollegin M. und ich seien Kriminalbeamte und unser Land NRW hätte uns nach Bayern für ein Ski-Event ausgeliehen. Dort in den Bergen angekommen, regelte M. den Papierkram, während ich in einem kleinen italienischen Restaurant Nudeln aß. Später kam M. dazu und es stellte sich heraus, dass das Restaurant zu dem Hotel gehörte, in dem wir logieren sollten. Erst als wir zu unseren Zimmern aufbrachen, fiel mir die gut bestückte Bierkarte des Restaurants auf, doch es war schon ein wenig spät und ich zottelte hinter M. her. Es stellte sich heraus, dass unsere Zimmer nebeneinander lagen und eine Verbindungstür hatten. Als ich bereits meinen Schlafanzug an hatte, wollte ich doch noch schnell rüber ins Restaurant, um ein Bier zu holen, doch M. wollte lieber für mich gehen. Sie verschwand und als sie mit einem Glas in der Hand wiederkam, hatte ich beim Blick in den Kleiderschrank eine Vision: Zwei Frauen — eine dick, die andere schlank — würgten eine dritte Frau, die jung war. Wie im Wahn lief ich los, denn ich war sicher, dass gerade ein schlimmes Verbrechen verübt wurde. Bald wurde ich in einem Zimmer einen Gang weiter fündig: Genau wie in meiner Vision würgte die zwei Frauen die dritte in einem Kleiderschrank, während am Boden ein Mann und ein Junge gefesselt lagen. ,,Hol' schnell Deine Dienstwaffe!'' stammelte ich zu M. ,,Hier geschieht ein Verbrechen!'' — ,,Das will ich wohl meinen!'' rief da der gefesselte Mann.

Den Rest überließen wir der örtlichen Polizei.

Am nächsten Morgen wollten wir unseren Dienst an der Piste antreten, doch die Menschen interessierten sich nicht die Bohne für den Wintersport: Alle starrten in den Himmel, wo eine Sternschnuppe nach der anderen gut sichtbar über das Firmament zog. Einige Sternschnuppen änderten die Richtung und schlugen direkt in unserer Nähe ein.

,,Nicht hingehen! Bleiben sie zurück!'' rief ich, doch ein Junge (der Gefesselte von gestern Abend?) lief zur nächsten Einschlagstelle. Kaum war er am Rand des kleines Kraters angekommen, da kam ein Außerirdischer mit großem Kopf aus dem Loch und packte den Jungen. Das Alien zerrte das sich windende Kind auf einen Schlitten und floh. Ich zog meine Waffe und lief hinterher. Da sich der entführte Junge heftig wehrte, konnte der Außerirdische nicht so recht beschleunigen und ich holte ihn ein. Als ich in der richtigen Position war, schoss ich dem Alien in den Kopf. Noch während ich den Jungen befreite, rief ich über meine Schulter hinweg M. zu: ,,Informiere die Zentrale! Wir brauchen Verstärkung! Wir brauchen mehr Feuerkraft!''

Ein paar Monate später waren wir noch immer in Bayern in den Bergen und leisteten Widerstand. Die meisten Ansiedlungen der Menschen waren zerstört und wir kämpften verbissen um jeden Felsen, jede Weide, jeden Wald. Einmal fuhren wir aufgesessen auf einem alten Transportpanzer über eine Wiese. Meine Begleiter waren meist ehemalige Polizisten und alle waren mit Sturmgewehren bewaffnet. Es war ein ungewöhnlich warmer Frühlingstag und die Kameraden hingen ein wenig übermüdet in den Seilen. Da tauchte plötzlich eine Marschkolonne von Bundeswehrsoldaten vor uns auf. Der Panzer hielt und die Kameraden jubelten: Endlich Verstärkung!

Ich jedoch hatte wieder eine Vision: Durch die Flecktarn-Uniformen sah ich verschwommen Hände mit drei sehr langen Fingern und großen Köpfen mit dicken Glubschaugen. Ich zögerte nicht: ,,Aliens!!'' schrie ich, hob mein Gewehr und begann zu Feuern. Die Illusion der Außerirdischen begann zu flimmern und barst in tausend Sterne, als die ersten Aliens fielen. Eine Schrecksekunde später stimmten meine Kameraden in das Feuer ein. Das schwere MG des Panzers belferte los und in wenigen Sekunden lag die gesamte Kolonne des Feindes am Boden.

Doch der Feind hatte nicht genug und bald kamen über den Rasen durch Tarnung verschwimmende Außerirdische entgegen. Wir achteten nicht auf unsere Munitionsvorräte und schossen, was das Zeug. Glücklicherweise kamen uns noch zwei alte Kampfpanzer zu Hilfe, die man aus einem Museum geholt und wieder flott gemacht hatte.

Bald darauf packte ich in meiner Unterkunft (noch immer das Hotel) meine Sachen. Wir würden dem immer stärker werdenden Feind ausweichen und uns tiefer in den Bergen verstecken. Ich war gerade fertig, da kam M. zu mir und eröffnete mir, dass ich nicht mitkommen würde. Ich solle hinunter zum kleinen See gehen. Dort würde man auf mich warten. Ich schaute sie verständnislos an, gehorchte aber.

Am See erwartete uns eine Gesandtschaft einer Geheimorganisation, die unter Wasser versteckt eine neue Welt für die Menschen erschaffen wollte. Sie hatten dort unten eine ,,Realitätsmaschine'' gebaut und meine Aufgabe sollte es sein, mit ihr in die Köpfe der ,,hohen Lords'' der Aliens zu reisen und diese zu vernichten.

Wir stiegen in ein kleines Tauchboot und ich konnte M. nur noch einmal kurz zuwinken, bevor sich die Luke schloss.

Die Unterwasserstadt der Geheimorganisation war eine Ansammlung von Wundern für jemanden wie mich, der in den letzten Monaten nur ein zerstörtes Bayern hatte sehen müssen. Die Realitätsmaschine nahm mich auf und ich sah das Universum aus einer ganz anderen Dimension aus. Es wirkte auf mich in seiner Gänze wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer mit immer gleichen Strukturen, die im Sein selber hingen. Ich sah und verstand, wie alles zusammenhängt.

Leider habe ich das beim Aufwachen sofort vergessen.

* * *

Ein Stehcafé mit Sitzgelegenheiten. Aber es gibt nur Sachen ,,To Go''.

* * *

Die vielen, vielen ,,Mitarbeiter mit Werkvertrag'' in den Schlachthöfen von Tönnies und Co — ob die wohl alle die Corona-App installiert haben?

* * *

Der Arbeitstag war wieder sehr anstrengend, aber immerhin konnte ich auch mal wieder zur Universitäts- und Landesbibliothek, weil ein Buch für uns im Sonderlesesaal lag.

Das Migrationsprojekt ist noch nicht wirklich weiter, aber immerhin haben wir einen Fehler gefunden. Das wird zwar nicht der letzte Fehler sein (ich bot dem Kollegen sogar eine Wette auf den nächsten Fehler an), aber wenigstens ist das doch eine Art von Fortschritt.

* * *

Zum Feierabend Hunger im Bauch.

* * *

Daheim Toast auf dem Sandwichtoaster. Relativ hektisches Aufräumen. Sind wieder so viele Dinge in der Todo-Liste gelandet. Im Ohr die aktuelle Episode von ,,Sicherheitshalber''. Abends ein bisschen Balkon, Bart stutzen und früh ins Bett.