KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2021 KW 12

Montag

Seit gestern Abend schreibe ich diese Zeilen hier doch lieber wieder in eine Textdatei. Google Docs ist mir viel zu träge, vor allen Dingen auf meinem Extramobillaptop von Acer.

UTF-8 is beautiful!

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Das Heimweh knödelt und gleichzeitig kann ich mir die verbleibende Zeit gut einteilen: Noch diese Woche und dann die nächste und dann ist schon Ostern und danach nur noch zwei volle Tage und dann geht es schon nach Hause!

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Am Abend noch eine Runde über die Insel Grafenwerth gemacht und für einen Moment auf einer Parkbank Richtung Königswinter geschaut. Das war ein schöner Moment und mir sind wieder einige Gedanken für die Therapie gekommen.

Dienstag

Diese Welt will und will einfach nicht untergehen! Ich tue schon alles: Massenhaft Rindersteaks essen (und auspupsen!), SUV fahren und bei Amazon kaufen und noch immer tut sich so gut wie nichts! Das Leben eines Superschurken ist nicht leicht in diesen Tagen!

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Im Krautreporter-Newsletter las ich von einer coronalen Osterruhe. Spontan beschließe ich, einige Besorgungen (Souveniers für die Daheimgebliebenen) schon diese Woche zu machen. Wer weiß, was noch alles passiert ...

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Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben wieder um neue Corona-Maßnahmen gerungen.

Lustige Vorstellung: Im griechisch-römischen Stil?

PS: Den Gag hat sicher schon jemand gemacht, da bin ich mir sicher. Ist mir aber jetzt egal.

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warme Füße warme Hände fremde Hände

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Ich habe damit begonnen, Briefe an mein zukünftiges Ich zu schreiben und das fluppt ganz erstaunlich gut. Mal schauen, ob die Briefe (die in Wirklichkeit E-Mails sind) auch ankommen!

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Während der Abendrunde habe ich auf der Parkbank auf der Insel gesessen und auf den Rhein geschaut. Es fühlt sich gut an, dass ich mir das inzwischen selber erlauben kann.

Mittwoch

Ein Freund nennt die Pläne, Gründonnerstag in eine Art Feiertag zu verwandeln eine ,,sinnlose Geste des eigenen Versagens''.

Zitat aus seinem Eigenwerbetrailer von Klassik Radio Movie: ,,Helden mit Helmen!''

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Da musste ich dann doch wieder Lachen.

Manchmal können Dinge auch ganz einfach sein: Mich ärgerte, dass ich bei der Inhaltssuche auf meinem Chromebook immer auch Vorschläge für Android-Apps aus dem App-Store bekomme. Wenn ich z.B. meinen Feedreader ,,FreshRSS'' starten wollte, wurde mir auch eine App von diesem ,,Freshtorge'' angeboten und ich sah jedes Mal so ein komisches Gesicht in meiner Chromebook-Suchleiste. Den Quatsch kann man aber glücklicherweise abschalten.

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Beim Herumspielen mit dem Kalender fiel mir auf, dass die Zählweise der Kalenderwochen hier überhaupt nicht stimmt! Warum sagt mir das keiner? Gleich mal rückwirkend korrigiert.

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Wenn wir hier in der Klinik unsere Kämmerlein verlassen, herrscht für uns eine rigorose Maskenpflicht. Das ist nervig und gerade in Therapiesituationen (Gesprächstherapie!) schwierig. Auf die Palme treibt mich allerdings die Angewohnheit sehr vieler meiner Mitmenschen, einem nebenbei ohne echten Blickkontakt etwas ,,heimlich'' zuzuraunen. Da dies eh die Tendenz vieler Leute zum Nuscheln verstärkt verstehe ich von dem Sprachbrei, der mich anschwappt, maximal 50%. Den Rest erschließe ich mir dann meist, was mitunter zu ulkigen Missverständnissen führt.

