KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Mittwoch, 01.07.2020

Eigentlich hätte ich sicher gut geschlafen — wenn nicht die Jungs über mir wieder gefeiert hätten. Musik war leise und auch ihr Gesang (kein Gegröle!) war nicht schlimm. Leider polterten und rummsten wieder Jungmännerfüße über mir herum. Schlaf irgendwann ab zwei Uhr, zum Teil auf dem Sofa. Bis kurz vor fünf immerhin fester Schlaf.

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Mir träumte, Kollegin J. und ich wären Praktikanten bei einem Kammerjäger und wir wurde zu einer Wäscherei mit Schädlingsbefall gerufen. Während der Chef irgendwelche Vorgespräche führte, saßen J. und ich in einem Pausenraum. J. tippte auf einem Laptop herum. Aus Langeweile sah ich mich um und fand die Schädlinge: Kleine Käfer, die ein bisschen wie Wanzen aussahen, krabbelten in großer Zahl auf dem Fußboden herum. Es war irgendwie ekelig, aber nicht beängstigend. Der Chef kam hinzu und war ganz begeistert: Solche Insekten hatte er noch nie gesehen! Begeistert schauten wir uns die Tiere an: Die liefen und krabbelten gerne im Kreis und der Chef wies mich darauf hin, dass die Käferwanzen von einer Art Pilz befallen waren. Größere Tiere wie Spinnen und sogar kleine Mäusche fingen und fraßen die Wanzenkäfer in großer Zahl. Trotzdem wurden es nicht weniger und sie bildeten einen Strudel und liefen im Kreis, im Kreis, im Kreis.

An die Bekämpfung dieser wundervollen Geschöpfe dachte niemand mehr.

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Gegen acht Uhr auf der Arbeit angerufen und bescheid gesagt, dass es heute später wird. Das müssen wir zwar nicht tun, es ist aber kollegialer.

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Noch sieben Tage und der Rest von heute und ich habe zwei Wochen frei! Innerhalb meines Urlaubes liegt auch mein Geburtstag und da wird mich (hoffentlich) mein guter Freund O. besuchen und er und der Thronfolger und ich werden fein essen gehen. Ich schreibe ,,hoffentlich'', da es jetzt auch in Duisburg Neuinfektionen gibt.

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Nordrhein-Westfalen ist laut unserer Führung ein Land der Küchenbauer. Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit, wo jedes Jahr Küchenbauerfest gefeiert wurde: Die Straßen waren mit Girlanden geschmückt und wir Kinder sind mit selbstgebastelten Einbauküchen auf Handwagen durch das Dorf gefahren und haben Lieder gesungen und bekamen dafür Süßigkeiten geschenkt. Am Küchenbauerdenkmal in der Ortsmitte gab es auch alle paar Jahre eine kleine Kirmes mit Musik und Tanz.

Wie gut, dass die Möbelgeschäfte so früh wieder öffnen durften!

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Die Datenbankmigration ist abgeschlossen und ich bin froh.

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Am Nachmittag sitze ich wieder alleine in der stillen Bibliothek und lese etwas zum Urheberrecht. Zwischendurch hat es geregnet und nachdem der Regen nachließ, sind viele Kolleginnen und Kollegen schnell in den Feierabend entfleucht. Der Parkplatz im Innenhof ist fast leer und die Stille ist ein leises Brummen. Ich werde wie immer in solchen Situationen melancholisch.

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Der lustigste — und spannendste — Twitter-Thread seit langem.

(Via Kiki)

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Yellow Submarine. Mein ewiger Ohrwurm.

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Heute Morgen habe ich wieder spontan den AlphaSmart 3000 eingepackt und wenn ich ihn so sehe, vermisse ich das Chromebook und wenn ich das Chromebook im Zug auspacke, vermisse ich den AlphaSmart 3000. Beides gleichzeitig ist zu viel und zu schwer, denke ich. Der AlphaSmart ist unschlagbar für unterwegs zum Schreiben im Zug oder auf einer Parkbank oder in der Straßenbahn (sic!). Dafür ist das Übertragen der Texte ein extra Arbeitsschritt und leider hat die Tastatur über die Jahre (17 müssten es sein) schon ein wenig gelitten. Das Chromebook muss nur mal kurz online sein und schon sind die Einträge via Google Drive synchronisiert und ich kann meinen Blogeintrag auch von ganz verschiedenen Geräten schreiben und ändern. Auch kann ich unterwegs eigentlich nur auf dem Chromebook an meinen Roman schreiben, weil ich ja den bereits geschriebenen Text benötige.

