KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-05-11 Mittwoch

Mittelgut geschlafen. Träume voller Unruhe. In einem war ich ein Matrose der US-Navy und unser Schiff wurde bei einer Landungsoperation versenkt. Ich schaffte es irgendwie bis zum Ufer, als ein japanisches Flugzeug eine Bombe in meiner Nähe abwarf. Sie detonierte jedoch zu spät, so dass ich mich noch an das Ufer retten konnte. Überall lagen tote Kameraden, ein schwer Verwundeter schrie verzweifelt um Hilfe, doch der Sanitäter bei ihm stand unter Schock.

Ich hatte Angst, furchtbare Angst. Ich nahm das Gewehr eines Toten auf, aber das klemmte. Also suchte ich weiter und fand eine Maschinenpistole. Langsam begannen die Überlebenden, sich wieder zu sammeln, doch plötzlich verspürte ich den Wunsch, einfach wegzulaufen.

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Aufgestanden um halb acht. Seltsame, gedrückte Stimmung, die sich aus den Träumen speiste. Ich koche erst einmal eine Tasse Kaffee, sortiere meine Aufgaben und bin hin- und hergerissen zwischen einigen Hausputzaufgaben drinnen und Spazierengehen draußen. Ich entscheide mich erst einmal für Letzteres, da ich das schöne Wetter ausnutzen möchte.

Meine wenigen freien Tage packe ich mal wieder viel zu voll, wie mir auffällt. Auch muss ich mich auf eine baldige, sehr schwere Begegnung vorbereiten. Zusätzlich sollte ich mal unbedingt einen Termin beim Hausarzt wegen meiner Kurzatmigkeit machen.

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Ich lese mich durch die RSS-Feeds. Draußen gurren Tauben und ein LKW bringt eine Ladung zur Schlosserei auf dem Hinterhof. Es ist schon sehr warm draußen. Die innere Unruhe steigt, daher beschließe ich, die Prioritäten klar zu ordnen: Zuerst kommt die seelische Gesundheit dran, denn ohne die kann ich mich weder um meinen Wohnung, noch um meinen Körper kümmern. Demzufolge werde ich nachher erst einmal gemütlich Frühstücken gehen und ein paar Dinge besorgen (Brot, Packstation, Kaffee).

Das Frühstück beim Bäcker ist angenehm und ich schreibe noch die letzten Blogeinträge vom Wochenende zu Ende.

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Der „Dri-Dra-Draußentag" tut mir ganz gut. Ich mache mehrere Wege und ruhe mich dazwischen tüchtig aus. Leider erreiche ich meinen Hausarzt nicht, um einen Termin zu bekommen. Für die Kurzatmigkeit kann es ja auch noch andere Ursachen geben denn Long-Covid: Von Lungenkrankheiten bis zu Herzinsuffizienz kann alles dabei sein!

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In der Stadtbibliothek leihe ich Comics aus und verschnauf im Bibliothekscafé, bis mich eine Lesung für Kinder wieder hinaus auf die Straße treibt.

Überall ist Sommerstimmung, jedoch müsste es endlich bald mal wieder regnen. Einkehr im Webster auf ein paar Blonde. Ein dicker Mann, der nicht ich ist, ißt.

Abends traf ich mich mit Freund D. via Skype zum Feierabendbier.