KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2020-12-02 Samstag

Nachklapp der letzten Tage

Mittwoch, 30.12.2020

Der letzte Arbeitstag des Jahres. Wieder viel mit der Stallwachenkollegin gequatscht. Am Nachmittag kam ein ehemaliger Arbeitskollege vorbei und mein bester Freund Flöte holte mich von der Arbeit ab.

Donnerstag, 31.12.2020

Lange geschlafen und dann noch Einkaufen gegangen. Um für das abendliche Silvestergrillen noch an Chorizo zu kommen und weil es nur dort eine Variante als kleine Würstchen gibt, bin ich zum Rewe in Duissern gelaufen. Auf dem Wege dorthin brachte ich dem Thronfolger noch sein Weihnachtsgeschenk vorbei, dass erst am Tage zuvor in der Packstation gewesen war.

Ab 18 Uhr habe ich dann in der Küche gegrillt: Der Tischgrill stand auf dem Herd und meinen Küchentisch hatte dorthin geschoben. So konnte ich ohne aufzustehen die Würstchen und das Fleisch umdrehen und gleichzeitig via Videokonferenz an der Silvesterparty teilnehmen. Es wurde viel gelacht und ich muss sagen: Das war einer der schönsten Silvesterparties, an der ich bisher teilgenommen habe.

Freitag, 01.01.2021

Geschlafen, geruht. Mit dem Buch ,,Eine höhere Pflicht'' begonnen, welches die Geschichte der Begegnung zwischen Franz Stigler und Charles Brown im zweiten Weltkrieg über Deutschlands erzählt. Abends gebadet, viel nachgedacht. Zeitig zu Bett.

Die Nacht

Schlaf mit vielen Unterbrechungen. Ich war noch sehr müde vom Jahresübergang. Mir träumte, der Thronfolger und ich würden durch eine Stadt laufen. Er hatte Hunger und wollte Pommes oder etwas ähnliches, ich rechnete jeden Moment damit, dass Xenomorphen die Stadt angriffen. Irgendwann hatte der Thronfolger so viel gequengelt, dass wir zu einem Stand gingen, an dem eine Süßigkeit namens ,,Midnight'' verkauft wurde. Der Thronfolger freute sich, denn das war seine Lieblingssüßigkeit, die es aber nur selten zu kaufen gab. Der leicht schräge Verkäufer tütete ,,Midnight'' ein und ich schaute mich um. Männer trugen ein Kind auf einer Trage ins Hinterzimmer des Ladens und ich folgte ihnen. Die Männer waren sehr besorgt, denn das Kind war sehr krank und war nicht ansprechbar. Schnell sprach ich ein paar Zaubersprüche und holte das Kind ins Leben zurück. Die Männer waren sehr dankbar und einer von ihnen — der Vater des Kindes — ließ uns in sein Wohnmobil. Dort spielte schon der Thronfolger mit dem Kind (einem Mädchen). Wir würden mit ihnen gemeinsam aus der Stadt fliehen, beschloss der Mann. Vorher noch kamen die anderen Männer ebenfalls in das Wohnmobil und es wurde ein Plan geschmiedet. Es waren wilde, aber gute Kerle und ich bekam Hoffnung, dass wir es schaffen konnten.

Doch der Angriff kam uns zuvor und er verlief anders, als erwartet: Statt Xenomorphen kamen Riesen und andere Phantasiegestalten und randalierten in der Stadt. Von überall her strömten Superhelden herbei und bekämpften die Monster. Ich beteiligte mich am Kampf, hatte aber mehr und mehr Schwierigkeiten, zwischen den Superhelden und den Angreifern zu unterscheiden.

Der Morgen

Aufgestanden um acht Uhr. Schön mit Chromebook und Kaffee in der Küche gesetzt, um nachzuschauen, was das Internet so alles in den letzten Tagen getrieben hat. Viele Jahresrückblick gelesen.

* * *

Als ich mich an der Nase kratze, brökelt getrocknetes Blut herunter. Ich muss mir unbemerkt einen großen Pickel aufgekratzt haben. Passt zur momentanen Stimmung (siehe weiter unten).

Der Tag

Einen langen Spaziergang Richtung Mülheim gemacht. Dabei ein wenig vom rechten Weg abgekommen und die guten Sneaker eingesaut. Daheim gelesen und ausgeruht. Ein längeres Telefongespräch mit einem guten Kumpel und dabei sehr gute Ratschläge wegen meiner momentanen Befindlichkeit (siehe weiter unten) bekommen. Leichtes Aufatmen.

