KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2020-12-28 Montag

Die Nacht

Weitgehend schlaflos. Vielleicht war es ein Fehler, zu lange am PC zu sitzen, denn vor meinem inneren Augen zogen unruhig Landschaften vorbei. Mir träumte, ich wäre der Spross einer wichtigen und alten Familie. Ich hörte davon, dass Menschen darunter zu leiden hatten, dass ihre Identitäten von Doppelgängern übernommen wurden. Selbst eineiige Zwillinge hatten eineiige Doppelgänger! Da musste etwas getan werden. Noch im Foyer des Familienanwesens bat ich den Notar, er möge mir Schwert und Rüstung besorgen. Er verschwand, um kurz darauf mit dem Angebot zurückzukehren. Er hatte da etwas Schönes aus dem 19. Jahrhundert gefunden. Schwert und Rüstung waren beide etwas Besonderes! Ich war begeistert!

Der Morgen

Aufgestanden um Viertel nach fünf. Angezogen und gewogen: 148 kg! Die Kurve zeigt nach den Weihnachtsfeiertagen steil nach oben — und das habe ich alles ganz ohne Süßigkeiten geschafft! Ab jetzt ist wieder Disziplin angesagt!

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Auf dem Weg zum Hauptbahnhof einen Brief an einen alten Schulfreund eingeworfen und mich seit Tagen endlich wieder über maskenbedingt beschlagene Brillengläser geärgert. Die Straßen waren leer, aber nicht ausgestorben.

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Das Dienstgebäude lag da wie ausgestorben. Nur der Empfang und der Kollege aus der Poststelle ist um halb sieben Uhr morgens da. Ich kochte mir erst einmal einen starken Kaffee, dann schloß ich den Dienstrechner an. Die Arbeitsaufträge hielten sich in Grenzen und in mir keimte die Hoffnung auf, dass das auch so bliebe.

Der Tag

Viel mit der netten Kollegin gequatscht, die mit mir zusammen die Stallwache hat. Ein ruhiger und netter Arbeitstag.

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Zufallsfund:

(Zitat)

Die komplette „Alien vs. Predator“-Reihenfolge:

  • „Alien vs. Predator“ (2004)

  • „Aliens vs. Predator 2“ (2007)

(/Zitat)

Super! Endlich kenne ich die korrekte Reihenfolge der zwei Alien vs. Predator-Filme!!

Der Abend

Auf dem Heimweg versucht, eine Flaschenpost-Bestellung für Silvester aufzugeben, doch die nahmen keine Aufträge mehr an: Sie sind überlastet. Ich nahm mir vor, es am nächsten Tag noch einmal zu probieren oder für den Silvestermorgen vorzubestellen.

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Daheim ein Kärtchen von einer Nachbarin an meiner Tür. Sie hatte ein Päckchen für mich angenommen! Da ich keines erwartet hatte, war ich natürlich ziemlich aufgeregt. Allerdings musste ich erst noch wieder einmal durch das Treppenhaus stapfen, um ihre Wohnungstür zu suchen (bis auf den älteren Herren im Erdgeschoss und meinen chinesischen Nachbarn von gegenüber kann mich mir keine Namen im Haus merken). Unterwegs ging das Zeitschaltuhrlicht aus und ich tapste ängstlich die Stufen hinunter bis zum nächsten Lichtschalter.

Das Päckchen entpuppte sich als Weihnachtsüberraschung meines alten Freundes A.:

Weihnachtsüberraschung

Spitzwegs ,,Bücherwurm'' hat mich natürlich besonders bewegt und ich habe es sogleich aufgehängt.

Am Abend habe ich mich bei A. mit einem Brief im Stile eines widerlichen deutschen Kolonialbeamten in Afrika bedankt.

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Eine kleinere Aufgabe, welche schon länger in meiner Todo Liste herumdümpelte, war mein iCloud-Adressbuch aufzuräumen. Durch mein Dienst-iPhone habe ich meine uralte Apple-ID wieder reaktiviert und mit dem Gerät verknüpft. Da tauchten auf dem iPhone plötzlich vergessene Kontaktdaten auf. Die wollte ich dann mal in Ruhe vom heimischen PC aus aufräumen und stockte plötzlich bei einigen Porträtfotos, die ich schon damals gerne in meinem Adressbuch hinterlegt hatte. Beim Betrachten der Fotos kam mir ein Zitat aus dem Film ,,Brazil'' in den Sinn. Als nämlich Sam mit Mr. Helpmann alleine ist und der Freund seines verstorbenen Vaters in Erinnerung an eben diesen Freund wehmütig wird, spricht er — Mr. Helpmann — plötzlich vom ,,Geist in der Maschine'' und schreibt mit dem Finger ,,ERE IAM JH'' in den Staub. Das ist ein Anagramm von JEREMIAH, der Name von Sams Vater und (wie sich später herausstellt) ein wichtiger Geheimcode.

An diesen ,,Geist in der Maschine'' musste ich denken, als ich diese Kontakte und Fotos war. Manchmal sind Menschen für uns nur noch Geister in der Maschine. Vielleicht werden wir durch unsere Spuren im Netz selber zu Geistern in der Maschine.

Aus dem Netz gefischt

Boris Johnson: Niederlage eines vollendeten Opportunisten | Via Caasn

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Der Weltraum, unendliche Weiten

Ein ganz toller Artikel über das, was wir über das Universum wissen und nicht wissen.

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77 gute Nachrichten, von denen du 2020 wahrscheinlich nichts mitbekommen hast

Da sind wirklich schöne Nachrichten dabei …

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Was Meditation wirklich bringt – und was nicht, verständlich erklärt

Nach langer Pause habe ich wieder vorsichtig mit dem Meditieren begonnen und bin mal wieder erstaunt, welche positiven (in meinem Fall: Beruhigende) Effekte das für mich hat. Ich muss mich ja sonst eher total auspowern oder Medikamente nehme, um ruhiger zu werden.