KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2020-11-29 Sonntag

Nacht

Am Samstagabend habe ich im Bett liegend (keine Sorge — ich war züchtig beschlafanzugt!) noch an meiner Thunderbird-Installation unter Crostini geschraubt, denn es gab weiterhin Verbindungsprobleme und zwar nicht nur beim Versand, sondern auch beim Upload von E-Mails in diverse Ordner auf dem Server. Gegen zwölf Uhr nachts (!) musste ich dann doch abbrechen und habe die Linux-Installation erst mal gelöscht und werde mich ein andermal weiter damit beschäftigen.

Mir träumte, ich wäre irgendwo mit anderen Leuten und da lagen so Hochglanzmagazine herum und es hieß, meine große Jugendliebe habe dort mit großen farbigen Bilder inseriert. Viel zu aufgeregt lief ich zum Stapel, um eines der Hefte zu ergattern. Ich blätterte hastig darin, bis ich die Fotos fand und sie waren wirklich schön und geschmackvoll.

Morgen

Um kurz vor neun stand ich auf und die Muskeln und Gelenke knirschten. In den letzten zwei Tagen habe ich jeden Abend über 10.000 Schritte am Stück gemacht. Für die Bewegungswunder unter meinen Lesefröschlein: Das ist für einen 150-Kilo-Menschen wirklich viel! Ich beschloss, an diesem Sonntag keine große Runde zu drehen und höchstens einen kleinen Spaziergang zu machen.

A propos 150 kg: Heute war ich mit 149,2 kg endlich mal unter der ,,magischen Grenze'', welche ich unterschreiten muss, damit ich in der Klinik aufgenommen werden kann. Natürlich muss ich wegen der Referenzwaage in der Klinik und wegen meiner zum Teil sehr hohen Gewichtsschwankungen (in der Regel sicherlich Wasser) noch einen gewissen Puffer haben, aber es fühlt sich gut an, das erste Etappenziel erreicht zu haben.

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Nach dem obligatorischen Wiegen und der Einnahme meiner Medikamente saß ich dann erstmal wieder fröhlich mit Kaffee und Chromebook in der Küche.

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\ In meinem Feedreader habe ich das Theme ,,origene'' ausprobiert (da ich mir nicht viel aus Design mache, beachte ich Themes normalerweise nicht so) und bin total begeistert, weil es so schön klar, aufgeräumt ist und auch auf kleineren Displays gut funktioniert! Voller Dankbarkeit habe ich dem Entwickler eine Dankes-E-Mail geschrieben.

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Als im Radio WDR2 die ganze Zeit über 50 Jahre Tatort schwadroniert wird, schalte ich das Gerät aus.

Geständnis

Zum Frühstück etwas Buttermilch (Danke an Christian für den Tipp!). Ich habe sie leicht gesüßt.

In diesem Zusammenhang muss ich jedoch hier ein Geständnis machen. Ich habe lange überlegt, ob ich mich hier in der Sache öffentlich outen sollte, aber ich denke, ich sollte ehrlich mich Euch sein. Sicherlich wird das viele von Euch schockieren und vielleicht könnt Ihr nie wieder mein Blog lesen, aber die Wahrheit muss nach Jahren des Versteckens und der Lügen hier einfach mal raus. Mir zittern die Hände während sie _es _in die Tastatur tippen:

Ich benutze Süßstoff.

Uff! Jetzt ist es raus! Ihr wisst bescheid! Ich tue diese schreckliche Untat, ich begehe dieses scheußliche Verbrechen gegen mich und die Umwelt, denn ich süße meine Speisen und Getränke gelegentlich mit Produkten, die zum großen Teil aus Chemie bestehen! In einigen Süßstoffen ist angeblich sogar Atom drin!

Ich bin mir der Gefahren bewusst: Nach dem Konsum von selbst winzigen Mengen Süßstoff verdreifacht sich innert Tagen das Körpergewicht und wer nicht dem ,,schnellen Süßstoff-Tod'' erliegt (hier Archivmaterial über den ersten Menschen, der jemals Süßstoff zu sich genommen hat — nichts für schwache Nerven!), der wird langsam aber sicher verkümmern und vergehen.