Am frühen Abend kam der Thronfolger zu Besuch. Die Pizza zum Seriengucken habe ich mir runtergewürgt. Die Befindlichkeit (siehe weiter unten) liegt mir wie eine Faust im Magen.

Früh zu Bett.

Befindlichkeit

Liebeskummer. Eigentlich stand hier noch mehr, aber es wäre nicht gut, könnte das jeder im Internet lesen.

Jahresrückblick

Wegen o.g. Befindlichkeit habe ich momentan keinen Kapazität zur Rückschau. Nur so viel: Dieses Jahr wurde es ernst mit dem Homeoffice: Ich habe mir einen ordentlichen Schreibtisch gekauft und einen Monitor. Netzwerk- und andere Verkabelungen ausgebaut (ich bin zu faul zum Umstöpseln). Gefühlt Wochen am Stück nur von daheim aus gearbeitet und dabei nach Feierabend wie viele ein wenig in Alkohol und schlechtem Essen versumpft. Ich habe gelernt, wie wichtig mir der persönliche Kontakt zu meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen ist, obwohl ich mich ja selbst immer eher als verschrobenen Eremiten gesehen habe. Vielleicht bin ich ja in Wirklichkeit ein verschrobener Eremit, der gerne unter Leute geht?

  1. Kaum die Freunde gesehen, von einem Besuch in Hameln im Mai mal abgesehen (war echt schön).
  2. ,,Homekneiping'' via Videokonferenz entdeckt und darüber neue, sehr nette Menschen kennengelernt.
  3. Nach Jahren des Kleingehaltenwerdens und kleingeistiger Bekrittelung und Zurücksetzung meiner Arbeit auf der alten Stelle bin ich nach dem Wechsel Anfang 2019 nun im November 2020 befördert worden. Mir geht es dabei nicht um das Geld sondern die Anerkennung tut unendlich gut und ich scheine ja dann wohl doch nicht alles falsch gemacht zu haben.
  4. Im Mai wurde unsere Ehe geschieden. Als meine nun geschiedene Ehefrau und ich das Gerichtsgebäude verlassen hatten, haben wir noch kurz mit dem Anwalt geredet und dann sind wir beide zusammen was Trinken gegangen. Irgendwie war es gut, dass es endlich einen Schlussstrich gibt, aber es tut auch jetzt noch verdammt weh.
  5. Eigentlich wollten der Thronfolger und ich im Sommer eine kleine Reise nach Wien unternehmen, haben das aber dann doch gelassen. Das Risiko war einfach zu groß. Überhaupt hatte ich das Jahr über versucht, keine Pläne für irgendwas zu machen.
  6. Mein erstes Weihnachten ohne meine Eltern persönlich getroffen zu haben. Videokonferenz am ersten Weihnachtstag war schön, aber auch irgendwie ein bisschen zu sperrig (meine Eltern sind an ViKos natürlich überhaupt nicht gewöhnt — im Gegensatz zu mir). An Heiligabend besuchten mich der Thronfolger und seine Mutter und das war schön. Der Rest des Festes war sehr traurig.

Tja … da meinte ich, ich würde kaum was zum letzten Jahr schreiben können und dann kommt doch eine ganze Menge zusammen!

Aus dem Netz gefischt

Anleitung: Wie eine Möbelmesse nicht funktioniert

Sehr unterhaltsam geschrieben. Ich erinnere mich daran, wie ich damals mit Freundin und einem guten Freund über eine Ernährungsmesse (die Anuga?) irrten. Wir waren an einem Tag in die Messe gelangt, an der eigentlich kein Publikumsbesuch erlaubt war. Irgendwann erreichten wir die Halle mit den Brauereien und über den Rest des Tages wollen wir nun den Mantel des Schweigens werfen.

* * *

Du mich auch 2020, du mich auch

Zwischenzeitlich habe ich ja so meine Zweifel, ob ich hier an dieser Stelle so viel von meinem Innenleben preisgeben sollte. Auf der einen Seite gefährlich, auf der anderen Seite habe ich ja nicht viel zu verbergen, was meine Befindlichkeiten angeht. Solch persönlichen Einträge wie der oben verlinkte oder die von Christian machen mir dann aber wieder Mut und das Schreiben hilft mir dann sehr.

* * *

Ein Corona-Jahresrückblick

Dem ist nichts hinzuzufügen.