KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-08-26 Freitag - Digitalisierung der Klassiker

Die Nacht ... naja ...

Morgens kurz in eine Videoschalte, dann noch ein wenig Schlaf nachgeholt. Der Himmel ist bedeckt, es hat sich ein wenig abgekühlt. Die Wohnung ist aber leider noch stark aufgeheizt.

Noch immer kein Tropfen Regen.

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Im Podcast ,,Lage der Nation'' gibt es einen Zweiteiler über die Digitalisierung (oder besser: Nicht-Digitalisierung) der öffentlichen Verwaltung in Deutschland:

Was soll ich sagen? Schuldig im Sinne der Anklage! Verschlimmert wird die Situation auch noch dadurch, dass sich viele Führungskräfte mehr damit beschäftigen, sich vor den anderen aufzuplustern als gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Ich habe auch selbst schon mehr als einmal erlebt (allerdings in wesentlich kleinerem Maßstab als in den beschriebenen Beispielen), dass Projekte stockten oder sogar fast scheiterten, weil ein Logo angeblich ,,franselig'' war oder ein anderes Design-Element nicht ,,optisch gerade''.

Das Problem sind Führungskräfte ohne jegliche (!) Fachkompetenz, die aber trotzdem meinen, sich ,,einbringen zu müssen'', anstatt einfach nur dafür Sorge zu tragen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit machen können.

Solange das ,,Wasserkopf-Problem'' in den deutschen Verwaltungen nicht gelöst wird, können wir alle auf die Digitalisierung noch lange warten.

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Ich bin ganz schön müde und lege mich nach dem Mittagessen hin. Das tut gut.

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Lieferessen von Taboule. Sehr leckeres Schawarma, aber unglaublich mächtig. Ich hänge kugelig-plauzig in den Seilen.

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Gedankengang:
Im Zuge dieser Winnetou-Hysterie (,,Ich lasse mir meinen Winnetou nicht wegnehmen!'') kommt mir mal wieder der Gedanke, was das eigentlich mit diesen ,,Klassikern'' soll. Die liest heutzutage doch kaum noch jemand! Die Bücher von Karl May: Kitschige Dialoge, umständliche Sprache des 19. Jahrhunderts. Warum müssen Schüler:innen eigentlich Goethe lesen? Der sagt ihnen doch nichts mehr!

Damit will ich die Bedeutung von Goethe und Schiller für die deutsche Literatur und auch die Sprache (,,des Pudels Kern'') auf gar keinen Fall schmälern! Jedoch ... warum das krude Zeug Kindern zumuten? Warum reichen nicht ein paar Auszüge und Erläuterungen, warum deren Werke in der Rückschau wichtig sind?

Selbst mein ganz persönlicher Klassiker, der Herr der Ringe, ist für viele junge Menschen wegen seiner gestelzten Sprache und seiner Langatmigkeit unlesbar. So what?

Gibt es keine modernen Bücher, die wichtig sind?

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Später am Abend schaue ich in die Serie Y: The Last Man rein. Sie packt mich sofort, obwohl es sich ja um eine Endzeit-Dystopie handelt und mich solche Themen ja eher ängstigen. Die Serie handelt davon, dass plötzlich (!) alle männlichen Säugetiere und damit auch die Männer sterben. Nur ein Mann und sein (männliches) Kapuziner-Äffchen überleben.

Das ist alles unglaublich spannend inszeniert und ich fiebere mit der neuen amerikanischen Präsidentin und ihrem Team mit, wie sie versuchen, die Ordnung so gut es eben geht wieder herzustellen. Besonders hervorgehoben werden die Ingenieurinnen (von denen es nicht allzu viele gibt) und die nun die einzigen Menschen sind, die lebensnotwendige Infrastruktur am Laufen halten können.

Nach der dritten Episode musste ich mich fast schon gewaltsam vom Monitor lösen und ins Bett gehen.