Flusskiesels Notizen

31.03.2020: Erschreckte Fotografen

  1. Fotos
  2. Tagesgeplätscher
  3. Gelesen, geguckt und gehört
  4. Kieselfunk

Fotos

Häschen

Häschen In Zandvoort in glücklicheren Tagen.

Blauer Himmel

Blauer Himmel Der Himmel ist wundervoll blau und es ist kein einziger Kondensstreifen zu sehen. Ein Foto mit der neuen Kamera.

Mittagspause

Mittagspause

Die Enten machen Pause und ruhen sich aus von ihrem stressigen Entenjob. Ein Foto mit der neuen Kamera.

Den Blumen ist Corona egal

Den Blumen ist Corona egal

Die blühen einfach kräftig vor sich hin. Scheiß auf Viren! Ein Foto mit der neuen Kamera.

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Unruhig geschlafen. Immer wieder aufgewacht und hellwach gelegen. Mir träumte dennoch, ich wäre zu Gast beim Schriftsteller Helge Seelener, dem Schöpfer des berühmten Kommissars Fürchtegott Brombeer, einer sagenhaften Gestalt aus Seeleners Heimatkrimis. Seelener galt als sehr schwierig, denn ihm saß der Schalk im Nacken: Während sich bekannte Schauspieler und Autoren darum rissen, seine Texte öffentlich lesen zu dürfen, so saß Seelener gerne dabei im Publikum und gab laute Kommentare zur Performance der Vortragenden ab. Auch trug er gerne extrentrische, große Brillen.

Ich war sehr nervös, als ich sein Haus betrat. Mein kleines Hasenkuscheltier hielt ich eng an mich gedrückt. Der Meister selber saß in einem Ohrensessel und war beschäftigt und deswegen kümmerte sich seine liebe Frau um mich. Ich erfuhr, dass die beiden gerne gemeinsam Puppen bastelten und Helge Seelener schien mir auf einmal ein ruhiger, liebevoller Geselle zu sein. Seiner Frau zeigte ich dann noch meinen Hase und erzählte ihr, dass ich fest daran glaubte, er würde wirklich leben.

Sie nickte ernst.

Der Morgen

Um halb sechs aufgestanden. Sehr aufgeregt und nervös. Ich glaube, ich muss momentan besser auf mich aufpassen. Auch brauche ich sicher mehr Bewegung und hoffe auf einen ordentlichen Mittagsspazierung mit Kamerabegleitung. Frühstück verschoben, nur Kaffee zum Blog.

Vorfreude auf das Mittagessen, denn da gibt es selbstgemachten Kartoffelsalat!

Der Arbeitstag

Der Tag war mal wieder viel zu kurz und deswegen ging er schnell rum, obwohl ich ganz schön müde war. Mittags Kartoffelsalat. Die erste Portion direkt aus dem Kühlschrank auf den Teller, die zweite Portion erst ein bisschen wärmer werden lassen.

Mittags dann raus gegangen und für des Thronfolgers nahenden Geburtstag noch ein kleines Büchlein als Beigeschenk gekauft. Seltsamer Buchkauf: Die Buchhändlerin kam an die Tür, man rief ihr die Bestellung zu (ich hatte etwas im Schaufenster entdeckt) und sie legte es dann in eine Kiste vor der Tür. Dort legte ich dann mein Geld hin und nahm das Buch. Das fühlte sich komisch an, aber die Freude darüber, dass die Buchhandlung noch geöffnet hat, überwog.

Zwischendurch ein paar Fotos mit der neuen Kamera gemacht (siehe oben unter Fotos). Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät: Die Fotos sind für mich hinreichend (wobei im Moment das Licht äußerst dankbar ist), die Kamera startet schnell und löst auch zügig aus.

Der Abend

Mit dem Thronfolger Java geübt und ihn durch die Hausaufgabe geführt. Er war sehr motiviert und hat zumindest einige Grundprinzipien verstanden. Morgen ist dann nur noch eine Aufgabe fällig und wir sind bis zu den Osterferien hoffentlich durch und können Stoff nachholen.

Mit den Eltern telefoniert und einen großen Schrecken bekommen (siehe Kieselfunk 55).

Gegen 22 Uhr völlig erschossen ins Bett gefallen.

Gelesen, geguckt und gehört

Bei Republik.ch gibt es ein paar schöne Corona-Cartonns.


Das kommt raus, wenn Leute zu lange in der Wohnung bleiben.


Kieselfunk

55 Fast Halbwaise

Link zur Episode

Ein Telefongespräch mit Schrecken und ein seltsamer Buchkauf.

Gedankensalat

In der Straßenbahn stinkt es nach Hundescheiße, im Bahnhofstunnel nach Kotze. Trotzdem fühle ich den Weltenhunger wild und stark. Die Welt, die Dinge darin sehen auf einmal bedeutsam aus. Alles bekommt Tiefe. Die Welt ist wie ein Buch in einer Schrift, die ich nicht lesen kann.

Das Notizbuch ist fast voll geschrieben. Auch hier wird es Zeit für den Abschied. Ich werde das Notizbuch aber in guter Erinnerung behalten, denn es wird seine letzte Ruhestätte in meinem Bücherregal finden. Ein neues, auf seine Weise besonders spannendes Notizbuch wartet schon auf seinen Einsatz. Es ist dereinst von Strafgefangenen gebastelt worden und freut sich schon darauf, die Welt zu sehen.

Lange Besprechungen haben auf mich den selben Effekt wie eine Dampfwalze.

Im Essener Hauptbahnhof steht am Gleis gegenüber ein Party-Sonderzug. Kölschgläser sind darauf abgebildet. Durstige Männer schauen hinaus.

Abends sieht man in den Nachrichten, dass in Kamen aus wahrscheinlich eben diesem Zug jemand einem vierjährigen Mädchen eine Whiskyflasche an den Kopf geworden hat. Das Kind schwebt in Lebensgefahr.