Donnerstag, 05.09.2019

06.09.2019 - Lesezeit: 2 Minuten

Die Nacht

Nach anfänglichem Herumwälzen (habe mir Gedanken über die Gerichtsverhandlungen gemacht) bin ich ganz gut eingeschlafen.

Der Morgen

Mit Rückenschmerzen aufgewacht. Wie zu erwarten, hat das viele Sitzen (von 09:00 bis 17:30 Uhr) nicht sonderlich gut getan. Ich habe das Gefühl, dass ich das, was ich vorne Aufbaue, hinten mit dem Arsch wieder einreiße. Andererseits: Was soll ich machen? Die Abschlussprüfung musste sein und wegen der Gerichtsverhandlungen hatte ich auch keine Wahl (ich war ja verhandlungsfähig). Musste mich wieder krank melden. Zum Glück habe ich heute kurzfristig noch einen Physio-Termin bekommen. Das hilft immer.

Malessen

Neben den Schmerzen noch Appetitlosigkeit. Liegt vielleicht an den Medikamenten, aber sicher auch an den ständigen Schmerzen. Gestern konnte ich ganzen Tag über nichts essen und erst am späten Nachmittag, bzw. am frühen Abend bekam ich Hunger. Hat mich den Tag über nicht gestört, wobei ich mich ja eh nicht so viel bewegen kann (Rücken!). Außerdem habe ich ja reichlich Reservern ...

Busse

Zu allem Überfluss muss ich auch noch zum Neudorfer Markt. In meiner Lage eine unmöglich zu schaffender Fußmarsch. Beim Lünkern auf Google Maps sehe ich, dass es dort eine Bushaltestelle gibt. Der Bus braucht von der Haltestelle bei mir umme Ecke bis da hin nur 6 Minuten. Seltsam, dass ich Busse als Möglichkeit bisher kaum beachtet habe.

Erkenntnis

Wenn man ein Körnerkissen ein bisschen zu lang in der Mikrowelle lässt, riecht es lecker.

Abends

Heute war in der Post ein Werbeflyer für Flaschepost.de und mir hat es in den Fingern gejuckt, den Dienst mal auszuprobieren. Es hat geklappt und ich habe ca. 1,5 Stunden nach der Bestellung eine Kiste St. Georgen-Bräu Kellerbier geliefert bekommen.

Kieselfunk

Dreischeibenomma

Heute bin ich dankbar für:

Flaschenpost.de


Kolloquium vorbereiten

05.09.2019 - Lesezeit: ~1 Minute

Bild Titel


Montag, 02.09.2019

04.09.2019 - Lesezeit: 3 Minuten

Die Nacht

Geschlafen wie ein Stein.

Der Morgen

Aufgewacht gegen 5:30 Uhr, noch mal rumgedreht. Gegen acht Uhr gehe ich runter zum Frühstück, obwohl ich keinen Hunger habe. Ich esse eher aus Pflichtgefühl oder auch damit mir später nicht flau wird.

Nach dem Frühstück noch aufs Zimmer und etwas ausgeruht. Dann Sachen zusammengepackt. Die Nervosität steigt und steigt. Dazu kommt bedingt durch die Umgebung ein Gefühl, als wäre ich im Urlaub.

Ich nehme den Bus nach Wildau.

An der TH

Zuerst humpele ich rüber ins Verwaltungsgebäude, um meinen Studentenausweis zu aktualisieren. Dazu muss man den in einen Automaten stecken und dort wird er dann neu bedruckt. Inzwischen ist der Ausweis ganz schön verschmiert. Dann ab in die Mensa an meinen Lieblingsplatz ganz hinen rum. Dort gehe ich noch einmal meine Präsentation durch. Die Zeit dehnt sich. Immer wieder sage ich mir, dass alles gut gehen wird, dass das Kolloquium ja eigentlich nur eine Formsache ist. Trotzdem steigt immer wieder Angst in mir hoch. Angst. Angst. Angst. Dazu eine eigentlich recht schöne Melancholie: Im Gegensatz zu anderen aus unserer Gruppe verbinde ich mit der Hochschule, den Gebäude und den Menschen hier nichts Negatives. Es war ein Privileg, dass ich dieses Studium absolvieren durfte und ich bin stolz darauf, dass ich es bis hier hin geschafft habe.

Am Ende der Campushauptstraße sehe ich die Treppe den Berg hoch. Ich hatte mich eigentlich schon längst von der Vorstellung verabschiedet, dort hinauf zu steigen, aber jetzt überlege ich, ob ich es nicht doch wagen sollte. Mal schauen, was der Rücken nach der Prüfung so sagt.

