20.05.2020: Wieder nach Düsseldorf

  1. Nacht
  2. Morgen
  3. Mittag
  4. Nachmittag
  5. Abend
  6. Podcasts
  7. Corona: Stille Hoffnung
  8. Schnappschüsse
  9. Gedankensalat
  10. Gelesen, geguckt und gehört
  11. Was heute gut war

Nacht

Nach ein paar Einschlafproblemen (aufgeregt wegen des neuen PCs) relativ gut gepennt, nur zwei Toilettengänge zur Nacht (Mitternacht, zwei Uhr) störten ein wenig.

Mir träumte Wirres von Reisen, von einer riesigen Modelleisenbahn im Elternhaus, von einem Besuch bei Leuten mit einem Opa, der ständig kleine Häuserzeilen bastelte , welche sehr schön waren, ob ihrer schieren Anzahl aber nervten. Dann ging es um einen Schlüssel und dass man die einem jungen Mann vor Jahren gab und er hilflos war, denn er war nicht in der Lage (wie ich später), einfach einen Trinken zu gehen.

Morgen

Aufgewacht um vier Uhr und wieder eingedusselt bis halb fünf. Eigentlich wollte ich die Lichtphase (30 Minuten) des Weckers bis fünf Uhr weiterschlafen, dann fiel mir auf, dass ich ja doch schon wach sei und deswegen bin ich raus aus dem Bett.

Seltsamerweise beschlich ich mich ein schlechtes Gewissen, obwohl dies eigentlich rein ist (solche Gefühle überfallen mich manchmal hinterrücks). Vielleicht liegt es an der gestrigen Begeisterung für den neuen PC.

Auch fällt mir es ein bisschen schwer, mich in die Routine des Pendelns wieder einzufügen. Kurz vor dem Losgehen bumpert das Herz vor Aufregung.

* * *

Losgegangen um zwanzig nach fünf. Der Himmel ist blass und blau und Duisburg-Neudorf schon fast sommerlich warm. Am Hauptbahnhof baumelt schon locker der Mundschutz an meinem Finger mit eine winzigkleine Handtasche. Vielleicht sollte ich mir einen Karabinerhaken an die Umhängetaschen machen und die Maske an ihrem Bändchen daran befestigen.

Eigentlich könnte ich ja noch den Zug um 5:36 Uhr kriegen, aber auf dem Nachbargleis fährt der ,,Koblenzer'' (Abfahrt 5:42 Uhr) ein und alle Mann rennen rüber. Der Grund ist klar: Es handelt sich um einen RRX! Ich folge also den Leuten und steige kurz darauf in meinem Lieblingszug.

Es ist heiß unter der Maske und da ich zügig gelaufen bin, puste ich mir selber heiße, warme Luft auf die Brillengläser. Ich taste mich durch dichten Nebel zu meinem Sitzplatz.

Den Weg vom Hauptbahnhof zur Dienststelle lege ich zu Fuß und mit einem schon fast provinziell vor Staunen geöffnetem Munde zurück, denn die paar Wochen Abwesenheit haben die Stadt sich wieder häuten lassen. Das Fachgeschäft für Karnevalsbedarf hat bis auf weiteres geschlossen. Wahrscheinlich, weil momentan genügend Clowns auf den Straßen herumlaufen.

Schön war es, am Schwanenspiegel entlang zu laufen.

Im Büro fühlte sich dann die Welt dann schon fast normal an.

* * *

Im Laufe des Vormittags zogen Wolken auf und selbst das machte den Tag nicht unfreundlicher. Ich kämpfte mit mir, ob ich mir einen Kaffee in der Kantine gönnen könne (ich war recht wach und brauchte eigentlich keinen) und verlor nur knapp.

Mittag

Mittags in der Kantine Putengeschnetzeltes ,,Gyros Art'' mit Tzaziki, Pommes und Salat. Die erste Mahlzeit seit fast 24 Stunden. Ich versuche momentan, für den ,,Vatertag'' vorzufasten, weil dann nämlich Grillen möchte.

* * *

War ich vorher noch frisch und wach (obwohl mir sicher zwei bis drei Stunden Schlafen fehlen), überkam mich eine große Müdigkeit (,,Suppenkoma'') und so ging der Kampf um den Kaffee in die Rückrunde und ich gewann: Kurz vor Schließung der Kantine trank ich ein Kännchen des schwarzen Lebenssaftes und las ein wenig dabei.

Nachmittag

Am Nachmittag noch für ein ziemlich großes Projekt eine Vorbesprechung und dank sachlicher, freundlicher und offener Kolleginnen verlief diese sehr konstruktiv.

Ein ganz kleines bisschen habe ich auch daran mitgewirkt.

* * *

Das Mittagsmahl hält noch bis zum Feierabend an. Auch wenn zwischendurch ein kleines Hungergefühl auftritt, so verschwindet dies schnell und ich fühle mich satt. Eventuell wird es am Vatertag morgens eine Vaterwiegung geben.

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Auf dem Heimweg nervt die Maske in der Bahn. Ich habe das Gefühl, halb verdaute Gyrosluft zu atmen und irgendwie stimmt das ja auch. Immerhin scheinen die anderen Leute um mich herum recht cool mit der Sache umzugehen und der Zug ist zwar verspätet, aber nicht voll.

Abend

Noch mit dem Thronfolger und seiner Mutter etwas Ernstes besprochen. Dann daheim geduscht und mich bettfertig gemacht. Eigentlich wäre Homekneiping dran gewesen, aber dazu war ich einfach zu kaputt.

Gegen halb zehn ins Bett.

Podcasts

Momentan sammeln sich im Podcatcher wieder mehr Episoden an, als ich es schaffe, sie zu hören. Ich muss gegen den Impuls ankämpfen, ,,was weghören'' zu müssen. Vielleicht ist es auch wieder an der Zeit, die Abos durchzugehen und auszusondern.

Corona: Stille Hoffnung

Im aktuellen RKI-Lagebericht lese ich eine R0-Zahl von 0,8 irgendwas und solange die Zahl unter 1 bleibt, sieht es ja ganz gut aus. Ich hege die leise (natürlich fachlich unbegründete, weil laienhafte) Hoffnung, dass das schon fast normale Social Distancing und das Maskentragen einen großen Effekt haben.

Aber wie gesagt: Nur eine Hoffnung meinerseits.

Schnappschüsse

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

2 Meter

2 Meter

Gedankensalat

Schundmutz

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Idee für die Deutsche Bahn: Einfach alle Bahnhofsuhren fünf Minuten nachgehen lassen -- dann klappt's auch besser mit der Pünktlichkeit!

Gelesen, geguckt und gehört

Das medizinische Personal des Krankenhauses St. Pierre in Brüssel begrüßte die belgische Premierministerin mit einer stummen Form des Protestes

Via Draußen nur Kännchen

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Die Wahrheit hinter Kafkas ,,Die Verwandlung'' kann man beim Kiezschreiber nachlesen.

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Das Ende des Frühstücksbuffets | Christian Buggischs Blog

Via Buddenbohm & Söhne

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3400 Franken, dann klappt die Adoption | Republik

Was heute gut war

Die Arbeit im Büro mit den Kolleginnen.