KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-04-29 Freitag

Recht gut geschlafen. Träume, in denen ich mit Schulfreund D. in Wildau studierte. Ein Dozent ging auf D. zu und fragte ihn, ob seine Schwester noch immer ein Drogenproblem habe und dann gab er ihm auch noch einen Tipp für ein Antidepressivum. D. regte sich sehr über diese Indiskretion auf. Daraufhin empfahl ich ihm mein Antidepressivum.

Die Studierenden strömten aus dem Schlaf in den Hörsaal . Die meisten hatten ihre Sportsachen dabei und ich ärgerte mich wie so oft darüber, dass ich keinen Überblick über den Stundenplan hatte.

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Im Hörsaal fand ich erst keinen Platz, weil alles voller Buntstifte lag. Dann fiel mir auf, dass ich nur meinen Dienst- Laptop dabei hatte mein restliches Equipment lag noch im Schafsaal und ich bekam Angst, dass es gestohlen werden könne. Der Dozent präsentierte uns das „MARSTER-PROGRAMM für ganz Ausgeschlafene" und ich fand das alles total albern.

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Gegen Viertel nach sieben startete ich das Homeoffice.

Eine frühe E-Mail mit ein paar Screenshots machten mich sehr froh: Mein Listenprojest steht kurz vor dem Abschluss!

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Ich muss eine fachlich spannende und kollegiale Videoschalte verlassen und in eine andere Schalte wechseln, wo ich eher in der zweiten Reihe stehe (bzw. sitze). Es macht sich gediegene Langeweile breit.

Es ist sehr sachlich. Es ist sehr organisatorisch. Es ist sehr zäh.

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Worte, Worte, Worte! Viele Worte, lange Sätze!

Ich verstehe kaum, worum es geht.

Es wird viel gedacht. Die Gedanken formen sich zu Wörtern. Die Wörter bilden Sitze. Die Sätze halten sich aneinander fest. Satz ketten marschieren los zur Attacke. Angriff um Angriff brandet an meine Stirn, doch die Verteidigung hält stand.

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Kommunikation ist wichtig. Kommunikation über Kommunikation ebenso.

Darüber hinaus wird es anstrengend.

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Wenn Videoschalten eine gewisse Dauer überschreiten, wachsen in mir Fluchtreflexe.

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Mitten in die Schalte, mitten in den Freitag, platzt die Nachricht herein, dem R., meine erste Chefin bei meiner ersten Arbeitsstelle, plötzlich und unerwartet verstorben ist.

Anstatt mich aus der Schalte zu verabschieden, bewahre ich die Fassade und heule erst nach dem Ausloggen.

R. war ein toller Mensch: Herzlich, voller Humor und eine großartige Chefin. Sie hat aus dem Nichts eine Bibliothek aus dem Boden gestampft.

Ich kann es kaum fassen, dass R. nicht mehr da ist und weiß nicht wohin mit meiner Trauer.

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Der Freitagabend mit dem Thronfolger lenkte meine Aufmerksamkeit angenehm ab.

Wir schauten „Django Unchained". Der Film gefiel uns sehr gut - vor allen Dingen die Performance von Christoph Waltz und Leonardo di Caprio.

Später wollte ich noch nicht Schlafen gehen und guckte noch "Ready Player One". Bei Fans des Buches kam der Film zwar nicht gut an, ich fand ihn durchaus unterhaltsam mit unglaublich vielen Popkultur-Referenzen. Von denen habe ich geschätzt nur 50 Prozent überhaupt bemerkt .

Als dann aber ein "Zauberspruch" sich als die Worte der Macht aus ,,Excalibur'' herausstellte, musste ich dann doch sehr lachen.

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Viel zu spät ins Bett.