Irgendwie ist es schön, wenn man sich nicht zwischen zwei tollen Möglichkeiten entscheiden kann!

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Noch sieben Arbeitstage und der Rest von heute und dann ist Urlaub!

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Ach, für die Fotos, die ich hier ins Blog packe, suche ich eine einfache PHP-Anwendung als Bildergalerie für meinen Webserver. Kennt ja jemand etwas? Man müsste es ohne Docker installieren können, darf ruhig eine Datenbank haben (habe genügend noch frei) und ich möchte dort Bilder hochladen (Ach!?), diese mit Zusatzdaten wie Titel, Schlagwörtern und Beschreibungen versehen und schlussendlich hier im Blog einbinden. So eine Art Mini-Flickr. Vielleicht teste ich mal Lychee.

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Beim Schreiben des letztens Absatzes ein heftiges Déjà-vu gekriegt.

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Was bei stillem Taxi-Alarm zu tun ist

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Wenn es in der Nachbarschaft brennt

Eine Nachbarschafts-Posse.

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Lange im Büro. In Düsseldorf Plädderregen mit Schwemm-Andrang. In Duisburg blieb der Boden trocken. Vor dem König-Haus hielt mich ein mittelschwer angeschickerter Herr an. ,,Geschwindigkeitskontrolle!'' sagte er und zog an seiner Zigarre. Vor ihm ein Weizenbier und ein dunkler Kurzer. Er habe sich mal ein paar Bier gegönnt, meinte er. Nun könne er aber die Geschwindigkeitsangaben in seinem Helm nicht mehr lesen und er müsse gegen die untergehende Sonne schätzen. Ich sprach kurz mit ihm und ging dann weiter, an seinem Motorroller vorbei, auf dem eine solargetriebene Hula-Hoop-Tänzerin ihre Hüften schwang.

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Daheim Balkon. Schwalben flogen. Kein Regen.

Dienstag, 30.06.2020

Gestern Nacht konnte ich wieder nicht Einschlafen. Obwohl ich schön müde war und auch keine schlimmen Gedanken in meinem Kopf herumspukten, wollte der Schlaf nicht kommen. Auch hatte ich wieder Ziegelsteine im Kopfkissen. Will meinen: Irgendwie hat immer etwas genervt. Ein Geräusch oder ein Haar oder eben das Kissen. Sicher habe ich zwischendurch auch mal geschlafen, aber die meiste Zeit war ich wach. Vielleicht sollte ich auch mal so eine Schlafüberwachungsapp ausprobieren.

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Aufgestanden um kurz vor fünf Uhr. Einigermaßen klar gekommen. Das Chromebook und den Alphasmart eingepackt, damit ich sowohl für das Blog als auch am Roman schreiben kann. Keine ideale Lösung, aber ich teste einfach mal alles aus: Der Alphasmart ist ideal für das Schreiben unterwegs und zwischendurch, für den Roman brauche ich mindestens das Chromebook, damit ich den bisher geschriebenen Text dabei habe.

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Die erste richtige Entscheidung des Tages: Jäckchen und Halstuch anziehen, denn es ist doch wenig frischer geworden. Allerdings scheine ich momentan eine unglaubliche Wärme auszustrahlen. Dazu tut noch der Rücken weh. Hängt vielleicht alles zusammen?

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Mir träumte von einem Menschen, der sich gegen einen heldenhaften Gott auflehnte. Er wurde vom Gott gedemütigt: Weil er des Gottes Weib angeschaut hatte, wachte der Mensch eines Morgens auf und war Teil eines Zauns. Später dann eskalierte der Streit und der Gott wollte den Mann ausweiden. Doch der Mann wehrte sich nicht — vielmehr lud er den Gott noch dazu ein. Es stellte sich heraus, dass das alles Teil eines perfiden Plans zur Vernichtung des Gottes war.

Es kamen auch weibliche Schutzgeister der Menschen vor, die ,,Phrygen'' hießen und die Einhaltung der Regeln durch Menschen und Götter überwachten.

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Im Büro fällt mir auf, dass ich meine Bildschirmbrille zu Hause vergessen habe. Dieser Tag wird also besonders anstrengend werden …

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Ein kleiner Trost: Heute bin ich sehr früh auf der Arbeit (06:15 Uhr) und habe Ruhe und Muße und es ist schön ruhig im Dienstgebäude. Der Kaffee dampft und durch das offene Bürofenster strömen frische Luft und das Gurren der Tauben. Der Tag kann beginnen!

