Flusskiesels Notizen

07.04.2020: Reproduktionsrate des Todes

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  2. Tagesgeplätscher
  3. Gedankensalat
  4. Gelesen, geguckt und gehört

Fotos

Wegen Corona geschlossen

Wegen Corona geschlossen

Danke 1

Danke 1

Danke 2

Danke 2

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Mit Unterbrechnungen um 24 Uhr, 3 Uhr und 4 Uhr relativ gut geschlafen. Die Nacht war so traumreich, dass ich nicht alle Träume werde aufschreiben können.

Mir träumte, ich wäre ein Guntam-Leibwächter und ich betrat eine Welt, die kurz vorher Opfer eines furchtbaren Ereignisses geworden war: Überall waren Menschen mit Gegenständen verschmolzen. Manche lebten noch und saßen apathisch herum in ihren Stühlen auf in Fahrräder verdreht, andere waren nur noch verwickelte Gestalten mit aufgerissenen Mündern und verzerrten Gesichtern.

Die Menschen, denen dieses Schicksal erspart geblieben war, feierten ausgelassen. Eine Gruppe junger Menschen demolierte gerade ein Restaurant mit großen Glasfenstern und sie schlugen alles Glas entzwei. Der Boden war bedeckt mit Scherben und es zerplatzten immer mehr Gläser und Flaschen. Ein junger Bursche tat sich besonders mit seiner Zerstörungswut hervor und als er mit Stühlen um sich warf, jubelte die Menge. Auf einmal rannte er auf mich zu, die Fäuste erhoben. Ich als Guntam blieb völlig ruhig. In einer Falte der Raumzeit hatte ich Schild und Schwert verborgen und würde mich jederzeit wehren können.

Den Schild brauchte ich überhaupt nicht.

Er warf sich mir entgegen und ich trat einen Schritt zur Seite. Er taumelte, drehte sich zu mir um und da zog ich schon mein Kurzschwert und schlitzte ihn von links oben nach rechts unten auf.

Die Menge verstummte und der Bursche sah mich nur kurz verwundert an, bevor er zusammenbrach.

Ich fühlte keinen Stolz.

Später lungerte ich in einer Touristengegend herum, wo viele Gasthäuser und Hotels wie die Häuser einer Westernstadt gebaut waren. Ich beobachtete ein Hostel, denn dort sollte ein Mann von einer Gruppe libanesischer Gangster gefangen gehalten werden. Vor dem ,,Stay away Saloon'' sprach mich eine junge Frau in einem Federboa-Kostüm an. Sie war zierlich gewachsen und recht hübsch mit ihren langen braunen Haaren und den dunklen Augen. Sie gehörte wohl zu dem Saloon und sollte männliche Kunden anlocken. Unaufhörlich redete die Frau auf mich ein. Sehr nahe kam sie mir und ich konnte ihren Atem auf der Haut spüren. Sie habe die und die Tabletten genommen -- fünf Stück -- und sie würde mich hart rannehmen. So etwas hätte ich sicher noch nie erlebt. Verwirrt und erregt ließ ich mich von ihr mitziehen. Doch wir gingen nicht in den Saloon oder auf ein Zimmer, sondern in ein Café. Dort stand eine große, blonde Frau, die nannte mich ein Schwein und trat mir mehrmals gegen das Schienbein.

Das war wohl verdient.

Mir träumte außerdem, ich wäre auf einem Kongress und eines abends bin ich mit einem der Festredner einen Trinken gegangen. Dummerweise tranken wir zuviel und gingen irgendwann auf den ,,Krallmarkt'', einem Rummel hinter dem bunkerartigen Hotel. Man hatte uns vor diesem Rummel gewarnt: Der sei nichts für Touristen, nur Einheimische würden hier feiern. Lustig war es aber trotzdem. Vielleicht ein wenig zu lustig, denn irgendwann trugen wir seltsame Hüte und machten uns über Angehörige des lokalen Nomadenstammes lustig.

