KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2020-12-21 Montag

Nachklapp der letzten Tage

Freitag

Freitag war ein sehr anstrengender Arbeitstag, da im Intranet Informationen für ein größeres Projekt vorbereitet werden mussten. Das habe ich alles geschafft und hoffe, dass es am Montag auch klappt. Abends war der Thronfolger da und wir haben uns Burger und ,,Gotham'' gegönnt. Später habe ich noch alleine ,,Alien vs. Predator 2'' und ,,Errementari'' gesehen. Der Alienfilm war dumm und für mich viel zu brutal, der zweite Film sehr schön gefilmt mit stimmungsvollen Bilder und mehr Fantasy als Horror. Viel zu spät ins Bett.

Samstag

Lange geschlafen und den Tag über nichts wirklich hinbekommen. Niedergeschlagen und einsam gefühlt. Die Pandemie verflucht. Ein Brief eines alten Freundes hob die Stimmung ein wenig: Ich habe gleich auf der Olympia Traveller de Luxe eine Antwort geschrieben und sie sofort in den Briefkasten geworfen. Mit Rückenschmerzen ein wenig spazieren gegangen. Ein doofer Tag. Abends immerhin Homekneiping via Videokonferenz, was mich sehr aufgebaut hat.

Sonntag

Wieder lange geschlafen (wenn auch nicht so lange wie am Samstag). Stimmung war wieder schlechter, dazu kamen noch die Nachwirkungen der Homekneiping-Biere. Ein ordentlicher Spaziergang half ein wenig, danach noch ein Telefonat mit Freund O. Abends gönnte ich mir Lieferessen vom China-Restaurant und ein bisschen Youtube-Gucken dabei. Sehr früh zu Bett.

Die Nacht

Mir träumte, ich würde auf eine Reise gehen. Erst ging es in die Niederlande. Dort übernachtete ich in einem Hotel und ging über prallvolle, bunte Märkte. Am nächsten Tag wollte ich weiter nach Belgien und lief zum Bahnhof von Rostraum (so hieß die Stadt nämlich). Dort wunderte ich mich, dass niemand eine Mask trug. Eine junge Frau klärte mich auf, dass man zwar keine Maske tragen müsse, man aber nicht ,,Herumlaufen'' dürfe. Dabei schaute sie mich streng an.

Dummerweise musste ich aber ,,Herumlaufen'', denn ich musste noch in eine Umkleidekabine im Bahnhofsbereich um mir eine Hose anzuziehen. Dann vergass ich ständig meine Reisetasche und lief hin und her. Ich war sehr nervös und ängstlich, weil ich ja ganz alleine unterwegs war und nicht genau wusste, welchen Zug ich nehmen sollte. Auch machten mir die fremdartigen Fahrkarten Angst. Zwei Frauen aus Deutschland sprachen mich an. Wir fanden heraus, dass sie auch nach Belgien fahren wollten und nun war ich wenigstens nicht mehr ganz alleine.

Morgens

Um kurz nach vier (!) aufgestanden. Durch das frühe Schlafengehen war ich auch früh wach. Da ich aber nicht vor vier Uhr aufstehen mag, habe ich mich einfach noch eine Weile hin- und her gewälzt. Der Rücken machte sich immer mehr bemerkbar. Nach dem Aufstehen Brötchen aufgebacken, abgewogen und geschmiert. Die Waage zeigte einen ordentlichen Ausschlag nach oben und ich muss unbedingt wieder mehr Disziplin in mein Leben bekommen, zumal ja auch Weihnachten vor der Tür steht.

Befindlichkeiten

Ich fühlte mich wegen der nachlassenden Essensdisziplin wie ein Versager, obwohl mir klar ist, dass das der falsche Weg ist — es ist besser, einfach das Richtige zu tun anstatt über das Falsche zu hadern. In mir stieg Angst hoch, wie ich die Weihnachtsfeiertage nahezu alleine überstehen soll. Freund O. hat mir dankenswerterweise angeboten, dass wir am ersten Weihnachtstag miteinander telefonieren können. Vielleicht bietet so ein stilles Weihnachtsfest auch Zeit für Meditation und Einkehr und lange Spaziergänge.

Tag

Die Fußwege haben mir gut getan (beim Eintreffen im Büro hatte ich schon über 6.000 Schritte auf der Uhr) und trotz meiner Angst vor Corona freute ich mich doch sehr, meine Arbeitskolleginnen wieder zu sehen. Ich nahm mir am Mittwoch spontan einen Überstundentag, damit ich direkt bei Geschäftsöffnung einkaufen gehen und später noch die Wohnung putzen kann. Die Erleichterung, die mich danach durchfuhr, fand ich bemerkenswert.

Abend

Früh müde. Noch ein paar Haushaltsdinge erledigt und mit der Mutter des Thronfolgers wegen ihres Besuches bei mir telefoniert. Sie werden mich wohl wie geplant an Heiligabend besuchen und die beiden werden meine einzigen Face-to-Face-Kontakte sein. Ein wenig Carrier-Command gespielt und eine der letzten Inseln erobert.

Vor dem Schlafengehen noch einen Brief auf der Schreibmaschine geschrieben. Zwar habe ich es wie jedes Jahr nicht geschafft, Karten und Briefe rechtzeitig vor dem Feste zu versenden, aber jetzt können sich Freunde (hoffentlich) direkt nach Weihnachten über postalische Grüße freuen.

Bei den Kalorien weit unterhalb der täglichen Grenze geblieben. Es war einfach so.

Gegen halb zehn ins Bett.

Aus dem Notizbuch

08:42: Pro-Tipp! Wenn Du in Gotham-City wohnst und irgendwo findet ein Straßenfest oder ein Konzert statt: Nicht hingehen!

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16:22: Heimeligkeit springt einen durch den Regen an.

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Der Reporter der Zeitung ,,Lünen-Presse'' erntet regelmäßig seltsame Blicke, wenn er sich höflich (wenn auch leicht nuschelnd) Corona-Leugnern vorstellt.

Aus dem Netz gefischt

Wenn du Pilze finden willst, musst du anfangen, wie ein Pilz zu denken.

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Auch wenn es jetzt gelegentlich regnet: Der Boden in Deutschland leidet noch immer unter Dürre

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Bei Herrn Buddenbohm las ich das schöne Wort ,,Zerkarien''. Ich stelle mir vor, dass das kleine rote Beeren sind, süß und lecker. Singvögel mögen sie gerne und sie lieben es, krähenden Babies diese herrlichen Geschenke Gottes in die Mündlein zu stopfen, damit diese, verwundert über den Geschmack, zu schreien aufhören und stattdessen lächenlnd einschlafen.

In Wirklichkeit sind Zerkarien aber etwas ganz anderes.

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Corona-Warn-App: Warum Sie nach dem Update weniger Risikokontakte sehen

Auf meinem Android-Gerät ist das Update auch schon angekommen.