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Pläne-Popäne! Eigentlich wollte ich heute Mittag mit dem Chromebook ,,irgendwie raus'' und in der Pause ein bisschen weiter schreiben. Aber dann haben mich meine Kolleginnen gefragt, ob ich nicht meine Mittagspause vorziehen könne (ich mache eh immer recht früh Pause), damit sie mit einem Kollegen zusammen Essen gehen könnten. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt und bin um halb zwölf in die Kantine, denn mit so einer Uhr im Kopf möchte ich nicht meine Pause außerhalb des Dienstgebäudes verbringen. Vielleicht schreibe ich dann heute Abend ein wenig, wenn mir noch Kraft dafür bleibt.

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Beim Migrationsprojekt sind wir einen großen Schritt weiter und wir können den Host nun ansprechen (,,Hallo Host! Bis Du öfter hier?''). Komischerweise hat sich das lokale Programm immer wieder geweigert, die Angabe für den Port zu übernehmen und da unser Dienstleister sich auf einen Nicht-Standard-Port kapriziert hat, liefen die Testläufe mit der im Programm eingebauten Testroutine ins Leere (bzw. wurden die Anfragen von der Firewall geblockt). Nun saß ich vor der Anmeldemaske und dachte mir: ,,Wer sagt mir eigentlich, dass die Testroutine wirklich das selbe tut wie das Programm bei der Anmeldung? Vielleicht geht der Hersteller ja davon aus, dass eh die SQL-Standardports verwendet werden?''

Sprach's, tippte die Login-Daten ein und war flugs mit der migrierten Test-Datenbank verbunden!

Zwar möchte angesichts dieses Bugs (die Testroutine testet nicht die Eingaben, sondern etwas anderes …) meine Stirn die Tischplatte malträtieren, aber die Freude über den Erfolg überwiegt (und der Stolz darüber, dass ich den Fehler gefunden habe!).

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Es ist Mittagspause und ich bin müde. Heute müssen wir natürlich noch das Zusammenspiel zwischen Programm und migrierter Datenbank testen und da sind da noch so einige andere Dinge zu erledigen. Trotzdem hoffe ich auf einen frühen Feierabend und auf Schlaf in dieser Nacht. Während am Düsseldorfer Himmel Klumpenwolken am Fernsehturm vorüberziehen, kommt in mir der Verdacht auf, dass die Schlaflosigkeit der letzten Nacht mit einer späten Dusche zusammenhängen könnte. Mich machen Duschen (also die Tätigkeit des Duschens — nicht die Nasszelle an sich) ja eher wach. Vielleicht sollte ich mal die Kombination ,,Abends Lappen — morgens Brause!'' ausprobieren.

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Daheim mit den Eltern telefonierung und versucht, ein Schutzglas auf dem neuen Smartphone anzubringen. Leider stört der Kleber den Fingerabdrucksensor, also muss ich wohl oder übel mit der Displayschutzfolie (nicht: Transportschutzfolie) vorliebnehmen. Eigentlich ist das nicht so meine Art, aber ich fange an, die Tage bis zum 14 tägigen Urlaub runter zu zählen. Noch 8 Tage und der Rest von heute und ich habe einfach mal frei!

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Nun liegen schon ein paar Tage Blog auf dem Alphasmart und ich bin nicht dazu gekommen, sie auf den PC zu übertragen. Vielleicht sollte ich doch lieber wieder das Chromebook für das Bloggen nutzen.

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DISKUSSION: Die Kolumne über Lehrer*innen, die keiner drucken möchte | Bob Blume eine lesenswerte Kolumne, empfohlen von Christian.

Dazu passt auch noch sein Kommentar:

(Zitat) Schon 20 Jahre nach Platzen der ersten dotcom-Blase und vierundzwanzig Jahre nach Beginn der Initiative Schulen ans Netz bekommen Lehrerinnen jetzt einen Computer. (/Zitat)

hbml

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(Zitat) Flesch unterwegs mit der Leiche (/Zitat)

Dieser Satz könnte auch für sich alleine stehen.

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Noch schön auf dem Balkon gesessen.

Fotos Mai 2020

Friedenstaube

Haunted House

Komm, wir steigen um!

Krise!

Lobby

McS Mook

Prilblumen

Rosen

Steinschlange

Schnitzeljagd

Support Your local Pussy!

Waggon

Zum Mitnehmen

Montag, 29.06.2020

In der Nacht nach je einer Stunde Schlaf aufgewacht. Dann wieder irgendwann eingeschlafen. Den Nerven ging es aber recht gut.

