KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Donnerstag, 29.10.2020

29.10.2020

Donnerstag

Erstaunlich gut geschlafen. Irgendwie habe ich mir in der letzten Zeit angewöhnt, bei besonders gutem Schlaf nicht etwas zeitig aufzustehen, sondern extra lange liegen zu bleiben, weil es so schön ist. In den frühen Morgenstunden hatte ich einen seltsamen Traum, den ich aber wieder vergessen habe. Nur, dass er seltsam war, weiß ich noch.

Wenigstens konnte ich im Hellen zur Arbeit und es kam auch die Sonne raus. Immerhin tröstet mich das, obwohl mir tatsächlich eine ziemliche Corona-Angst zu schaffen macht: Kann ich den Thronfolger überhaupt noch treffen? Ich, der mit dem ÖPNV durch die Gegend gondele und er, der zur Schule geht? Wenn ich aber meine Treffe mit ihm absage, habe ich überhaupt keine privaten sozialen Kontakte mehr und das macht mich traurig.

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Das Album ,,Nackt'' von Kapelle Petra dudelt mir im Kopf herum. Besonders ohrwurmig ist das Lied ,,Bundesjugendspieleteilnahmebescheinigung''. Eigentlich wollte ich mir ja nur das Lied ,,An irgendeinem Tag wird die Welt untergehen'' holen, aber das es den Song außerhalb von Amazon nirgends digital und legal zu kaufen gab, habe ich mir ja die CD bestellt. Hätte ich nur das eine Lied gekauft, dann hätte ich viele schöne Lieder verpasst.

Nun habe ich 12 neue Lieblingslieder.

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Der Hohepriester zum Volk:

,,Jetzt müssen wir alle Opfer bringen!''

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Zum Abendbrot den gestern gekauften Rosenkohl gekocht und danach mit Speck und Zwiebeln angebraten. Dazu Pellkartoffeln. Die dicken Celina-Kartoffeln sind irgendwie ok, aber ich hätte doch lieber ein Kilogramm Drillinge gekauft.

Den Rest gibt es morgen.

Mittwoch, 28.10.2020

28.10.2020

Mittwoch

Unruhig geschlafen. Die Träume waren sehr fragmentarisch. Mir träumte, ich würde in einer großen Wohnung in einem großen Hochhaus aus ganz viel Glas wohnen. Für die Personalratswahlen hätte ich viele Leute eingeladen. Es gab Häppchen. Als die Häppchen fast aufgefuttert waren, bot ich noch an, Kaffee zu kochen, was von den Gästen sehr gut angenommen wurde. Schnell lief in die Küche, wo mich Freund Th. in eine Gespräch verwickelte. Ich musste aber Kaffee aufsetzen! Dann ging alles schief! Erst fand ich keinen Kaffeefilter, dann war es der falsche Kaffeefilter. Dann kippte ich aus Versehen Haferflocken in den Filterhalter und der Wasserkocher war kaputt.

Es war ein Desaster!

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Homeofficetag!

Müde gegen sieben Uhr aufgestanden. Ungekämmt vor den Rechner, aber immerhin mit viel Kaffee. Die Arbeit plätscherte vor sich hin -- immerhin bekomme ich endlich den lange ersehnten Datenbankabzug.

Zum Nachmittag noch ein wenig Stress wegen einiger dringlicher Meldungen für das Intranet, aber gegen halb fünf konnte ich Feierabend machen. Ich ging in den Edeka und besichtigte das halbleere Klopapierregal: Die großen Packungen waren fast ausverkauft, von den Zweier-Notabiturpackungen waren aber noch reichlich viele vorhanden. Ich kaufte kein Klopapier, da ich noch genügend daheim habe und niemandem die letzte Packung vor der Nase wegschnappen wollte. Mehl (sowohl Weizenmehl Typ 550 -- in der letzten Zeit häufig ausverkauft -- und dunkles Roggenmehl) war vorhanden und ich stockte meine Vorräte auf, denn ich möchte bald wieder einen Sauerteig ansetzen. Das Hefeangebot war leicht angerupft, aber es war noch genügend da. An der Aufschnitttheke ließ ich mich ein wenig gehen.

***

Daheim erst einmal ausgeruht. Danach ging es zu heiligen Packstation, um meine neueste Errungenschaft abzuholen:

Kapelle Petra: Nackt

Ich freu mir!

Die Musik macht mich sehr melancholisch. Sehr schön, sehr traurig. Danke nach Hamm!

Ich hocke vor dem PC und fange an, meine Musiksammlung mit Covergrafiken zu bestücken. Der Abend ist gelaufen! Erinnerungen kommen hoch an die erste gemeinsame Wohnung in Köln und wie die Sonne hineinschien in diesem warmen Sommer 1999. Wir saßen am Fenster zur Bertramstraße in Köln-Kalk und tranken Dosenbier, denn das Dosenbier war übrig von einer Fete. Dann kam ,,Mambo No. 5'' im Radio und wir tanzten. Alles nur noch Erinnerungen, alles nur noch Staub.

