KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 037

Die Sonne scheint, während ich auf den Therapietermin warte. Von den Garküchen wehen Düfte herüber.

Starke Essimpulse nach der Aufregung heute.

Ein Trinker setzt sich neben mir. Ich denke, er würde sich gerne mit mir unterhalten.

Ich habe allerdings keine Energie dafür. Die Gruppentherapie war äußerst anstrengend. Aber ich habe auch gutes und hilfreiches Feedback bekommen. Auch die Beschäftigung mit den Themen der andern Gruppenmitgliedern war für mich eine Bereicherung, weil ich plötzlich und unerwartet auch Rückschlüsse auf mich selber machen konnte. Am Montagabend noch einen Tacken zu lange im ,,Ostende'' gesessen, Postkarten geschrieben, Notizen gemacht, nachgedacht. Lahmacun mit Salat gegessen.

Gedankenvoll ins Bett.

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Dienstag. Unruhiger Nachtschlaf. Bis sieben Uhr morgens gesnoozed. Nachdem ich beschlossen hatte, mich nicht darüber zu ärgern, bin ich ganz zufrieden aufgestanden (Sieben Uhr morgens ist ja nicht gerade Mittagszeit!). Eine Dusche brachte mich in den Tag.

Zum Frühstück eine leckere Scheibe Landbrot mit Gouda und Tomaten.

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Die Gruppentherapie von Montag klingt noch nach. Ob ich diese starken Gefühle in mir nicht auch kreativ nutzen kann? Früher habe ich doch auch viel dieser Energie in Texte gelenkt und heute scheine ich mit ihnen überfordert.

Dieser Arbeitstag vor Ort wird mir sicher nicht leicht fallen. Dienstag ist ja Lagentag. Außerdem habe ich noch einen kleinen Termin für die Planung einer Veranstaltung. Gleichzeitig die vielen Gedanken in meinem Kopf!

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Im Zug sitzt ein Mann im Anzug. Sein großes iPhone klingelt mit einem orchestralen Ton. Immer wieder. Er geht ran und sagt: ,,Hello? Hello?'' Dann spricht er eine Mischung aus Englisch und einer Sprache, die ich nicht kenne. Sie kommt unverkennbar aus Afrika.

Dann spricht er deutsch.

Eine schöne Mischung!

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Ich fühle mich trotz allem recht dynamisch. Deswegen bin ich froh, mir diesen Tag doch nicht spontan frei genommen zu haben.

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Gleich zu Beginn des Arbeitstages erfüllt mich kulinarische Vorfreude: Neben dem obligatorischen Schnitzel stehen heute gefüllte Cannelloni auf der Tafel der Kantine. Die sind dort immer besonders lecker!

Es sind häufig die kleinen Dinge ...

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Lars deaktiviert seinen Facebook-Account und ich bin eigentlich ganz froh, dass ich den meisten sozialen Netzwerken den Rücken gekehrt habe. Mir wird das häufig schnell zu stressig und dass ich mich gerne auch in solche Netzwerke einsaugen lasse, macht es nicht wirklich besser.

Mit Instagram komme ich ganz gut klar. Da gucke ich ab und an mal auf dem großen Schlauphon rein und poste dort meine Sticker-Fotos. Gelegentlich mache ich auch mal die eine oder andere Story.

Ganz entspannt.

Der Arbeitstag war lang. Am späten Nachmittag habe ich Rechnungen bearbeitet. Nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig, zumal ich das in Vertretung mache und man mir ein paar krumme Hunde hinterlassen hat.

Sammelpost 036

Samstagmorgen. Ganz gut aus dem Bett gekommen. Geduscht und Rucksack gepackt, denn ich fahre jetzt nach Hamm und besuche meine Ex-Schwägerin und meinen Ex-Schwipp-Schwager. Mein Neffe holt mich nachher am Bahnhof ab und ich freue mich schon sehr, auch ihn wiederzusehen.

Wenn wir Glück mit dem Wetter haben, wird abends der Feuerkorb angemacht.

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Mein neues gebrauchtes iPhone ist in Talinn gestartet, hat in Danzig eine kleine Pause gemacht und ich danach rüber nach Leipzig gehüpft. Mit dem Flieger ging es dann in die Domstadt Köln. Leider hatte das iPhone dort nicht viel Zeit, denn es musster weiter nach Düsseldorf. Das letzte Stück des Weges war nicht weit und gegen Mittag lag es in der Packstation. Seit der Bestellung waren vielleicht 30 Stunden vergangen.

Ich bin beeindruckt.

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Das iPhone sieht aus wie neu und funktioniert prima. Paradox: Eigentlich soll das Gerät ja zum Telefonieren und zum Nachschauen von Zugverbindungen usw. sein. E-Mails und Messenger-Nachrichten sollen ja auf dem großen Gerät bleiben. Trotzdem verspüre ich den Drang, mit dem neuen Spielzeug irgendwas anzufangen. Das Einrichten hat nicht lange gedauert.