Als ich am nächsten Morgen wieder zu mir kam, war der Festredner verschwunden und er blieb es auch. Irgendwann tauchte seine wunderschöne Frau auf (in die ich schon immer verliebt gewesen war), um ihren Ehegatten zu suchen. Voll schlechtem Gewissen half ich ihr bei der Suche und fragte überall herum. Später dann kam auch noch ihre Mutter und mit dieser gemeinsam öffneten wir das Zimmer des Redners: Das Zimmer war offensichtlich durchwühlt worden.

Was war hier los?

Später dann wurde ich von Maskierten entführt (mindestens zwei davon waren Frauen) und in ein Auto gesteckt. Eine libanesische Gangsterbande hielt mich in einem Hotelzimmer fest und wollte von mir wissen, wo der Festredner sei. Man bedrohte mich mit Pistolen. Die Frauen, die unter meinen Entführer gewesen waren, wollten, dass ich in dem Hotelzimmer für immer wohnen bliebe. Der Anführer der Libanesen war einverstanden und meinte, ich könne auch seinen Laptop benutzen, wenn ich wolle.

Später kamen dann Geheimagenten und es wurde noch richtit verworren.

Der Morgen

Verwirrt gegen halb sechs aufgestanden. Geduscht und Kaffee gekocht. Ab ca. 7 Uhr dann vor den Rechner für die tägliche Arbeit.

Der Tag

Mich ein bisschen durch die Arbeit gequält, trotzdem bin ich froh, dass ich sie habe und sie meinen Tag strukturiert.

Das unten verlinkte Video von maiLab hat mich dann aber sehr runtergezogen. Ich kann nicht verstehen, wie man angesichts der Zahlen ernsthaft eine Lockerung der Beschränkungen fordern kann! Lässt man die Sache laufen, so werden wir auf eine Katastrophe zusteuern!

Der einzige Weg ist es, die Reproduktionsrate der Erkrankungen unter 1 zu drücken und dann die Kranken zu isolieren, bis wir eine Impfung haben!

Dies zumindest ist die Schlussfolgerung aus dem Video.

Der Abend

Abends lange mit Th. telefoniert. Das hat sehr gut getan.

Das Essen

,,Bärensalat'' (Gurke, Tomate, Kidneybohnen, Mais, Feta, Lauchzwiebel)

Gedankensalat

Ein Vorteil des regelmäßigen Tagebuchbloggens: Man kennt das aktuelle Datum!


,,General Kenobi vor langen Jahren habt ihr meinem Vater in den Klopapierkriegen gedient...''

Gelesen, geguckt und gehört

Corona geht gerade erst los | maiLab

Wer es noch nicht gesehen hat: Bitte anschauen!


Die bisher beste ,,Wir bleiben alle zu Hause''-Geschichte, die ich bisher gelesen habe.

04.04.2020: Sonnenbalkon

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  4. Kieselfunk

Fotos

Kakteenfreund

Kakteenfreund

Ein Baum wächst auf meinem Balkon

Ein Baum wächst auf meinem Balkon

Mal schauen, was daraus wird!s

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Gut geschlafen bis ca. fünf Uhr morgens. Dann rumpumpelte es im Magen und im Darm und ich musste mehrmals für je sehr erstaunliche Erlebnisse auf den Lokus. Ich erspare den Leserinnen und Lesern hier die Details.

Danach ging es besser und ich konnte wieder Einschlafen.

Mir träumte, ich wäre auf der Arbeit in der Teppichetage. Leute in Anzügen standen auf dem Gang herum, machten wohl eine Pause in einer längeren Besprechung. Ich fühlte mich fehl am Platz, bis eine junge und hübsche Frau auf mich zukam und mir begeistert von Bluetooth erzählte. Wahrscheinlich hat sie mich verwechselt, aber ich habe nichts gesagt, zu schön war der Moment, zu schön ihre leuchtenden Augen.

Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich gerade träumte und ich bekam Angst, für alle Zeiten in diesem Traum gefangen zu sein. Ich ging hinaus und erkundete die Gegend. Vor dem Dienstgebäude war eine Bar und es gab leere und zugewucherte Gebäude. Freund Th. begleitete mich in eines der Gebäude. Dort fanden wir eine Tasche und ein Mann kam plötzlich daher und nahm sie an sich und ging weg. Er behauptete, es sei seine Tasche, aber Th. glaubte ihm nicht und wir verfolgten den Mann eine Treppe hinauf. Oben versicherte der Mann uns, dass die Tasche wirklich ihm gehöre und er dort Haschisch aufbewahre. Er sei nämlich Dealer. Er öffnete die Tasche und wir konnten seine letzten Vorräte an ,,schwarzem Samt'' sehen. Er bot uns davon an, aber wir verneinten. Wir verabschiedeten uns herzlich und gingen raus.

Später lief ich eine lange Straße hinab, neben der ein kleiner Kanal verlief. Die Gegend sah irgendwie norddeutsch aus, nur die Garküchen der Asiaten am Straßenrand passten nicht so recht ins Bild. Sie kochten Schweineköpfe aus und ich bekam Hunger.

Ein nahes Café lockte und ich ging dort hinein. Es war nicht nur ein Café, sondern auch eine Kneipe, ein Restaurant und eine Bäckerei. Die Tagesgerichte waren Bratwurst und ,,frittierte Backfischringe''. Letzteres reizte mich, aber ich fand keinen guten Platz zum Sitzen.

Der Morgen

Gegen neun Uhr aufgestanden. Mit Eltern telefoniert. Spiegeleier gebraten, Kaffee gekocht. Nach dem Frühstück erst einmal den Traum des frühen Morgens aufgeschrieben (siehe oben).

Das Internet ist da!

Ich habe meinen Eltern ja meinen ungenutzten Vodafone GigaCube geschickt und heute haben mein Vater und ich es geschafft, das Teil in Betrieb zu nehmen. Die ganze Aktion lief über Festnetztelefon und WhatsApp-Videochat und war ein voller Erfolg (,,Die Seite ist ja sofort da!'').

LTE ist ein riesiger Schritt im Gegensatz zum Bambusleitungen-DSL auf dem Lande (außerhalb des Dorfes).

Wir haben dann auch mal kurz per Jitsi Meet gesprochen. Morgen wollen wir das noch einmal üben und die Tage können wir den Thronfolger dazu holen.

Ich freue mich.

Die Wohnung

Die Putzaktion verlief wie am Schnürchen. Das gute Wetter motivierte mich gut und die Stimmung ist auch deswegen gut, weil ich den Nachrichtenkonsum (Corona!) reduziert habe. Lediglich eine Episode des Coronavirus-Update zum Thema Impfstoff gehört.

Balkonien

Am Nachmittag mit dem Chromebook auf den Balkon und Fotos von der Ixus gesichtet und ein bisschen an den Einstellungen herumgespielt. Der Automatikmodus nimmt einem erstaunlich viel Arbeit ab und mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden.

Ich fange mit der Blogroll an und fülle sie nach und nach beim Lesen meiner Feeds.

Eine Propellermaschine fliegt über den blauen Himmel also nichts wäre. Über den Wolken muss die Freiheit wohl virenfrei sein.

Ich muss mich immer wieder selber davon überzeugen, dass es an einem Samstagnachmittag vollkommen in Ordnung und von der Todo-Polizei erlaubt ist, auf einem Balkon zu sitzen, zu lesen und einfach mal vor sich hin zu gucken.

Der Abend

Lecker und lustig gegrillt und dabei Podcasts gehört. Vor allen Dingen das Interview von Jörg Thadeusz mit Stefan Laurin hat mir gefallen und mich angeregt.

Gelesen, geguckt und gehört

Ein bisschen Schadenfreude gefällig? Hier die Geschichte eines Physikers, dem man Magneten aus der Nase ziehen musste.