Dienstag, 27.10.2020

27.10.2020

Dienstag

Der Schlaf wurde wieder vielfältig unterbrochen, aber immerhin scheint es einigermaßen genug gewesen zu sein. Mir träumte irgendwas von Urlaub an einem sehr schönen, warmen, aber auch recht gut besuchten Strand und wie ich mit einem Mal furchtbare Angst vor Sonnenbrand bekam.

Wegen der Zeitumstellung war ich früh wach, konnte mich aber nicht dazu aufraffen, bereits um kurz nach vier aufzustehen, weswegen ich bis viertel vor fünf liegen blieb.

Ich will mir mehr Mühe geben, meine Kontakte einzuschränken, weswegen ich heute nicht nur nicht die Straßenbahn zu Duisburger Hauptbahnhof nahm, sondern auch in Düsseldorf auf die Straßenbahn verzichtete. Die Bewegung tat nach der passiven Sofa-Woche sehr gut.

Ferner will ich mir jetzt mehr Kniften mitnehmen, damit ich nicht mehr in die Kantine muss (was mir leid tut, da ich dort sehr gerne esse) und endlich mal wieder einen Sauerteig ansetzen, um nicht so häufig in die Bäckerei gehen zu müssen.

Einzig auf die Treffen mit meinem Sohn möchte ich nicht verzichten, obwohl er Schüler ist.

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Wenn man wegen seiner kleinen Mietwohnung gedisst wird: Flatshaming

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In den letzten zwei Wochen war ich merkwürdig außer mir und bin jetzt wieder mehr innerlich. Letzteres fühlt sich besser an.

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Bundesverkehrs,,minister'' Andreas Scheuer wird niemals zurücktreten! Falls man ihn dazu zwingen sollte, wird er seine Gang einschalten:

Die Maut Boys (,,Stand back and stand by!'')

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Zum Frühstück aß ich im Büro die mitgebrachten Kniften, zum Mittagessen gibt es Gekauftes vom Hauptbahnhof (so ein Laugengebäckdreieck mit Käse und geriebenen Möhren sowie ein Schwarzbrot mit Geflügel). Sobald ich eine zusätzliche Kniftenbox auserkoren habe, kann ich auch das Mittagessen von zu Hause mitbringen.

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Immer mal wieder ploppen in meinem Inneren ganz plötzlich irre Konsumwünsche auf. Letztens war es ein neuer Rucksack (Werbung war schuld) und nun der Wunsch, ein Tablet zu besitzen (niemand ist schuld).

Einen neuen Rucksack brauche ich nicht, da mein ,,Bisniß-Rucksack'' noch gut ist und ich eigentlich sehr mit ihm zufrieden bin (allerdings war der neue Aspirant wirklich fesch!). Ein Tablet brauche ich erst recht nicht, da ich nicht nur ein Chromebook (leicht, handlich, richtige Tastatur) sondern auch ein ziemlich großes Smartphone habe und darüber hinaus unterwegs einen E-Book-Reader und analoge Notizbücher nutze.

Glücklicherweise verblassen diese Wünsche nach kurzer Zeit, wenn ich nicht direkt schwach werde.

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Am Abend mal wieder total erschossen auf dem Sofa herumgelegen. Vorher immerhin ein bisschen Notizen und Tods auf Vordermann gebracht. Etwas Youtube geschaut, unter anderem eine Terra-X-Doku über Frau Holle. Interessant, dass das Märchen in der Grimm'schen Lesart dazu diente, junge Mädchen vom Lande für die Rolle als Dienstmädchen abzurichten.

Leseliste

Wo sind unserer Waffen?

Der MAD bittet um Mithilfe bei der Rückgewinnung ,,verlorener'' Waffen der Bundeswehr. ;-)

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Tod eines Lehrers, Via

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Wie gefährlich sind die Füchse in Berlin?

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[CO2-Ampel: Erfahrungsbericht aus der Schule]()

Erinnert mich an meine alten Lehrer, die eine seltsame Frischluftphobie hatten (,,SHUT THE WINDOWS!!!'', ,,Es ist noch nie jemand erstunken, aber es sind schon viele Leute erfroren!''). Es galt die Devise:

Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man dieses ,,Unterricht''!

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Sind Sie einsam? Suchen Sie Kontakt zu Menschen!

Die Briten haben Captain Obvious zur Ministerin gemacht.

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The Midnight Sky Trailer

Schnüff. Schnüffschnüff. Schnüffschnüffschnüffschnüff!!!

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Polen: Gesundheitssystem vor Kollaps? | Weltspiegel

In Polen dürfen vormittags nur ältere Leute einkaufen. Jüngere Menschen dürfen erst später in die Läden. Spontan scheint mir das eine ganz gute und praktikable Idee zu sein.