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Je näher ich dem Zielbahnhof komme, desto aufgeregter werde ich. Wieder einmal typisch für mich: Wie oft bin ich diese Strecke schon gefahren? Zwanzigmal? Dreißigmal?

Trotzdem bin ich nervös und zittrig.

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Sonntagmorgen. Nach einem schönen und langen Abend mit den Lieben gab es einen sehr reichhaltigen Brunch. Dann wurde ich zum Bahnhof gefahren und nun sitze ich im Zug nach Hause. Ein ruhiger Sonntag erwartet mich. Ein Sonntag mit Sessel und Sofa.

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Die Heimfahrt zieht sich. Müde und schlaff.

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Montagmorgen. Die Nacht war durstreich und ich habe meinem Verlangen nach Wasser hemmungslos nachgegeben. Aufgewacht um kurz vor fünf und den Wecker dann doch eine Stunde weiter gestellt. Die Augen geschlossen und schon war es sechs Uhr. Ein bisschen zerknirscht aufgestanden. Draußen liegt die Welt noch im Schlaf. Es ist dunkel.

Ich bin froh über das heutige Homeoffice.

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Momentan teste ich die App ,,Apple Podcasts'' auf dem iPhone, da ich das Gerät ja eigentlich ständig in der Tasche mit mir herumtrage. Im Gegensatz zur Android-App ,,Podcast Addict'' ist die Apple-App aber eher bescheiden. Vielleicht probiere ich mal ,,Downcast'' aus. Die App soll ganz gut sein.

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Im Laufe des Morgens reicht ein Satz, ein einzelner Satz in einem Kalendereintrag und in mir zieht sich alles zusammen. Das Angstzentrum in meiner Brust schnürt mir die Kehle zu. Dieser Satz hat nichts zu bedeuten und selbst wenn er etwas zu bedeuten hätte, dann hätte es nichts mit mir zu tun. Trotzdem schießt mir das Blut in den Kopf und ich bekomme kaum noch Luft. Dieser uralte Satz aus meiner Kindheit ist wieder da (,,Das Kind kriegt ja keine Luft mehr!'').

Dann stehe ich auf. Ich nehme meinen Notfallstein in die rechte Hand und drücke ihn ganz fest. Er ist hart und kühl. Er fügt sich perfekt in meine Handinnenfläche ein. Ich atme und stelle mir vor, wie sich um mein Angstzentrum die Schalten einer Muscheln schützend schließen.

Ich bin da.

Ich bin da.

Ich atme.

Ich bin da.

Langsam geht es wieder besser. Ich bin sehr erschöpft, aber doch froh, den Anfall abgewendet zu haben.

Draußen wird es langsam heller.

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Mein Notfallstein

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Für den gesamten Vormittag ist die erste Arbeitsgruppensitzung für meine neue Aufgabe (ich bin Vertreter des Beauftragten) und ich bin aufgeregt. Kurze Vorstellung in der Runde. Das Herz pocht. 

Eigentlich eine ganz gute Ablenkung nach der Aufwallung heute Morgen.

Ein wenig habe ich Sorge, dass die Sitzung wirklich die ganzen geplanten drei Stunden dauert.

Auch nach mehr als einem Jahr Videokonferenzen kann ich über die kleinen Fallstricke schmunzeln, die einen hier erwarten: Fiepende Mikrofone, seltsame Präsentationen, Rückkopplungen. Trotzdem ist deutlich, dass die Teilnehmenden langsam immer sicherer werden.

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Onboarding, Wording, Storymap, Awareness, Breakout-Session, Coffee Lectures, Roadmap, Storytelling.

Hoffentlich fragt mich niemals jemand nach dem aktuellen Stand der Projekte.

Muss man in einer Videokonferenz auch ab und an mal was machen, damit die anderen wissen, dass man noch da ist?

Sammelpost 035

Am Mittwoch gemeinsam mit einer Kollegin alte Gefahrgutvorschriften ausgesondert. Hui! War das ein Spaß!

Währenddessen tosten draußen Gewitter und Sturm, Hagel und Regen. Scherzworte flogen durch die Bibliothek.

Ein guter Tag!

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Am Hauptbahnhof rannten die Menschen durch strömenden Regen. Im Nordtunnel drängten sich die Trinker ängstlich zusammen. Alles für die Wirtschaft, alles für den Hund!

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Donnerstagmorgen. Nachtschlaf sehr unruhig, nächtliche kleine Fressattacke (kommt höchst selten vor). Schlechtes Gewissen. Werde wohl das Frühstück ausfallen lassen.