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Mein Traum wurde durch die Wachphasen immer wieder unterbrochen, doch fast jedes Mal wieder aufgenommen.

Mir träumte, Kollegin M. und ich seien Kriminalbeamte und unser Land NRW hätte uns nach Bayern für ein Ski-Event ausgeliehen. Dort in den Bergen angekommen, regelte M. den Papierkram, während ich in einem kleinen italienischen Restaurant Nudeln aß. Später kam M. dazu und es stellte sich heraus, dass das Restaurant zu dem Hotel gehörte, in dem wir logieren sollten. Erst als wir zu unseren Zimmern aufbrachen, fiel mir die gut bestückte Bierkarte des Restaurants auf, doch es war schon ein wenig spät und ich zottelte hinter M. her. Es stellte sich heraus, dass unsere Zimmer nebeneinander lagen und eine Verbindungstür hatten. Als ich bereits meinen Schlafanzug an hatte, wollte ich doch noch schnell rüber ins Restaurant, um ein Bier zu holen, doch M. wollte lieber für mich gehen. Sie verschwand und als sie mit einem Glas in der Hand wiederkam, hatte ich beim Blick in den Kleiderschrank eine Vision: Zwei Frauen — eine dick, die andere schlank — würgten eine dritte Frau, die jung war. Wie im Wahn lief ich los, denn ich war sicher, dass gerade ein schlimmes Verbrechen verübt wurde. Bald wurde ich in einem Zimmer einen Gang weiter fündig: Genau wie in meiner Vision würgte die zwei Frauen die dritte in einem Kleiderschrank, während am Boden ein Mann und ein Junge gefesselt lagen. ,,Hol' schnell Deine Dienstwaffe!'' stammelte ich zu M. ,,Hier geschieht ein Verbrechen!'' — ,,Das will ich wohl meinen!'' rief da der gefesselte Mann.

Den Rest überließen wir der örtlichen Polizei.

Am nächsten Morgen wollten wir unseren Dienst an der Piste antreten, doch die Menschen interessierten sich nicht die Bohne für den Wintersport: Alle starrten in den Himmel, wo eine Sternschnuppe nach der anderen gut sichtbar über das Firmament zog. Einige Sternschnuppen änderten die Richtung und schlugen direkt in unserer Nähe ein.

,,Nicht hingehen! Bleiben sie zurück!'' rief ich, doch ein Junge (der Gefesselte von gestern Abend?) lief zur nächsten Einschlagstelle. Kaum war er am Rand des kleines Kraters angekommen, da kam ein Außerirdischer mit großem Kopf aus dem Loch und packte den Jungen. Das Alien zerrte das sich windende Kind auf einen Schlitten und floh. Ich zog meine Waffe und lief hinterher. Da sich der entführte Junge heftig wehrte, konnte der Außerirdische nicht so recht beschleunigen und ich holte ihn ein. Als ich in der richtigen Position war, schoss ich dem Alien in den Kopf. Noch während ich den Jungen befreite, rief ich über meine Schulter hinweg M. zu: ,,Informiere die Zentrale! Wir brauchen Verstärkung! Wir brauchen mehr Feuerkraft!''

Ein paar Monate später waren wir noch immer in Bayern in den Bergen und leisteten Widerstand. Die meisten Ansiedlungen der Menschen waren zerstört und wir kämpften verbissen um jeden Felsen, jede Weide, jeden Wald. Einmal fuhren wir aufgesessen auf einem alten Transportpanzer über eine Wiese. Meine Begleiter waren meist ehemalige Polizisten und alle waren mit Sturmgewehren bewaffnet. Es war ein ungewöhnlich warmer Frühlingstag und die Kameraden hingen ein wenig übermüdet in den Seilen. Da tauchte plötzlich eine Marschkolonne von Bundeswehrsoldaten vor uns auf. Der Panzer hielt und die Kameraden jubelten: Endlich Verstärkung!

Ich jedoch hatte wieder eine Vision: Durch die Flecktarn-Uniformen sah ich verschwommen Hände mit drei sehr langen Fingern und großen Köpfen mit dicken Glubschaugen. Ich zögerte nicht: ,,Aliens!!'' schrie ich, hob mein Gewehr und begann zu Feuern. Die Illusion der Außerirdischen begann zu flimmern und barst in tausend Sterne, als die ersten Aliens fielen. Eine Schrecksekunde später stimmten meine Kameraden in das Feuer ein. Das schwere MG des Panzers belferte los und in wenigen Sekunden lag die gesamte Kolonne des Feindes am Boden.