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[Fefe über das Maskentragen]()

(Zitat) Wir sind hier eine Schicksalsgemeinschaft. Miteinander, nicht gegeneinander. (/Zitat)

Das empfinde ich auch so und ich denke, deswegen werde ich bei Maskenverweigerern und Pimmelnasen auch (innerlich) so wütend: Weil sie sich außerhalb unserer Gemeinschaft stellen und die gemeinsamen Regeln für sie natürlich nicht gelten, während wegen der Maske meine Brille beschlägt und mir von der Nase rutscht!

Und:

(Zitat) Die Leute, die jetzt alle gegen Masken wettern, sind keine Nerds. Nerds haben einen Zugang zu Mathe. Die haben sich die Wahrscheinlichkeiten angeguckt, haben Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadenspotential ausgerechnet, und mit ihren Kosten für Abwehrmaßnahmen verglichen, und bleiben jetzt halt drinnen oder tragen Masken. Zumal es so aussieht, als ob der Schaden nicht zuverlässig reversibel ist. Die Zukunft wird den Nerds gehören, denn die werden diesen Scheiß unbeschadet überleben. (/Zitat)

Montag, 26.10.2020

26.10.2020

Montag

Wie üblich, von Sonntag auf Montag schlecht geschlafen. Allerdings überhaupt geschlafen: Ich wachte bald jede Stunde auf und konnte erst nach einem Toilettengang wieder einschlafen.

Immerhin kamen ein paar Stunden Schlaf zusammen.

Mir träumte, ein Planet wäre vom Xenomorphen verseucht. Das Kashik-Imperium hatte darauf hin beschlossen, die Oberfläche komplett zu sterilisieren und alles dort zu vernichten. Glücklicherweise schien das Imperium nach einigen Dutzend Materiebomben seinen Plan geändert zu haben, denn irgendwann hörte das Bombardement auf, weswegen Joe und ich den Angriff überlebten.

Joe lag auf einer Decke und ruhte sich aus. Er war nicht mehr der Jüngste und die Erschütterungen, der Lärm, der Staub und die Panik hatten ihm ganz schön zugesetzt. Auch schon vor dem Angriff war es ihm nicht gut gegangen, denn wir hatten in ständiger Angst vor den Xenomorphen gelebt. Nachdem ich ihm etwas zu Trinken gegeben hatte, stand ich auf und sah mich um. Die Zerstörung auf der Planetenoberfläche war gewaltig und doch war der Anblick auf eine perverse Art und Weise wunderschön: Joe und ich befanden uns auf einem hohen Plateau und ich blickte hinunter in einen gewaltigen Krater. In diesen Krater hätte sicher eine mittlere Großstadt gepasst und über seinen Rand ergoß sich das Meer in sein Inneres. Im Hintergrund konnte man sehen, dass die Materiebomben der Kashik ein Gebirgsmassiv glatt in zwei Hälften gespalten hatte.

Die Ruhe währte nicht lange, denn Landungsschiffe erschienen über uns. Zu unserer Überraschung handelte es sich nicht um Geräte der Kashik, sondern sie waren terranischen Ursprungs. Sie landeteten auf unserem Plateau und spuckten schwer gepanzerte Soldaten und noch andere Leute aus. Die Soldaten sicherten das Plateau, scherten sich allerdings nicht sonderlich um uns. Kurze Zeit später hockten wir mitten in einem Militärlager. Respekt! Das waren hier nicht die üblichen ,,Space Marines'', sondern eindeutig echte Profis! Immerhin würden die Burschen die Xenomorphen eine Weile lang zurückhalten.

Joe hatte sich gerade aufgerappelt, da erschien eine uralte Frau vor mir. Sie starrte meine Schuhe an und fragte mich: ,,Wer bist Du wirklich?''

Ich schüttelte den Kopf. ,,Das weiß ich nicht.'' antwortete ich ,,Ich weiß es wirklich nicht!''. Sie nickte und legte den Kopf auf die Seite. Dann sah sie mir direkt in die Augen. Dann ging sie fort.

Gegen Abend legten sich viele der Soldaten schlafen. Als die Dunkelheit kam, wurde Joe und mir langsam mulmig. Wir mussten hier weg! Die Xenomorphen würden sicher in dieser Nacht angreifen und da wollten wir nicht im Wege stehen.

Außerdem musste ich dem Imperator Bericht erstatten.

***

Ein lahmer Tag voller Müdigkeit. Immerhin konnte mich eine Kollegin dazu motivieren, unseren Teil des großen Zeitschrifteprojektes zu beginnen.

Den Abend mit ,,Aktzeptanz'' von Vandermeer auf dem Sofa verbracht. Zu Essen gab es Reste vom sonntäglichen Tofu-Gemüse.