KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Donnerstag, 25.06.2020

Recht gut, wenn auch mit schwitzigen Unterbrechungen geschlafen. Träume nur fragmentarisch erinnerlich. Irgendwas war mit der Prinzenmutter, auf dem Hof meines Elternhauses etwas aus ihrem Rucksack ausgepackt hat und dabei von einem Lokalreporter fotografiert wurde. Im Ganzen spielte sich viel auf dem Hof ab, auch eine Garagenfeier.

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Aufgestanden um kurz vor fünf und erst einmal geduscht. Wie gut so eine Dusche am Morgen doch tut!

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Für den Arbeitsweg habe ich mich spontan für die S-Bahn nach Düsseldorf entschieden. Dummerweise hocke ich dann mit drei anderen Leute in der viel zu kleinen ersten Klasse und mir läuft die Nase wie Hulle. Blöder Heuschnupfen! Tatsächlich google ich schnell nach, ob Schnupfen ein Corona-Symptom sein kann (ist es nicht) und husche immer kurz raus, um mir mein Näschen zu pudern, äh, zu putzen.

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Alltagsfreuden: Schon morgens früh auf den Kantinenplan nach dem Mittagessen schauen.

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Die Handschrift wird langsam aber sicher besser. Liegt auch ein bisschen an der Handschrifterkennung des neuen Smartphones, dass sich weigert, mein Gekrakel zu verstehen wenn ich mir keine Mühe gebe.

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Anlässlich einer morgigen Videokonferenzen, an der ich von zu Hause aus teilnehmen werde, denke ich über die Anschaffung eines kleinen LAN-Switches nacht. Dann kann ich den Dienstlaptop auch via Kabel ins Netz bringen.

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Ich erzähle einer Kollegin fröhlich Dinge über meinen Lieblingsstift und seine unsichtbar werdende Tinte und als ich fertig bin, entschuldigt sie sich bei mir: Eine gute Freundin von ihr sei gestern gestorben und sie sei nicht sehr aufnahmefähig. Ich bin daraufhin mucksmäuschenstill und schäme mich ein bisschen für mein dummes Geplapper.

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Wenn ich übrigens mal sterbe und mein Erbe mein Tagebuch lesen will, die Seiten aber leer sind: Einfach das Buch in den Kühlschrank legen und alles ist wieder da! Das ist kein Witz!

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Bei Frau Novemberregen lese ich von dinglichen Dingen. Momentan sammle ich wieder viele dingliche Dinge um mich herum: Einen neuen PC, ein neues Smartphone, diverses Zubehör, eine Kamera, einen Vakuumierer und zwei neue Hosen (ok — letztere ersetzen kaputt gegangene Beinkleider).

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Die Datenbankmigration heute hat nicht so gut geklappt und hat mich nicht nur fast den ganzen Tag, sondern auch viel Kraft gekostet. Eine Metadatenreparatur ist auch fehlgeschlagen. Mpf!

Die einzige produktive Tat heute war die erfolgreiche Übersendung eines Zeitschriftenaufsatzes.

Ich sehne mich nach Pralinen und Portwein!

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Den Abend verbrachte ich mit einem Bierchen auf dem Balkon.

Mittwoch, 24.06.2020

Furchtbare Nacht: Schlafhygienisch alles richtig gemacht und auch schnell gut eingeschlummert, doch ab ca. 22 Uhr feierten die Jungs in der Wohnung über mir eine Party. Gestampfe, Gejohle, Gejubele (wurde Sport geguckt?). Dann weiter anhaltendes Gestampfe. Um halb eins tat ich dann etwas getan, was ich in meinem Leben zuvor noch nie getan habe: Ich zog mich an und klingelte an der Jungen Wohnungstür. Einer der Bewohner machte auf und war sichtlich schockiert ob des schlaflosen Waldschrates vor sich. Ich fragte ihn: ,,Was macht Ihr da eigentlich? Tanzt Ihr?''
Seine Antwort: ,,Äh … ja!''

Er gelobte Besserung und ich schlappte wieder meiner Wege. Es wurde tatsächlich leiser, bis um drei Uhr jemand das Dribbeln übte. Derweil übte ich mich in der Autosuggestion: ,,Du musst überhaupt nicht Schlafen! Es reicht, wenn Du ruhig daliegst und Dich ausruhst!''

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Aufgestanden um halb sieben statt um fünf. Ging einigermaßen. Die morgendlichen Verrichtungen im Halbschlaf erledigt, dann den Rucksack vollgepackt. Der ist heute besonders schwer: Dienst-Laptop, Kaffee, Möhrchensalat.

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Im Zug ein Anzugträger mit Laptop ohne Mund-Nasen-Schutz. Da ich meine Zivilcourage schon in der Nacht aufgebraucht habe, sage ich nichts und wünsche ihm stattdessen ein Schnitzel von Tönnies.

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Kinder, wat is dat waaaam!

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Plakat: ,,Hier haben Kinder Rechte!'' — Das ist besser als umgekehrt!

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Mittagsausflug zur Universitätsbibliothek. Die Einlassschrankenmaßnahmen kriege ich inzwischen gut hin. Nur für den Sonderlesesaal brauche ich einen Termin. Auf dem Rückweg Pause in den Bilker Arcaden. Meine Suche nach einem Sleeve, einem Slim Bag oder einem Pouch für mein Note 10+ verläuft negativ. Früher gab es doch mal so Taschen für externe Festplatte und Game-Controller, oder? Vielleicht ist die Zeit für LAN-Parties auch endgültig vorüber. Vielleicht bestelle ich mir auch etwas bei eBay, auch wenn ich die Tasche/wasweißichdenn gerne vorher in die Hand genommen hätte.

