KieselBlog

Flusskiesels Notizen

09.04.2020: Die Sonne treibt's raus

  1. Fotos
  2. Tagesgeplätscher
  3. Gelesen, geguckt und gehört

Fotos

Geblendet

Geblendet

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Gut geschlafen, gegen 3 Uhr morgens verwirrt aufgewacht. Die Träume waren seltsamerweise angefüllt mit Gedanken an Whatsapp-Gruppen, die sich seit einiger Zeit wieder auf meinem Smartphone breit machen.

Mir träumte, ich ginge mit ein paar Bekannten in eine Wirtschaft und als ich schon einen schönen Tisch für uns gefunden hatte, wies mich eine Kellnerin darauf hin, dass ja ,,Benni'' (einer von uns) ja immer erst seine kranke Mutter besuchen würde. Das wäre so Tradition.

Natürlich! Bennis Mutter war ja die Wirtin hier! Ich ging sofort zu den anderen. Am Rande des Gastraumes lag Bennis Mutter in einem Bett und rauchte Zigarre und freute sich offensichtlich über den Besuch.

Der Morgen

Um halb sieben aufgestanden und das Brot in den Ofen zum Gehen geschoben. Mir scheint, es wird dieses Mal ein sehr kompaktes Brot werden. War es zu wenig Weizenmehl? Keine Ahnung!

Die Datenbankbereinigung habe ich heute abgeschlossen. Uff! Das Projekt kann also in die nächste Phase.

Der Einkauf

In der Mittagspause "mal eben schnell" zum Discounter und für Ostern Einkaufen. Der Einkauf zog sich allerdings ganz schön. Auch wenn sich die allermeisten Leute Mühe gegeben haben, die Abstände einzuhalten und dabei alle sehr freundlich waren, haben mir beim Einpacken der Einkäufe die Hände gezittert. Für mich sind seit einiger Zeit Einkäufe eh schon schwierig geworden, weil ich dann von mir unbekannten Menschen umgeben bin und jetzt kommt auch noch die andauernde Konzentration hinzu, Abstand zu den Leuten zu halten. Ich kann mich jetzt nicht mehr in meiner Blase aus Musik oder Podcasts zurückziehen, sondern muss auf Habacht und ansprechbar sein.

Immerhin gab es von allen Dingen genug -- sogar Toilettenpapier war reichlich vorhanden.

Beim Einräumen der Einkäufe in den Kühlschrank stelle ich fest, dass ich von allem viel zu viel habe. Der Kühlschrank ist voll.

Nach der Pause große Lustlosigkeit. Ich will Feierabend haben! Osterfrei! Ich will mir die Eier bunt bemalen und sie dann vor mir selbst in meiner Wohnung verstecken! Ich will Grillen und Heringssalat machen (Karfreitag! Die katholische Erziehung kommt doch immer wieder durch!)! Ich will für Ostersonntag Gulasch kochen! Ich will! Ich will! Ich will! Ich will mich zu Boden werfen und mit den Fäusten auf die Erde schlagen und schreien und kreischen.

Ich will!

Draußen in der Sonne spielen Kinder auf dem Innenhof. Wenigstens die Kleinen können jetzt unbeschwert draußen sein.

Dazu warte ich noch auf einen Anruf wegen des Projekts. Vielleicht kann ich danach die Arbeit für heute beenden.

Geschichten

Mit J. telefoniert und über den Roman und das Schreiben überhaupt gesprochen. Er hat mir geraten in den nächsten Tagen mal darüber nachzudenken, was wirklich meine ,,Seelengeschichte'' ist.

Ich denke, das werde ich tun.

Außerdem haben wir noch viel über die derzeitige Situation der Welt gesprochen und ich will mehr daran arbeiten, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind. Was kann ich dafür, wenn die Politik sich dem Druck der Aktionäre beugt und die Leute viel zu schnell wieder raus lässt und dann die schweren Verläufe der Covid-19-Erkrankungen unser Gesundheitssystem zusammenbrechen lässt? Ich kann nichts dafür und ich kann es auch nicht ändern. Ich kann auch nicht verhindern, selber krank zu werden (und evtl. zu sterben) oder andere anzustecken (und evtl. zu töten). Ich kann nur Abstand halten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Mehr geht nicht.

Gelesen, geguckt und gehört

Corona-Streetart

Via Buddenbohm & Söhne


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