10.03.2020 bis 11.03.2020: Schlaf und Köln

  1. Foto des Tages
  2. Tagesgeplätscher
  3. Gedankensalat

Foto des Tages

Neue Superhelden

Neue Superhelden

Tagesgeplätscher

10.03.2020

Lange geschlafen und dann ein paar Besorgungen gemacht. Bei meinen recht neuen Rieker-Schuhen lösen sich die Sohlen ab und ich habe sie zum Schuster gebracht. Der Schuster regte sich über billige Importware auf. Immerhin kann ich die Schuhe am Freitag wieder abholen.

Nach den Besorgungen eingefrorenen Bohneneintopf von Silvester gefuttert und zwei Folgen ,,Vikings'' geguckt. Früh zu Bett.

11.03.2020
Die Nacht

Unruhig geschlafen. Mir träumte, ich würde von einem Monster verschluckt und als ich hinten wieder ausgekackt wurde, hatte ich mich in eine Art Monster-Cowboy mit Stacheln am Kopf verwandelt. Ich trug Schwert, Dolch und einen Revoler und fühlte mich recht gut dabei.

Der Morgen

Aufgestanden um halb sieben. Frisch gemacht und Tasche gepackt, denn heute ging es nach Köln zur einer Fortbildung in Sachen Urheberrecht. Der EC war einer der schweizer Bundesbahn und in diesen Zügen lässt es sich komfortabel reisen. Während der Fahrt das Blog auf Stand gebracht.

Fortbildung und Reminiszenz

Irrtümlich bin ich erst zu meiner alten Fachhochschule gegangen, weil ich dachte, die Fortbildung wäre dort. Ich stand versonnen vor meiner Alma Mater und Erinnerungen, viele Erinnerungen kamen hoch.

Der Infozettel zur Veranstaltung belehrte mich aber eines besseren: Ich musste einmal um den Pudding. Die Fortbildung selber (,,Urheberrecht Update'' von Herrn Prof. Dr. Steinhauer) war sehr informativ, aber auch ziemlich anstrengend. Mittagessen gab es ,,meiner'' alten Mensa und wegen Corona darf man sich dort zur Zeit nicht selber Tablett und Besteck nehmen, sondern bekommt es vorbestückt gereicht. Das Essen (Käsespätzle mit Soße) war ganz gut.

Am späten Nachmittag bin ich noch ein wenig zu Fuß gegangen, um den Kopf ein frei zu kriegen. Immerhin hatte ich beim Planen der Rückreise genügend Zeitspeck eingerechnet. Da mein IC ausgefallen ist (,,Notarzteinsatz am Gleis'') hatte ich dann noch etwas mehr Speck. Rückfahrt hat aber noch ganz gut geklappt, der neue IC war nicht sonderlich voll.

Der Abend

Zum Abendbrot noch etwas Bohneneintopf. Dann Dinge im Haushalt und am Rechner erledigen. Tickets für das Theater am Donnerstag (,,Hamlet'' in Bochum) ausdrucken. Podcasts hören. Duschen. Gegen halb zehn ins Bett.

Gedankensalat

Hochland

Der Wind treibt den Nebel über die Wiesen. Aus dem Nebel fällt leichter Regen und durchnässt unsere Mäntel. Wir stehen auf dem Hügel und auch wenn wir in der Ferne kaum etwas ausmachen können, starren wir ins Grau.

Die Nässe kriecht durch die Wolle und uns wird kalt.
Wir stehen auf dem Hügel und lassen uns nichts anmerken.

Das Netz

Ich hänge in der Dunkelheit. Unter mir nichts als Schwärze. Ich könnte fünf oder fünftausend Meter in der Höhe hängen, es macht keinen Unterschied. Aber selbst wenn ich direkt über dem Erdboden hinge, wäre das egal, denn ich hänge im Netz. Arme, Beine, Rumpf: Ausgestreckt wie der heilige Andreas am Kreuz. Nur halten mich keine Nägel fest, sondern die vielen, winzigen Klebefäden, welche in die Seile des Netzes gewirkt sind.

Ich spanne die Muskeln an und fast gelingt es mir, meinen rechten Arm zu lösen. Ein leises Schmatzen ertönt. Der Klebeschleim zieht an meiner Haut. In meine Nase steigt ein süßlicher Geruch, wie von Verwesung.

Dann spüre ich etwas. Einen Hauch wie Federn im Gesicht und ich halte inne.

Mir wird klar:
Das sind keine Federn!
Das sind unglaublich feine Signalfäden, mit denen das gesamte Netz durchwirkt ist und wenn ich zu sehr herumzappele, dann werden die Signalfäden diese Bewegung ins Zentrum des Netzes tragen und dann kommt die Spinne.

Das Dach

Die Halle war riesig und bedeckte vollkommen den Himmel. Nur durch einige trübe, dicke Scheiben fiel das Licht der Sterne ins Innere. Von Rost überzogene Träger wuchsen in die Höhe, stützen das uralte Dach. Unter dem Dach waren Netze gespannt - hier legten die Menschen ihre Toten hinein, damit die Krähe und Ratten sie fressen.

Die Menschen selber liefen durch die Halle auf dem Weg zu den Röhren, von wo man sie weiter in die Minen brachte. Es waren viele Menschen und sie gingen dicht gedrängt. Die Menschen waren sehr geschäftig, trotzdem vernahm man kaum einen Laut. Niemand sprach. Ab und an fiel ein kleiner Teil eines Toten durch das Netz auf die wogende Menge.

Die Leute hatten Regenschirme aufgespannt.