KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-05-09 Montag

Die Nacht war angefüllt mit dem Schlaf des Erschöpften. Mir träumte, ich würde mit meinem Sandkastenfreund ein Spiel spielen: Jeder baute mit Lego etwas zusammen. Sobald er damit fertig war, rief der ,,Stop!'' und der andere musste raten, was denn da zu sehen sei. Bei Erfolg wurden die Bausteine gezählt (jeder Stein ein Punkt) und an die Seite gelegt.

Dann träumte mir, ich wäre ein Superheld. Ich sah ein wenig so aus wie Rorschach und konnte unter meinem Mantel Dolche hervorzaubern. Da ich mehr oder weniger zu einer Superheldengruppe gehörte und wir einen Einsatz vorbereiteten, wollte ich jedoch meine Bewaffnung verbessern. Nachdem ich sehr hektisch meine Trekkingschuhe angezogen hatte, fragte ich unsere Hauswirtin um Rat. Sie zeigte mir ihre Schrotflintensammlung und empfahl mit ein besonders handliches Modell einer Pumpgun, welches sogar ein eingebautes Bajonett vorweisen konnte. Der einzige Nachteil war, dass man zum Nachladen sehr kompliziert den Schaft nach hinten umklappen musste. Die Hauswirtin schenkte mir die Waffe und gab mir sogar noch eine Tüte gemischte Munition dazu. Es gab Munition mit Nägeln, mit Schrauben und sogar kleinen Colaflaschen.

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Aufgestanden um halb neun. Die Knochen und Muskeln ächzten unter den Anstrengungen der letzten Tage. Erst einmal Kaffee gekocht und mich an den PC gesetzt. Nach einem kurzen Dankesgebet an meinen Schöpfer für die Idee, mir ein paar Tage frei zu nehmen, las ich ein wenig in meinen RSS-Feeds und sammelte Todos für den Tag.

Dann probierte ich die Web-Anwendung von Pages aus, denn ich möchte das ggfs. auch auf dem iPad nutzen und da wäre es schön, z.B. Zeilen wie diese auf mehreren Geräten bearbeiten zu können (privat und dienstlich nutze ich auf dem Schreibtisch ja Windows-Rechner). Die Weboberfläche von Pages gefällt mir sehr gut und ist für meine Zwecke vollkommen ausreichend. Mal schauen, wie ich mit der App auf dem iPad zurechtkomme (ich fremdele ja noch immer ein bisschen mit der Bedienung via großem Touchscreen).

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Zeitig breche ich in die Stadt auf, denn die Gruppentherapie ruft laut und vernehmlich.

Beim Barista der Leidenschaft trinke ich eine Vitamingranate (Orange, Apfel, Zitrone). Wenn man beim Barista im Fenster sitzt, kann man älteren Frauen beim Kaffeetrinken in den Nacken schauen.

Die Straßen heizen sich frühsommerlich auf und auf meinem schwarzen T-Shirt erscheinen weiße Ringe.

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Die Gruppensitzung war ganz schön intensiv, denn heute war eine Aufstellung dran. Das war -- wie immer -- eine sehr intensive Erfahrung. Es brauchte eine ganze Weile, bis ich meine Stellvertreter"rolle" wieder ablegen konnte.

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Ein ganz kleiner Ärger: Heute habe ich mal mein iPad statt in die Umhängetasche in meinen „City-Rucksack" gepackt. Der hat zwar ein gepolstertes "Laptop-Fach", die Polsterung schützt das Gerät aber nur zu einer Seite (zum Rücken hin), nicht aber am Boden. Stellt man den Rucksack also eine Spur zu unsanft ab, knallt das iPad relativ ungeschützt auf den Boden.

Da ich in Sachen „Geräteschutz" ziemlich abergläubisch bin (Rückfragen nimmt gerne mein ehemaliges Samsung Galaxy S 7 Edge entgegen!), kaufte ich direkt nach der Sitzung ein Sleeve .

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Abendessen im Biergarten des Ostende. Der Kellner ist lustig und entspannt und hat eine Frisur wie ,,Sideshow Bob'' von den Simpsons.