KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-05-08 Sonntag

Im Zug nach Hause. Erst einmal auf dem Sitzplatz ankommen. Sehr erschöpft und müde. Kaum Luft. Der Kopf ist voller Bilder. Die Eindrücke sind auf mich eingeprasselt wie ein Platzregen auf einen Schwamm. Ich habe in den letzten Tagen versucht, alle Sinne aufzureißen und alles aufzusaugen.

Die Gespenster aus Berlin haben mich freundlicherweise im Frieden gelassen.

Schon am Hauptbahnhof ist der Zug voll.

Eine Oma bringt ihre Enkelkinder zum Sitzplatz und schafft es nicht mehr rechtzeitig aus dem Zug. Lachend führt sie bis Spandau weiter.

Ich fühle mich leidlich sicher auf meinem reservierten Platz .

Der Komfort-Checkin blinkt verheißungsvoll. Jetzt, wo die Flut der Eindrücke nachlässt, spüre ich die Erschöpfung deutlicher. Mit der Erschöpfung kommt die Angst.

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Nach zwei Stunden der erste Besuch im Bordbistro. Die Kühlung ist ausgefallen, weswegen es kein Fassbier gibt. Ich weiche auf ein Neumarkter Lammsbräu Edel Hell aus. Das schmeckt auch ungekühlt.

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Vormittags gingen wir im Görlitzer Park („Görli") spazieren. Mindestens die Hälfte aller Besucherinnen und Besucher dort waren schwarze junge Herren, die ganz offenkundig Drogen feilboten. J. und ich sprachen viel über soziale Themen .

Nach einem Eis auf der Straße („Eis! Eis! EIS! Wir essen Eis!" rief ein Kleinkind voller Begeisterung) fuhr J. mich zum Ostbahnhof.

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Der letzte Teil der Heimfahrt zog sich erwartungsgemäß in die Länge und ich konnte es kaum noch erwarten, in Duisburg anzukommen. Die Fahrt verlief allerdings wie am Schnürchen.

Abends legte ich daheim die Füße hoch und fing sehr zeitig zu Bett.