KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Kurz über das Bloggen mit der Schreibmaschine

Nun habe ich den dritten Eintrag geschrieben (er erscheint diesen Abend) und bisher macht es mir sehr viel Spaß. Mit der schweren mechanischen Tastatur komme ich immer besser zurecht, allerdings nervt es, dass die Sonderzeichen nicht dort sind, wo ich es gewohnt bin (ich schreibe blind mit zehn Fingern).

Bisher scanne ich die Seiten mit einem alten Dokumentenscanner ein und lasse über das PDF noch eine Schrifterkennung laufen. Das PDF kommt dann ins Archiv, während ich einen Export als jpg ins Blog hochlade. Da beim Export die Qualität des ohnehin nicht besonders guten Schriftbildes leidet, werde ich wohl damit anfangen, das Ursprungs-PDF separat hochzuladen und zu verlinken. Mal schauen, wie lange ich Lust auf diese Extra-Arbeit habe. ;-)

Was mir am Schreibmaschineschreiben so gut gefällt, ist dass die Maschine stumm und geduldig in der Wohnung steht und ich jederzeit (außer in der Nacht wegen des Lärms beim Tippen) darauf loschreiben kann, ohne extra ein Device zu starten oder hochzufahren. Auch gibt es beim Schreiben keine Ablenkungen durch das Internet.

Nur das Farband der alten Silver-Reed 500 ist nicht mehr das Beste und ich habe mir ein paar neue Bänder bestellt. Hoffentlich sind die bald da.

Einerseits habe ich ein wenig die Sorge, dass ich mir mit dieser Spielerei auch noch die letzten Leser hier vergraule -- aber auf der anderen Seite sind meine Lesefröschlein ja Kummer gewohnt. ;-)

Blogänderungen

Mir ist in der letzten Zeit mehr und mehr mein eigenes Blogstil auf die Nerven gegangen. Es wurde einerseits immer langweiliger, über meinen Nachtschlaf zu berichten und andererseits empfand ich das tägliche Befüllen mehr und mehr als Verpflichtung und weniger als Hobby.

Nun schreibe mich mehr und mehr kleine Beobachtungen in mein Notizbuch und gehe das regelmäßig nach Blogbarem durch. So kann ich ungefiltert aufschreiben, was mir so passiert und ich habe ein papiernes Backup im Bücherregal. Allerdings werden die Blogeinträge dadurch kürzer und deswegen werde ich mehrere Tage immer in einem Posting zusammenfassen.

Eine Wochenzusammenfassung wie ,,Alltägliches und Ausgedachtes'' ist vielleicht auch eine gute Idee.

Die erste Zusammenfassung erscheint in den nächsten Tagen.

Etwas ruhiger

Hier wird es in den nächsten Tagen etwas ruhiger, was das Tagebuchbloggen angeht.

Kein Grund zur Besorgnis -- ich organisiere mich nur gerade ein bisschen um und muss über ein paar Dinge Nachdenken.

Der Schneck

Seufzend trat der Mann seine Haftstrafe an. Zum Glück sollte sie nur wenige Wochen dauern – eine kleine Dummheit, begangen im Rausch:
Klirrendes Glas, eine geworfene Flasche, ein schreiendes Kind – das Übliche.

Außerdem war der Mann privat rechtschutzversichert und hatte Anspruch auf eine Einzelzelle in einem Privatgefängnis. Die nahm er auch in Anspruch.

Als er im Gefängnis anrief, um zu fragen, ob er auch sein Haustier mitbringen dürfe, dachte man in der dortigen Verwaltung, es würde sich um einen Hund oder eine Katze handeln und sagte zu. Der Mann kam aber nicht mit einem Hund oder einer Katze. Es handelte sich auch nicht um einen Wellensittich oder einen Goldfisch.

Es war der Schneck.