Die zehn besten Durchhalteparolen

(Zitat) Ich schaue mir jetzt immer die Fernsehgottesdienste an. Rotwein habe ich genügend im Haus und ein Knoppers dient als Hostie. Idee für einen Film: Jemand reist mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit, um den Ausbruch der Pandemie zu verhindern. Ich könnte mir Bruce Willis in der Hauptrolle vorstellen. Arbeitstitel: „12 Bats“. (/Zitat)

Kieselfunk

61 Sonnenschein im Herzen

Link zur Episode

Gute Laune, Sonnenschein! Das Internet ist im Sauerland angekommen. Videokonferenz mit den Eltern.

03.04.2020: Das Leben in der Isolierung ... Isolation

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Fotos

Bier in Zandvoort

Bier in Zandvoort

Wieder ein Foto aus glücklichen Tagen.

Die Löwen von Haarlem

Die Löwen von Haarlem

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Recht gut geschlafen, hatte aber auch ordentlich Bettschwere durch das Essen und das Bier. Träume nicht erinnerlich.

Der Tag

Verkatert aufgestanden und bis 16 Uhr gearbeitet. Der Tag zog sich und war langweilig. Zu Mittag Vollkorn-Spagetti mit vegetarischer Bolognese.

Kennt ihr die Szene, wo Bart Simpson als Strafarbeit nachmittags im Büro des Schuldirektors hunderte von Briefumschlägen anlecken und verschließen muss? Da guckt Bart irgendwann auf die Uhr an der Wand und der Sekundenzeiger wird langsamer und langsamer, bis er auf einmal stehen bleibt und dann rückwärts läuft. So habe ich mich heute auch gefühlt!

Nach Feierabend zum Aldi Einkaufen. Es war wieder ein Abenteuer: Die erste Aktion beim Einkaufen ist seit kurzem, mich über die örtlichen Begebenheiten zu informieren: Wo darf man rein in den Laden? Wie kommt man an einen Einkaufswagen während man gleichzeitig den Abstand einhält?

Aber es hat alles geklappt. Es waren noch einige Packungen Klopapier verfügbar (ich habe keines gekauft, weil ich noch genügend zu Hause habe) und ich habe sogar ein Kilo Mehl bekommen (ich möchte die Tage mal Spätzle machen).

Daheim auf den Balkon bis das erste Fernbier lockte.

Kieselfunk

60 Feiern per Video

Link zur Episode

Eine kurze Rückschau auf die gestrige Feier und eine Vorschau auf das Wochenende.

02.04.2020: Gekochte Kutscher

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Unser Ego scheint mir unser Problem zu sein

Unser Ego scheint mir unser Problem zu sein

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Endlich mal wieder besser geschlafen! Mir träumte, ich würde in einem großen Büro arbeiten und hätte neben meinem eigenen Büroraum auch noch einen Schreibtisch in einem Großraumbüro. Dieser Schreibtisch fiel mir mal wieder ein und ich schaute dort nach dem Rechten. Direkt hinter meinem Tisch hatte meine erste große Liebe C. den ihren. Auf einem Highboard hatte sie eine kleine Kaffeemaschine stehen, wo gerade eine klitzekleine Tasse zubereitet wurde. Ich merkte an, dass ich auch so eine Kaffeemaschine zu Hause hätte (die habe ich tatsächlich) und dass ich die immer mal mit auf die Arbeit bringen wollte (das stimmt auch). Sie nickte freundlich und desinteressiert und sah dabei sehr attraktiv aus. Später brauchte sie ein Taschentuch und ich schenkte ihr ein Päckchen Tempos.