Doch ich kann nicht anders als mich dem Schlankheits- und Schönheitsideal der Industrie zu beugen, dass ein BMI von 42 ,,irgendwie nicht gut ist'' und welches mich mit Fat Shaming dazu bringt, mich zu den Maßen eines Magermodels herunter zu hungern.

Jedes Mal, wenn ich mir ein paar Spritzer dieses Dicken-Heroins in meinen Quark rühre, fühle ich mich, als würde ich in einem Sportwagen sitzend auf eine Klippe zurasen.

Ich bin verloren!

Lifehacks

Es gibt Silikondeckel für große Joghurt- bzw. Buttermilchbecher, damit man nicht so unwürdig die Alufolie wieder um den Rand klappen muss:

Silikondeckel für Joghurtbecher

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Wenn man auf den Seiten des Deutschlandfunks einen interessanten Beitrag (z.B. über die ,,Rattenlinie'') findet und den über einen Dienst wie podmash in seinen Podcatcher holen möchte, dann kann man einfach den Webplayer starten (,,Beitrag hören'') und schon erscheint rechts oben im Widget des Players ein Download-Link!

Für alle anderen gibt es natürlich auch noch das tolle Audio-Archiv des Deutschlandfunks!

Der Rest des Tages

Abwechselnd die Bude aufgeräumt und am PC gesessen um irgendwelchen Kram zu erledigen. Alles ganz entspannt. Einen großen Salat für morgen gemacht und mir auf die unwürdigste aller vorstellbaren Arten den linken Daumen gequetscht.

Abends Husten, Schnupfen und leichtes Halsweh. Sonstiges Wohlbefinden gut: Kein Geschmacksverlust, kein Fieber. Ich tickerte mit der Leiterin und mit der Vorgesetzten und sie stellten klar, dass ich am nächsten Tag auf jeden Fall zu Hause bleiben sollte. Ich kann ja auch von hier aus gut arbeiten. Eigentlich alles in Butter, eigentlich alles in Ordnung — und doch stieg in mir die Angst, dass ,,es mich erwischt'' habe.

Ich lenkte mich mit der Demoversion von ,,Carrier Command: Gaea Mission'' aus dem Jahr 2012 ab, einem Spiel, desse Vorgänger von 1988 ich seinerzeit sehr intensiv gespielt habe. Man steuert ein vollautomatischer Flugzeugträgerlandungskriegsschiff und muss in einem Archipel von Inseln gegen sein Gegenstück kämpfen. Dazu erobert man mit Hilfe von bis zu vier ,,Walrus''-Amphibienpanzern die Inseln, während man mit ebenfalls bis zu vier ,,Manta''-Flugzeugen Luftunterstützung dazu gibt, bzw. den Träger beschützt. Die eroberten Inseln können dann unterschiedlich besetzt werden. Ressourcen (Treibstoff für Träger und die Fahrzeuge), die Produktion von Nachschub (Munition, Ausrüstung und Ersatz für verlorene Panzer und Flugzeuge) sowie deren Transport sind wichtige Spielelemente: Wenn man nicht aufpasste, wurde man vom Gegner von seinen eigenen Nachschublinien abgeschnitten und dümpelte fürderhin mit leeren Tank auf dem Ozean herum. Umgekehrt konnte man auch geschickt den feindlichen Träger einkreisen und ihn dann überlegen angreifen und zerstören. Cool war es, neben den kleineren Fahrzeugen auch das große Schiff zu steuern, dass mit einer Laserkanone, einem Lenkraketenwerfer und allerlei Drohnen ausgestattet war (merke: Das Spiel ist von 1988!). Die Kritiken für das Remake sind zwar nicht sonderlich gut, aber ich will dem Spiel vielleicht doch eine Chance geben. Bei 4,99 € macht man sicherlich nichts falsch.

Gegen halb elf müde und aufgekratzt zu Bett.

Aus dem Internet

Gelesen

Die andere Seite

,,Merke: Etwas, über das Fritze Merz sich ernsthaft Sorgen macht, kann unmöglich völlig schlecht sein.''

Bilderflut

Zugvögel sammeln sich

Zugvögel sammeln sich