Essen in den Arcaden bei ,,Asia Fusion''. Ente mongolischer Art, d.h. zu Pferde im Scheine brennender Städte (Sorry Tschingis — der musste sein!). Herausforderung für den älteren Herren, der mit Mund-Nase-Maske am glühenden Wok steht: Am Leben bleiben.

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,,Die 5G-Anlagen sind nur so groß wie eine Telefonzelle!''
,,Was ist eine Telefonzelle!''

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Mein Aufsatz in der kleinen, aber feinen Mitgliederzeitschrift der APBB ist erschienen. Er ist aber erst noch nur für die Mitglieder zugänglich. Sobald er aber freigegeben ist, werde ich ihn im Blog verlinken.

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Die quälende Müdigkeit von heute morgen ward durch Kaffee und lebhafte Kolleginnen vertrieben. Die Stimmung verbessert sich zusehends und heute Abend werden meine Nachbarn hoffentlich früher ins Bett als gestern.

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Recht spät Feierabend gemacht (wach!). Der Körper sehnt sich nach einer frischen Dusche.

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Eine meiner Macken ist ja die fast schon panische Angst, ,,wichtige'' Dinge zu verlieren. Deswegen sind Schlüsselbund und Brieftasche an mich angekettet. Nun habe ich auch noch ein teures Smartphone bei mir, auf das ich aufpassen muss und denke über eine gepolsterte kleine Tasche (,,Sleeve'') nach, die ich mit einer Messerkette an der Umhängetasche befestigen kann.

Muss ich mir Sorgen machen?

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Daheim an der Packstation den Vakuumierer und zwei neue Hose abgeholt. Dann zu Hause einen neuen Brotteig angesetzt, dabei mal wieder vergessen, etwas Anstellgut für das nächste Mal beiseite zu legen. Muss ich halt einen neuen Sauerteig ansetzen!

Diesmal experimentiere ich mit ,,Seitenbachers Backmalz'' und mit etwas Erbsenproteinpulver. Letzteres schmeckt mir nämlich überhaupt nicht und vielleicht kann ich auf diese Weise das Zeuge ja nach und nach entsorgen.

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Abends noch die jeweils mit BBQ-Soße und Soja-Soße eingelegten Tofu in der Heißluftfritteuse gefönt und gegessen. Besonders die (eigentlich zu süße) BBQ-Soße war schön karamellisiert.

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Zum Tagesabschluss noch etwas auf dem Balkon gesessen und mich mit dem neuen Spielzeug aka Smartphone beschäftigt.

Gegen 22 Uhr zu Bett.

Dienstag, 23.06.2020

Wenig Schreiben heute. Nacht war schlafreich, aber nicht ausreichend. Das Pipamperon hat mich ein bisschen umgeworfen. Weiter krank gemeldet. Bis Mittag auf dem Sofa weiter geschlafen. Überlegt, ob ich mir nen Kaffee mache und aus Angst um den Nachtschlaf die Idee verworfen. Kopfweh.

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Es ist warm. Unerträglich warm. Es ist hell. Unerträglich hell. Ich fürchte einen neuen depressiven Schub, aber noch kann ich was hier reinschreiben und habe auch schon die Spülmaschine ausgeräumt.

Aus dem Maschinenraum

Ich bin in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, die Tagebucheinträge hier ins Blog zu spielen. Das hole ich aber bald nach.

Gelesen, geguckt und gehört

Weniger Urwald, mehr Infektionskrankheiten | Republik.ch

Der Mensch rückt seiner Umwelt immer mehr auf die Pelle und bekommt dafür die Quittung.

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Building the Perfect Squirrel Proof Bird Feeder

(Via Vanessa)

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ALDI TALK Jahrespaket mit Pferdefuß

(Via Caasn)

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Kiki hat den Blogblues und ja, das hat man ab und zu. Bei mir ist das Bloggen so sehr zur Gewohnheit geworden, dass ich sogar während meiner Downtime letztens wenigstens ein bisschen etwas geschrieben habe.

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Grüß Gott, Herr Cowboy Teil 1 - John Wayne Schwäbisch

:-D

(Via Vorspeisenplatte)

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Erschreckende Studie: Immer mehr Politiker können offenbar von einem Job alleine nicht leben | Postillon

Montag, 22.06.2020

Die schrecklichste Nacht seit langem: Erst schlief ich einigermaßen gut ein, dann mit Angst und Panik aufgewacht. Ein dunkler Strudel zog mich in ein bodenloses Loch aus finsteren Gedanken. Trauer um die gescheiterte Ehe stieg auf und als ich irgendwann dann doch mal einschlief, war ich im Traum unvorstellbar wütend auf eine Person, die mich wohl langsam zerstören wollte und dabei so tat, als wolle sie mir doch nur helfen. Ab ungefähr ein Uhr nachts lag ich dann starr unter der Bettdecke und konnte erst in den frühen Morgenstunden weinen.

Mich gegen acht Uhr morgens krank gemeldet. Gegen Mittag habe ich es geschafft, kurz das Haus zu verlassen und war ganz schön Stolz auf die Überwindung. Danach sofort wieder hingelegt und geschlafen. Plötzlich geht die Türklingel und ein Mann von UPS steht vor der Tür. Das unerwartete Päckchen ist vom Dienstleister von Vodafone, aber es ist so leicht, dass dort das reparierte Smartphone ganz bestimmt nicht drin sein kann. Ich packe es aus und es geschieht ein Wunder: Ich muss herzlich lachen, denn man schickt mir vorab den Karton zurück. ,,Anbei erhalten Sie ihr eingesandtes Zubehör zurück. Ihr Mobilfunktelefon (sic!) wird mit einer separaten Sendung verschickt.''

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Später dann mal eine Pipamperon genommen in der Hoffnung, diese Nacht schlafen zu können.