Auf dem Chip meines Studentenausweises sind noch über 13 Euro gespeichert. Also möchte ich nach dem Kolloquium noch ein paar Dinge in der Mensa holen. Ich könnte mir das Geld zwar auch auszahlen lassen, aber laut FAQ des Studierendenwerkes Potsdam würde dies ,,1-2 Wochen nach der Exmatrikulation durch den Mensaleiter'' erfolgen.
Is' klar!

Die Prüfung

Vorneweg: Ich habe bestanden!
Meine Performance war zwar grottenschlecht, aber ich war auch wohl doch zu schlecht vorbereitet und hatte mittendrin auch einen Blackout. Ich werde wohl nur eine mittlere Note bekommen, aber ich bin einfach nur froh, bestanden zu haben. Nach der Endnote fragt kein Mensch mehr.

Heimfahrt

Auf das Erklimmen des kleinen Berges und das Abschiednehmen von dort oben musste ich wegen Rückenschmerzen verzichten. Dafür bin ich dann wacker zur S-Bahn und bin zum Berliner Hauptbahnhof gefahren. Dort habe ich dann einen IC erwischt und hatte eine schöne Heimfahrt.

Kieselfunk

Bestanden

(aufgenommen am 04.09.2019)

Heute bin ich dankbar für:

Mein Bett


Sonntag, 01.09.2019

02.09.2019 - Lesezeit: 4 Minuten

Die Nacht

Unruhig geschlafen. Morgens mit Schmerzen aufgewacht. Warum die Unruhe? Der Grund ist klar: Am Montag habe ich mein Kolloquium, meine Abschlussprüfung.

Der Morgen

Um 6 Uhr aufgestanden und versucht zu Duschen. Es wurde dann wegen der Schmerzen eher eine Sitzdusche, bzw. ein Sitzbad. Das warme Wasser tat dem Rücken allerdings gut. Dann die letzten Dinge eingepackt und rüber zur Straßenbahn. Ich musste einen kleinen Umweg machen, um mich an einer Bushaltestelle kurz hinzusetzen. Es fühlte sich an, als wolle mich etwas zerreißen.

Die Fahrt

Der ICE nach Berlin ist pünktlich und ich bin froh, mir eine Fahrt in der 1. Klasse gegönnt zu haben. Die Sitze sind bequem und ich kann in Ruhe meine Unterlagen durchgehen. So kann ich den verkrampften Rücken fast vergessen und mich gedanklich mit Metadatenschemata befassen. Die Aufregung bleibt auf einem mittelhohen Niveau.

Ich habe bei längeren Fahrten immer das Gefühl, etwas wichtiges vergessen zu haben. Zum Glück habe ich mir schon seit Jahren eine gewisse Routine und Packlisten angewöhnt. So kann ich mich beruhigen: Brieftasche, Smartphone und Schlüssel sind am Mann (Priorität 1). Chromebook, Ticketausdruck und Maatahabait sind im Rucksack (Priorität 2). Medikamente, Ladegeräte und Wäsche (Priorität 3) ebenso wie die Zahnbürste (Prorität 4).

Eine halbe Stunde vor Ankunft in Berlin-Gesundbrunnen (by the way: Schöner Name für einen Bahnhof!) steigt die Nervosität wieder. Eigentlich vollkommen überflüssig: Ich habe sehr viel Zeit für den Umstieg und sollte ich die S-Bahn Richtung Wildau verpassen, dann nehme ich einfach die nächste.

Durchschnittsgeschwindkeit

Ich komme gut in Zeuthen an, auch wenn der ICE kurz vor seiner Endhaltestelle Gesundbrunnen schlapp macht und in den Berliner Hauptbahnhof zurückrollen muss. Ich bekomme noch einen anderen ICE und verpasse nur eine S-Bahn. In Zeuthen gehe ,,Peperosa'' sehr gut italienisch essen. Mein Plan, hier ein Taxi zum Hotel zu nehmen, geht leider nicht auf: Es ist kein Taxi verfügbar. Ich vermute, dass den Taxiunternehmen die zwei Kilometer bis zum Hotel einfach zu wenig sind.

Also geht es zu Fuß los. Will soll ich den Weg beschreiben? Man läuft an wunderschönen, mondänen Gebäuden vorbei, zwischen denen man auf den Zeuthener See schauen kann. Allerdings habe ich keinen rechten Sinn für solch Schönheit, denn ich komme maximal 30 Meter weit, bis ich mich irgendwo festhalten muss. Es dauert immer ein paar Minuten, bis die Schmerzen auf ein erträgliches Maß gesunken sind und ich weiter kann. Nachdem ich auf der Strecke ein einziges Mal für ein paar Minuten sitzen konnte (auf einer Art Holzzaun aus dicken Balken), habe ich tatsächlich ungefährt 150 Meter in halbwegs normalem Gang hinlegen können.