Der Morgen

Nach dem Aufstehen um 6 Uhr direkt unter die Dusche gehüpft, Kaffee gekocht und mich auf der Arbeit eingeloggt. Eine dräuende größere Aufgabe stellte sich als nicht allzu groß heraus und später wurde das Netz schnarchlangsam und ich konnte mich ganz gut fallen lassen. Will meinen: Ich habe mich nicht selbst gestresst, dass alles so langsam lief, sondern habe dann einfach auch alles sehr langsam gemacht. Zwischendurch bekam ich Lust, mich in einen groben Wollpullover gekleidet und mit einer absurd großen dampfenden Tasse Tee in beiden Händen ans Fenster zu stellen und versonnen die Welt zu betrachten.

Den gestern angesetzten Brotteig zu einem schönen Mischbrot verbacken. Hoffentlich kriege ich bald neues Roggenmehl.

Feierabend

Gut gelaunt um kurz nach vier Feierabend gemacht. Mal ein bisschen durch die übervollen Feeds gestöbert, aber eigentlich will ich noch die Eltern anrufen und meine Schuhe putzen, um die (private) Todo-Liste wenigstens ein bisschen kürzer zu bekommen.

Im Moment ist das Leben schön.

Die Feier

Die Prinzenmutter und ich haben uns vor dem Wilden Wiener (dem besten Restaurant in der Gegend) getroffen und sie hat das Essen abeholt und mir meinen ,,Anteil'' abgegeben. Das Geburtstagsgeschenk für den Thronerben habe ich ihr ans Fahrrad gestellt, weil wir ja den Abstand einhalten mussten.

Eine Flasche ,,Wiener Original'' gabe es für mich auch noch. Dann schnell heim und eine Jitsi-Konferenz gestartet. Das ,,gemeinsame'' Essen mit dem Geburtstagskind und seiner Mutter hat viel Spaß gemacht und das Essen war natürlich wieder sensationell (Fiakergulasch). Wir haben gute zwei Stunden gequatscht, gelacht und uns zugeprostet.

Gut angeschickert gegen elf Uhr ins Bett.

Gedankensalat

So ein extrem langsames VPN hat auch seine guten Seiten: Während man z.B. darauf wartet, dass sich eine Mail öffnet, kann man auch noch andere Dinge tun: Die Spülmaschine ausräumen oder einen 800-seitigen Roman schreiben.


Wir leben in einer Zeit der Krise, in der gefordert wird, dass doch lieber mehr regional und national produziert wird. Wir leben in einer Zeit der Krise, in der das Motto ,,privat vor Staat'' im Gesundheitswesen klar gescheitert ist.

Was machen eigentlich die ganzen Kostenrechner gerade?


Homeoffice-Frage: Ab wieviel Uhr darf man mit dem Rotwein anfangen?

Gelesen, geguckt und gehört

Bummelkasten - Hausmeister Klaus

:-)

Kieselfunk

58 Entschleunigung durch Netzlast

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Ich entdecke die Freuden des Langsam-Arbeitens und bei Flaschenpost.de kann man auch Klopapier bestellen.

59 Schicksalsschlag

Link zur Episode

Manchmal passieren furchtbare Dinge ganz plötzlich.

01.04.2020: Kein Aprilscherz, nirgends

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Fotos

Dreiergruppe

Dreiergruppe

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Schlecht geschlafen mit leichter Erkältung. Immer wieder panisches Aufwachen und Ängste. Mir träumte, ich läge auf einem flachen Boot und würde mit der linken Hand paddeln, während ich in der rechten eine Fackel hielte. Wir hatten den bösen Onkel ertränkt und nun wollte ich fliehen. Doch der böse Onkel tauchte wieder auf und verfolgte mich. Ich wollte schneller paddeln, aber das ging mit der einen Hand nicht und mit der anderen Hand musste ich doch die Fackel halten. Der böse Onkel holte mich ein und sah schrecklich aus mit seiner Fratze und dem schwarzen Bart. Ich schlug ihn mit der Fackel und es zischte.

Der Onkel lachte.

Der Tag

Müde und überfordert. Fühle mich ein wenig erdrückt von der vielen Arbeit, bei der man keine Fehler machen darf. Das lahme VPN quält mich zusätzlich. Immerhin geht es einigermaßen voran. Nur: Sobald ich einen Export beendet und die Aufträge verschoben habe, kommen schon wieder neue.