Doch der Feind hatte nicht genug und bald kamen über den Rasen durch Tarnung verschwimmende Außerirdische entgegen. Wir achteten nicht auf unsere Munitionsvorräte und schossen, was das Zeug. Glücklicherweise kamen uns noch zwei alte Kampfpanzer zu Hilfe, die man aus einem Museum geholt und wieder flott gemacht hatte.

Bald darauf packte ich in meiner Unterkunft (noch immer das Hotel) meine Sachen. Wir würden dem immer stärker werdenden Feind ausweichen und uns tiefer in den Bergen verstecken. Ich war gerade fertig, da kam M. zu mir und eröffnete mir, dass ich nicht mitkommen würde. Ich solle hinunter zum kleinen See gehen. Dort würde man auf mich warten. Ich schaute sie verständnislos an, gehorchte aber.

Am See erwartete uns eine Gesandtschaft einer Geheimorganisation, die unter Wasser versteckt eine neue Welt für die Menschen erschaffen wollte. Sie hatten dort unten eine ,,Realitätsmaschine'' gebaut und meine Aufgabe sollte es sein, mit ihr in die Köpfe der ,,hohen Lords'' der Aliens zu reisen und diese zu vernichten.

Wir stiegen in ein kleines Tauchboot und ich konnte M. nur noch einmal kurz zuwinken, bevor sich die Luke schloss.

Die Unterwasserstadt der Geheimorganisation war eine Ansammlung von Wundern für jemanden wie mich, der in den letzten Monaten nur ein zerstörtes Bayern hatte sehen müssen. Die Realitätsmaschine nahm mich auf und ich sah das Universum aus einer ganz anderen Dimension aus. Es wirkte auf mich in seiner Gänze wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer mit immer gleichen Strukturen, die im Sein selber hingen. Ich sah und verstand, wie alles zusammenhängt.

Leider habe ich das beim Aufwachen sofort vergessen.

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Ein Stehcafé mit Sitzgelegenheiten. Aber es gibt nur Sachen ,,To Go''.

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Die vielen, vielen ,,Mitarbeiter mit Werkvertrag'' in den Schlachthöfen von Tönnies und Co — ob die wohl alle die Corona-App installiert haben?

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Der Arbeitstag war wieder sehr anstrengend, aber immerhin konnte ich auch mal wieder zur Universitäts- und Landesbibliothek, weil ein Buch für uns im Sonderlesesaal lag.

Das Migrationsprojekt ist noch nicht wirklich weiter, aber immerhin haben wir einen Fehler gefunden. Das wird zwar nicht der letzte Fehler sein (ich bot dem Kollegen sogar eine Wette auf den nächsten Fehler an), aber wenigstens ist das doch eine Art von Fortschritt.

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Zum Feierabend Hunger im Bauch.

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Daheim Toast auf dem Sandwichtoaster. Relativ hektisches Aufräumen. Sind wieder so viele Dinge in der Todo-Liste gelandet. Im Ohr die aktuelle Episode von ,,Sicherheitshalber''. Abends ein bisschen Balkon, Bart stutzen und früh ins Bett.

Sonntag, 28.06.2020

Ebenfalls lange geschlafen. Träume nicht erinnerlich. Der Tag verging einfach so. Telefonat mit Freund O., welches mich nachdenklich stimmte und ein langer Spaziergang durch den Stadtwald. Abends Essen vom Asia-Lieferdienst und ein wenig von der langsam überquellenden Youtube-Liste geguckt.

Samstag, 27.06.2020

Lange geschlafen wegen Homekneiping. Gemütlich die Wohnung aufgeräumt und Wäsche gewaschen. Am frühen Abend mit dem Thronfolger in der ,,Kartoffelkiste'' essen gewesen. Ein schöner Abend mit netter Gesellschaft und leckerem Essen.

Freitag, 26.06.2020

Homeofficetag. Neben einer dreistündigen Videokonferenz (immerhin konnte ich nach einer Pause meine Kamera ausgeschaltet lassen und ausgiebig in der Nase popeln) haben wir weiter versucht, die migrierte Datenbank zu erreichen. Vergeblich. Montag geht es weiter.

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Der Feierabend war wohlverdient. Der Thronfolger kam vorbei und wir haben Pizza gebacken und zusammen den wundervollen Film ,,Wag the Dog'' geguckt. Nachdem der Thronfolger wieder zu Hause war, habe ich mich beim Homekneiping eingeloggt und bin dort ein wenig versackt.