Für die zwei Kilometer habe ich zwei Stunden gebraucht. Meine Durchschnittsgeschwindkeit beträgt zur Zeit also 1 km/h.

Seehotel Zeuthen

Mit einem Mal erscheint das Hotel vor mir. Vor Schmerz schwindelnd taumele in die Lobby, halte mich am Tresen fest. Der junge Mann dahinter lässt sich nicht davon beirren, dass ich aussehe, als habe mich die Hölle ausgespuckt und gibt mir zügig den Schlüssel. Ich kann mich gerade noch zurückhalten, ihm dafür die Füße zu küssen (sich auf die Knie fallen zu lassen erscheint mir nämlich gerade eine ziemlich gute Option zu sein) und wanke zum Aufzug. Nach einer endlos erscheinenden Wanderung durch lange Gänge (Shining!!):
Zimmer. Klo. Bett.

Nach dem Ausruhen und einer Dusche (warm! Am Rücken! Linderung!) dann auf die Sonnenterasse. Die Sonne ist zwar weg, aber man wundervoll auf den See hinausschauen (Foto folgt). Ich gehe noch mal die Präsentation durch. Da ich den Tag über keinerlei Medikamente genommen habe, gönne ich mir ein Glas Radeberger (naja, es waren sicher auch zwei).

Das Hotel ist mondän, ohne überkandidelt zu sein (dazu ist es auch zu groß). Das Personal ist freundlich und mit dem Gebäude am See wirkt es ein bisschen wie ein Sanatorium aus alter Zeit.

Kieselfunk

In Wildau

Heute bin ich dankbar für:

Warme Duschen


Zeuthener See

02.09.2019 - Lesezeit: ~1 Minute

Bild Titel

Hier lässt es sich aushalten!


Gelesen, gehört und geguckt

01.09.2019 - Lesezeit: 2 Minuten
  • Bislang unbekanntes Oevre des Autors | too-much.info
    Vielleicht der Erfinder der gleichnamigen Pumpe?

  • Deutschland: Deutungshoheit liegt im Westen | NZZ

    (Zitat) Dreissig Jahre Einheit haben nicht genügt, um die stereotype Betrachtung «des Ostens» abzulösen durch einen differenzierten Blick. So dürften die Grünen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen kräftig zulegen, obwohl die Ostländer bisher grüne Diaspora waren. Hier verändert sich etwas, was genauso relevant ist wie der Aufstieg der Populisten. (/Zitat)

  • In Hamburg ist wirklich etwas schiefgelaufen | Reinheitsgebot
    Auf die skizzierte Biertour bekommt man richtig Lust.

  • Hallstatt: Ein Dorf wehrt sich gegen Overtourism aus China | NZZ

    (Zitat) Über diese Frage sind die Hallstätter gespalten. «Dann wären wir wirklich ein Freilichtmuseum, und das will ich nicht», sagt Bürgermeister Scheutz. Er sorgt sich auch darum, dass bei zu harschen Eingriffen der Hype um Hallstatt abrupt ein Ende nehmen könnte: «Es ist ein Ruf schnell auch ruiniert.» Offener sieht es die Hotelunternehmerin Lobisser. Die Asiaten nähmen Hallstatt ohnehin bereits als Freizeitpark wahr und wunderten sich, dass hier tatsächlich Menschen lebten. Sie findet, von einer Eintrittsgebühr könnten direkt die Einwohner profitieren, die die Häuser aufwendig instand halten. (/Zitat)

  • Hitze, Brände, Kachelmann | KlimaLounge
    Hier wird der Zusammenhang zwischen Hitze und Waldbränden gut erklärt.


Freitag, 30.08.2019

31.08.2019 - Lesezeit: 5 Minuten

Die Nacht

Konnte nicht einschlafen. War auf fröhliche Weise aufgeregt. Mir träumte, wir müssten alle bestimmte Dinge Einlagern und viele Dinge wegwerfen. Wir sortierten unsere Lieblingsbücher aus dem Regal heraus und gaben es in die große Einlagerungsreisetasche. Den einen Teil des Restes würde man noch wo anders unterbringen können und der andere Teil würde vernichtet werden. Auch stand für mich ein Umzug an (bzw. war er eigentlich schon fast vollendet -- es gab ja nicht mehr viel umzuziehen). Von der neuen Wohnung aus konnte man in das Atelier von zwei jungen Damen schauen, die dort an neuen Startup-Unternehmen bastelten. Ich entschied mich dagegen, meine einzige Flasche Wein zu öffnen und ging an den Strand. In den Dünen traf ich Topfi, meinen durchgeknallten Kumpel, doch der war bekifft und glitt laut johlend die Dünen hinunter, denn er wollte drei Studentinnen auf der Strandpromenande beeindrucken. Also ging ich zum Bücherlager, denn ich wollte einem alten, weißen Mann einen Trick zeigen:

Es hatte da in Wien Anfang des Jahrhunderts diesen Satiriker, Kolumnisten, Kunstsammler und -kritiker gegeben, der nicht nur klug und scharf die Kunst der Zeit (sowohl die seiner als auch die der davor) beurteilt, sondern sich auch für seine zahlreichen witzigen Psychogramme von bekannten und weniger bekannten Künstlern um die Kunst verdient gemacht hatte. Berühmt war er jedoch vor allen Dingen wegen seiner zahlreichen Bonmots und Alltagsbeobachtungen des alten Wien geworden. Problematisch war jedoch, dass sein Gesamtwerk ein heilloses Durcheinander war -- ein Register fehlte völlig. Jedoch hatte die Mutter meines Sohnes einen Trick gefunden, wie man mit Hilfe bestimmter Ausstellungskataloge wenigstens die Künstlerbeschreibungen finden konnte.

Diesen Trick wollte ich dem Silberrücken zeigen, doch hatte ihn dummerweise vergessen. Stattdessen fiel aus einem Katalog eine Ausgabe der ,,APP-COMICS'' heraus, einem alten Comic-Magazin für Erwachsene. In dem dünnen Heftchen ging es um eine dystopische Zukunft, in der eine sich im Zerfall befindliche Gesellschaft von Banden terrorisiert wurde. Eine öffentliche Gesundheitsversorgung gab es nicht mehr, einfache Menschen konnten nur noch in Sozialkrankenhäusern in leerstehenden Geschäftszeilen Hilfe finden. Meist wurden diese Einrichtungen von kirchlichen Organisationen betrieben und statt Ärzten waren hier freiwillige Medizinstudenten im Einsatz. Reiche Menschen lebten in Luxushochhäusern und wurden in Luxuskrankenhäusern gepflegt. Eine Gesellschaft also, wie sie sich Christian Lindner nur in seinen wildesten Masturbationsphantasien vorstellen kann.

Der Comic war fast ganz in schwarz-weiß gehalten. Auf einem Panel sah man, wie so ein Sozialkrankenhaus des nachts von Kranken und Verwundeten förmlich belagert wird. Viele schwarze Flächen, etwas Weiß und Blau und Rot. Rot für das Blut. Viele Menschen in dem Comic tragen T-Shirts mit Nummern. In einem Panel sieht man ein edles Hochhaus wie eine Burg aufragen, im Erdgeschoss ist ein Rolltor hochgefahren und in der Einfahrt wird ein riesiges Schwein in hellem Feuer gebraten. Im nächsten Panel sieht man, dass es sich nicht um ein Schwein und auch nicht um Feuer handelt, sondern um eine Limosine, die mit aufgeblendeten Scheinwerfern aus der Ausfahrt kommt. So erkennt man, dass hier bald Gewalt herrschen wird.

Ein junger Fuchs will das nicht mehr mit ansehen und fängt an, als maskierter Rächer auf die Pirsch zu gehen. Die Kämpfe gegen Vergewaltigerbanden und Straßengangs sind hart und brutal und die Sexszenen, welche immer wieder die Handlung unterbrechen, sind mitunter hart am Rande der Legalität.

Es ist schade, dass ich nicht genügend Zeit habe, mir das Comicmagazin durchzulesen. Auch ist es zu dünn, um die ganze Geschichte zu erzählen.
Ich lege es wieder zu den Büchern.
Ein andermal.

Liebesgrüße aus Lumbago

In den frühen Morgenstunden wieder mehr Schmerzen. Sind aber auszuhalten.

Der Morgen

Strahlte der Schmerz noch Vorgestern bis in den rechten Fuß, so strahlte der gestern nur noch bis in die Hüfte. Zwar machte mir der starke Hüftschmerz Angst, es könne sich statt einer Lumbago auch ein Hüftschaden sein, aber die Wirksamkeit des Methocarbamols spricht ja eigentlich gegen einen Gelenkschaden. Ich achte vermehrt darauf, Schonhaltungen zu vermeiden -- etwas, was Vorgesten wegen der starken Schmerzen noch undenkbar gewesen war.

Kaffee, Bloggen, Feeds lesen. Später zum Arzt.

Gelenke

Der Doc hat mich beruhigt: Es handelt sich garantiert nicht um einen Hüftschaden oder einen Bandscheibenvorfall und er hat mir auch erklärt, warum nicht. Bin beruhigt.

Der Abend

Mit dem Thronfolger Satire geguckt und Pizza gegessen. Zeitig zu Bett gegangen.

Kieselfunk

Liebesgrüße aus Lumbago

Heute bin ich dankbar für:

Beweglichkeit


Gelesen, gehört und geguckt

30.08.2019 - Lesezeit: 2 Minuten