Für mich ist das eine gute Übung in Abgrenzung, denn eigentlich sollte ich den lieben Mitmenschen klar und deutlich sagen, dass ich sie in solchen Situationen schlichtweg nicht verstehen kann.

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Mein Chromebook merkt sich jetzt die letzten fünf Inhalte der Zwischenablage und ich kann diese nun mit ,,Lupe+V'' aufrufen. Das ist schön! Die drei Sternchen, welche hier mehr oder weniger gut Sinninhalte trennen, sind nämlich in Wirklichkeit ein einfacher HTML-Code, den ich einfüge und nun gerne aus der besagten Zwischenablage hole.

Auch richte ich mir mein Acer-Chromebook (das kleine, mobile) und das Lenovo-Chromebook (das größere, eher stationäre) unterschiedlich ein: Auf dem Lenovo nutze ich mehr Web-Apps und auf dem Acer eher Android-Apps. Letzteres, da diese naturgemäß besser im Offlinemodus funktionieren.

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Manche Leute sprechen nahezu alles aus, was ihnen begegnet (Captain Obvious).

Abgrenzung! Abgrenzung!

Donnerstag

Eine Sache aus der Klinik beschäftigt mich sehr und ich lerne, meinem Gefühl zu trauen (sorry wegen der Nebulösität des Satzes, aber es geht leider nicht anders).

Die Schließtage über Ostern sind abgesagt und Angela Merkel gibt einen Fehler zu und das ist leider eine kleine Sensation, denn eigentlich sollten Menschen mit großer Verantwortung häufiger und ehrlicher Fehler eingestehen. Vielleicht könnten alle anderen aber auch ein wenig netter beim Verzeihen von Fehlern sein.

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,,Nashorn starb an Darmschluss'' ist heute tatsächlich eine Schlagzeile.

Freitag

Berufswunsch Kirchenkritikerin.

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Wieder viele Spaziergänge im herrlichen Frühlingssonnenschein. Meine Mutter erzählte mir am Telefon, bei ihrem Besuch sei ihr und meinem Vater doch stark aufgefallen, wie locker und offen ich doch gewesen sei und das sie sich sehr darüber freuen würden.

Ich selbst fühle mich tatsächlich sehr bei mir.

Gefühlsinventur: Heimweh, Freude, Aufregung, ,,Bald-geht-es-nach-Hause''-Modus, Vorfreude auf meinen Sohn, Sehnsucht (nach wem, schreibe ich hier nicht hin!), Gelassenheit, Melancholie.

Ich werde wohl eine Menge Gespenster von hier mit nach Hause nehmen.

Samstag

Viel gelesen an diesem Tag. Das Buch ,,Spearhead'' zu Ende gelesen. Es war sehr spannend und sehr bewegend. Außerdem habe ich mir noch eine neue, leichtere Schlägermütze für den Sommer gekauft.

Mützenträger sind übrigens intelligente Menschen, da die Mütze die Großhirnrinde (den Sitz der Vernunft!) wärmt.

Diese Erklärung habe ich mir soeben ausgedacht!

Nachmittags Besuch von einem treuen Freund. Wir gingen langsam Spazieren (der Freund hat ,,Rücken''). Abends habe ich dann wieder vor dem Schlafengehen ein wenig gelesen. Ich war so müde, dass ich mich über die Zeitumstellung ausnahmsweise gefreut habe. Normalerweise ärgere ich mich über diesen Unsinn nämlich.

Sonntag

Dank des frühen Nachtschlafes gut um 6 Uhr Sommerzeit aus dem Bett gekommen. Den Vormittag langsam und bedächtig spaziert und auch am Ohbach mal meditiert, was erstaunlich gut geklappt hat.

Nachmittags ging es dann mit der Fähre rüber auf die andere Rheinseite und zum Rolandsbogen hinauf. Das war ein schöner, aber auch sehr anstrengender Ausflug (ca. 25.000 Schritte) in guter Begleitung.

Abends dann noch ein wenig gebloggt und früh zu Bett.