Immerhin Banane und frisch gemachten Mörchensalat eingepackt.

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Große Freude: Im Bio-Supermarkt gibt es jetzt auch einen (Bio-)Metzger! Werde mal demnächst das Angebot checken -- vor allen Dingen, wenn der längst überfällige Regulator für den Gasgrill da ist.

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Technisch wird sich bei mir etwas ändern: Bisher nutze ich ja ein Samsung Galaxy Note 10+ als Smartphone und als kleines Tablet. Der Vorteil dieses Geräts -- das große Display -- ist gleichzeitig auch sein Nachteil: Das Teil ist unhandlich und wenn ich es in der Hosentasche trage und mich bücke, dann habe ich immer Angst, dass es mal laut knackt und das Handy kaputt ist. Deswegen habe ich ein kleines Nokia-Tastenhandy mit der selben Telefonnummer in der Tasche.

Im letzten Jahr habe ich mich dann in einem schwachen Moment zu einem Diensthandy überreden lassen. Es handelt sich um ein iPhone 8 und ich habe immer ein schlechtes Gewissen dem Steuerzahler gegenüber, wenn ich es nicht benutze (ehrlich!). Nun habe ich mir angewöhnt, es in der letzten Zeit während des Dienstes und auch auf dem Weg von und zur Arbeit neben dem kleinen Nokia in der Hosentasche zu tragen. Das große Samsung ruht derweil im Flugmodus oder ausgeschaltet in meiner Umhängetasche oder im Schrank.

In dieser Zeit habe ich so ein handliches, relativ kleines Smartphone zu schätzen gelernt, jedoch ist im iPhone eine dienstliche SIM-Karte (nein, ich darf die auch nicht tauschen!) und außerdem gehört mir das Teil ja nicht. Ich möchte trotzdem privat per Handy erreichbar sein, falls mal etwas mit meinen Eltern ist.

Also habe ich mir nun bei ,,Swappie'' ein gebrauchtes iPhone 8 bestellt. Das Diensthandy wird dann nur noch selten benutzt (vielleicht kann ich es auch wieder abgeben ...).

Durch ein Sonderangebot und einen Rabattcode spare ich 20 Euro, die ich gleich in eine vorinstallierte Displayschutzfolie (,,Panzerglas'') investiert habe.

Ich bin gespannt!

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Auf dem Weg zur Arbeit plötzlich Kreislaufprobleme. Würgen, Husten, Nase tropft.

Was ist los?

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Ich führe seit zwei Tagen ein Schlaftagebuch in einer Tabelle. Ich bin gespannt, ob ich dadurch ein paar Erkenntnisse über mein Schlafverhalten und die daraus resultierenden Stimmungen erhalte.

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Ein winziges Update zu meiner iPhone-Bestellung: Das Gerät wurde nach der frühmorgendlichen Bestellung bereits vorbereitet und wird wohl heute noch verschickt.

Es kommt aus Estland!

Bin aufgeregt!

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Der Arbeitstag zog sich ein wenig in die Länge, aber da ich irgendwann auch mal im Bunker nach alten Büchern gucken musste, gab es immerhin ein wenig Abwechslung.

Feierabend um 16 Uhr (ich war allerdings auch schon um halb sieben in der Bibliothek).

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Heimfahrt im Regionalzug. Gefühle wallen. Heute jemand trotz besserem Wissen wiedergesehen. Es war zwar kein Totalausfall, aber ich war mal wieder nicht Herr meiner selbst.

Nun bin ich müde, erschöpft und hungrig und freue mich auf ein leckeres Essen bei Sawadi. Das ist auch Selbstfürsorge.

Morgen hoffe ich auf etwas bessere innere Einkehr im Homeoffice.

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Freitagvormittag. Am zuvorigen Abend zu lange im Kaninchenbau von Kurzfilmen auf Youtube versackt trotz extremer Müdigkeit. Viel zu spät gegen 23 Uhr ins Bett. Zwar war ich heute bereits um fünf Uhr wach, habe aber dann bis 8:45 Uhr weiter gepennt und bin gut ausgeschlafen rüber ins Homeoffice gehüpft. 

Das Experimentieren mit dem Schlaf ist faszinierend.

Im Homeoffice gibt es ordentlich zu tun. Nebenher laufen Waschmaschine und Trockner. Ich bin nämlich in Sachen Wäsche ein wenig ins Hintertreffen geraten.

Die Tagesstrukturen bessern sich allmählich, leider habe ich mein Essverhalten momentan kaum im Griff und das macht mir Sorgen.

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Angeblich soll heute im Laufe des Tages mein iPhone 8 zugestellt werden. Wenn das klappt, kann ich mein Diensthandy in der nächsten Woche abgeben. Bin gespannt, wie die Kollegen von der IT gucken …