KieselBlog

Flusskiesels Notizen

30.03.2020: Der Schreck in den Gliedern

  1. Fotos
  2. Tagesgeplätscher
  3. Gelesen, geguckt und gehört

Fotos

Ich bin froh, dass ich kein Nazi bin denn Dumm sein ist ne Quälerei

Ich bin froh, dass ich kein Nazi bin denn Dumm sein ist ne Quälerei

Der/Die Aufkleberpoet/Aufkleberpoetin wieder.

Tagesgeplätscher

Tagebuchnachholung 29.03.2020

Den Tag verpennt und auf dem Sofa verbracht. Meine ,,Später ansehen''-Liste auf Youtube weiter geguckt. Die ,,Europa was geht''-Folge aus Amsterdam hat mich melancholisch gemacht.

Vegetarische Köfte gemacht. Dummerweise habe ich viel zu viel von der Köftemasse.

Die Nacht

Gute geschlafen. Mir träumte, ich wäre mit dem Thronfolger und der Prinzenmutter im Urlaub und wir würden eine große Wohnung mit zwei Badezimmern bewohnen. Als ich mich morgens Duschen wollte, war dort jedoch schon die sehr attraktive Reinigungsfrau und putzte. Sie hatte nasse Haare. Als ich dann in das zweite Bad ging, traf ich dort auf eine zweite putzende Reinigungsfrau. Sie war nicht ganz so attraktiv und ihre Haare waren trocken.

Der Morgen

Wieder Homeoffice. Gut aus der Kiste gekommen, zum Frühstück Aufbackbrötchen und gekochte Eier und Kaffee. Um sieben Uhr eingeloggt.

Die Zeitumstellung habe ich bisher gut verkraftet: Durch den langen Samstagabend war der Schlafrythmus sowieso wieder aus dem Takt, dass ich sozusagen in den neuen prima reingeflutscht bin.

Befindlichkeit

Mir ist aufgefallen, dass dieses komische Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit der Welt, ja durchaus seine Berechtigung hat: Alles ist jetzt anders und deswegen stimmen die Gefühle mit dem Tatsächlichen überein. Das hilft mir dabei, die Gefühle auch zuzulassen.

Ich musste allerdings heute dem Thronfolger mitteilen, dass ich ihn an seinem baldigen 16. Geburtstag nicht besuchen kann: Ich war jetzt eine Woche lang jeden Tag im ÖPNV unterwegs und bin leicht erkältet. Die Gefahr ist zu groß, dass ich ihn und seine Mutter anstecke. Das macht mich sehr traurig. Sein Geschenk werde ich ihm vor die Tür stellen und vielleicht können die beiden mich ja per Videokonferen dazu schalten.

Heute gelernt

Mir trocknet bei einer solchen Witterung wie zur Zeit eh andauernd die Haut an den Händen aus. In der Folge platzt sie auf, tut weh und blutet. Mit dem häufigeren Händewaschen wird das natürlich nicht besser.

Was tut der erwachsene gesetzteren Alters also?

Er cremt sich die Hände ein! Mir leistet da eine Creme mit 5% UREA (70% mehr Wirkung durch konsequente Großschreibung!) gute Dienste. Allerdings mag ich es nicht, wenn die Hände nach dem Eincremen so ölig-schmierig sind.

Mein Tipp des Tages (für mich): Häufiger die Hände eincremen -- und dafür wenige Creme nehmen!

Nennt mich Blitzmerker!

(Auch wenn es nicht stimmt.)

Die Kamera

Die Canon Ixus 185 ist da und ich bin schon mal sehr gespannt auf die Fotos. Ich werde hier berichten und natürlich ein paar Schnappschüsse posten.

Der Schreck

Nachmittags mit den Eltern telefoniert. Mein Vater wäre beinahe von einem anderen Auto gerammt worden. Das Fahrzeug hat noch einem dritten Auto den Außenspiegel abgefahren und ist dann unbebremst auf eine Wiese gedonnert. Nachdem es einen Mast touchierte, hat es sich überschlagen. Als mein Vater und ein anderer Autofahrer bei dem Fahrer waren, war er wohl schon tot.

Ich hätte fast meinen Papa verloren!

Der Abend

Die Geschichte mit dem Unfall saß mir noch in den Gliedern. Der Thronfolger und ich haben halbherzig Java gemacht und danach habe ich Kartoffeln und Eier gekocht und Fleischwurst und Gurken geschnitten (übrigens: ,,Spreelinge'' von Spreewaldhof sind sehr, sehr lecker!). Dazu Podcasts gehört. Das hat mich abgelenkt. Da der Kartoffelsalat noch durchziehen musste, gab es zum Abendbrot Brötchen mit Käse und sauren Gurken.

Gegen zehn Uhr ins Bett.

Gelesen, geguckt und gehört

Studio Glumm erwähnt den Song Volare und ich denke an unsere Studienfahrt nach München während meines ersten Studiums: Eine Gruppe verhuschter angehender Bibliothekarinnen und Bibliothekare sitzen im Hofbräuhaus in einem Nebensaal (alle anderen Tische waren besetzt mit Touristen und mit Seppelhutbayern). Plötzlich kam eine Gruppe junger Männer rein -- Italiener. Man saß nun da in diesem Saal mit den festgeketteten Bierkrügen an der Wand, ein großer langer Tisch neben dem anderen, teutonischer Krampf neben italienischer Gelassenheit. Man trank Bier und Radler und erst beäugte man sich misstrauisch, später dann freundlich (die wohltuende Wirkung bayerischen Bieres).

Irgendwann stand dann ein junger Mann auf und begann zu singen. Es schien sich um einen Chor zu Handeln. Die Italiener sangen ,,Volare'' und als das Lied beendet war, schauten sie uns erwartungsvoll an. Die Mutigste Kommilitonin von uns stand ebenfalls auf und begann ein deutsches Lied zu singen. Wir anderen wollten sie nicht im Regen stehen lassen und sangen mit. Ich weiß nicht mehr, welches Lied wir sangen, aber wir sangen. Es war kein Wettstreit (den hätten wir gegen einen Chor eh nicht gewinnen können), sondern eine eine freundliche Geste. Die jungen Italiener freuten sich sichtlich.

Wir sangen alle weiter, bis uns ein unfreundlicher Kellner mit Rausschmiss drohte.

Die Völkerverständigung zerplatzte.


Was Marcel über Soziale Netzwerke im Internet schreibt.


Die Bundeswehr bereitet sich auf die Corona-Krise vor.

Wenn es wirklich hart auf hart kommt, werden wir froh über unsere Streitkäfte sein, wenn diese die Versorgung sicherstellen und vielleicht sogar die Polizei unterstützen.


Ich glaube, ich liebe Country Blues.


Frau Brüllen sinniert über zerbrochene Klodeckel. Mir scheint, der zerbrochene Klodeckel ist ein Zeichen unserer Zeit: Der Mensch vereinsamt mitten in der Geschäft(!)igkeit des Seins -- und wenn er versucht, aus dem Dunst (!) der Moderne aufzusteigen zu Licht und Luft und einem anderen Menschen, dann zerbricht alles unter ihm.

Omma hätte ja eine Trittleiter benutzt.