Der Schneck war eine ca. 1,5 Meter lange Nacktschnecke, hervorgegangen aus einer der zahlreichen Mutationen nach dem Assebruch. Die Justizbeamten ekelten sich sehr vor diesem Vieh, aber der Gefangene bestand auf seiner Absprache mit der Gefängnisverwaltung. Man fügte sich – schließlich war der Mann privat versichert – und kümmerte sich um frisches Gemüse und frischen Salat. Immer, wenn die Beamten die Zellentür öffneten, sahen sie sich vorsichtig um. Mal hing der Schneck an der Decke, mal an der Wand. Manchmal schmiegte sich der Schneck auch an den Gefangenen, einen der Fühler zu einem Ärmchen umgebildet, welches um sein Herrchen gelegt war. Die Beamten glaubten, ein leises Schnurren zu hören. Sie stellten das Essen schnell ab und machten sich dann davon.

So verging die Haftstrafe.

Eines Tages holte man den Mann aus seiner Zelle, gab ihm seine Papiere und entließ ihn. Vielleicht lag es an den Aushilfen, die an diesem Tag im Dienst waren, vielleicht lag es auch an dem Streß um diesen prominenten neuen Gefangenen – woran es auch immer lag:

Der Mann verließ das Gefängnis ohne den Schneck.

Der Schneck blieb einfach in der Zelle.

Die Putzfrau, die ihn entdeckte, wurde mit Cognac aus dem Büro des Direktors beruhigt. Man versuchte, den ehemaligen Gefangenen zu erreichen, aber dummerweise waren sämtliche Adressdaten vom ihm falsch: Telefonnummer, Adresse, Google-Accountname – alles nicht erreichbar! Die private Rechtsschutzversicherung gab auch keine Informationen heraus. Der Grund: Datenschutz.

Was also tun mit dem Tier?

Der Tierschutzverein fühlte sich nicht zuständig. Eine Schnecke sei kein richtiges Tier, meinte man dort, außerdem wolle “sowas” eh kein Mensch haben. Ein paar Justizbeamte plädierten dafür, die Zelle einfach für ein paar Wochen geschlossen zu halten, dann würde sich das Problem von alleine lösen.

Doch dieser Plan war undurchführbar, denn ein oder zwei Beamte hatten Mitleid und warfen dem Schneck ab und an ein paar Salatblätter in die Zelle.

Nach und nach gewöhnte man sich im Gefängnis an das neue Haustier. Zwar blockierte der Schneck eine Einzelzelle, dafür machte er (von ein wenig Schleim abgesehen) wenig Dreck und überhaupt keinen Lärm.

Bald jedoch fiel den Beamten auf, dass sich immer mehr ungefressene Salatblätter auf dem Zellenboden sammelten. Der Schneck lag teilnahmslos herum und seine Farbe wechselte von knallrot in ein kränkliches Grau. Selbst den Damen aus dem Direktorenbüro tat der Schneck leid. Sie versuchten, ihn mit frischem Salat zu füttern, zaghaft strichen sie ihm über die Fühler.

Doch es half nichts.

Der Schneck wurde von Tag zu Tag schwächer. Ein leises, trauriges Wimmern erfüllte den Raum. Sein Leid steckte die Menschen um ihn herum an – Wärter und Gefangene gleichermaßen.

Irgendwann hielt es Klaus K., Justizvollzugsbeamter und Sohn eines Bauern im Westfälischen, nicht mehr aus. Er besorgte einen Sack voll Schneckentod und erlöste das Tier von seinen Qualen.

Der Schneck rollte sich zusammen. Verlor auch noch den Rest von Farbe. Ein tiefer Seufzer, dann war tot. Auf der Beisetzung des Schnecks im Kräutergarten der Justizvollzugsanstalt flossen viele ehrliche Tränen.

Von seinem ehemaligen Besitzer hat man nie mehr etwas gehört.

Kurze Pause!

Über das Wochenende macht da Blog hier eine Pause. Damit es hier nicht langweilig wird, werde ich mal ein paar Bilder hochladen und hier nach und nach erscheinen lassen.

Vielleicht hole ich die Tagebucheinträge nach.

Passt gut auf Euch auf und haltet Euch im Schatten!

Kurz Blogpause

Huch! Ich habe ganz vergessen, mich hier zu melden!

Urlaubsbedingt ist hier momentan ein bisschen weniger los. Bald geht es aber wie gewohnt weiter.

Aus dem Maschinenraum

Ich bin in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, die Tagebucheinträge hier ins Blog zu spielen. Das hole ich aber bald nach.