Mittags zum kleinen Rewe (siehe auch Kieselfunk 54 von heute). Bis auf einen alten Nerv-Opa warten alle geduldig auf ihren Einkaufswagen. Ich hetze durch die Gänge. Ich will mich beeilen, weil ja draußen auch noch andere Leute warten. An der verwaisten Käsetheke Gouda gekauft und mich darüber gefreut.

Daheim Toast mit Gouda.

Der Abend

Abends ein wenig zu husch-husch mit dem Thronfolger die Informatik-Hausaufgabe beendet. Eigentlich wollte mein bester Freund Flöte mich und ein paar andere ja zu einer Videokonferenz einladen, aber dann ist bei ihm etwas dazwischen gekommen. So blieb Zeit, das Bad und die Küche zu Putzen. Beides war längst überfällig und erst nach dem Putzen habe ich gemerkt, wie mich der Schmutz auch nervlich belastet hat.

Brotteig angesetzt.

Podcasts gehört: Das aktuelle Küchenstudio. Die Episode ist erfreulich arm an Corona-Inhalten.

Gegen 22 Uhr zu Bett.

Kieselfunk

56 Einkauf

Link zur Episode

Mein Einkauf im Rewe in der Rückschau.

57 Scheißhauspapierupdate

Link zur Episode

Warum noch immer kein Klopapier zu kaufen ist. Ein Erklärversuch.

31.03.2020: Erschreckte Fotografen

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Fotos

Häschen

Häschen In Zandvoort in glücklicheren Tagen.

Blauer Himmel

Blauer Himmel Der Himmel ist wundervoll blau und es ist kein einziger Kondensstreifen zu sehen. Ein Foto mit der neuen Kamera.

Mittagspause

Mittagspause

Die Enten machen Pause und ruhen sich aus von ihrem stressigen Entenjob. Ein Foto mit der neuen Kamera.

Den Blumen ist Corona egal

Den Blumen ist Corona egal

Die blühen einfach kräftig vor sich hin. Scheiß auf Viren! Ein Foto mit der neuen Kamera.

Tagesgeplätscher

Die Nacht

Unruhig geschlafen. Immer wieder aufgewacht und hellwach gelegen. Mir träumte dennoch, ich wäre zu Gast beim Schriftsteller Helge Seelener, dem Schöpfer des berühmten Kommissars Fürchtegott Brombeer, einer sagenhaften Gestalt aus Seeleners Heimatkrimis. Seelener galt als sehr schwierig, denn ihm saß der Schalk im Nacken: Während sich bekannte Schauspieler und Autoren darum rissen, seine Texte öffentlich lesen zu dürfen, so saß Seelener gerne dabei im Publikum und gab laute Kommentare zur Performance der Vortragenden ab. Auch trug er gerne extrentrische, große Brillen.

Ich war sehr nervös, als ich sein Haus betrat. Mein kleines Hasenkuscheltier hielt ich eng an mich gedrückt. Der Meister selber saß in einem Ohrensessel und war beschäftigt und deswegen kümmerte sich seine liebe Frau um mich. Ich erfuhr, dass die beiden gerne gemeinsam Puppen bastelten und Helge Seelener schien mir auf einmal ein ruhiger, liebevoller Geselle zu sein. Seiner Frau zeigte ich dann noch meinen Hase und erzählte ihr, dass ich fest daran glaubte, er würde wirklich leben.

Sie nickte ernst.

Der Morgen

Um halb sechs aufgestanden. Sehr aufgeregt und nervös. Ich glaube, ich muss momentan besser auf mich aufpassen. Auch brauche ich sicher mehr Bewegung und hoffe auf einen ordentlichen Mittagsspazierung mit Kamerabegleitung. Frühstück verschoben, nur Kaffee zum Blog.

Vorfreude auf das Mittagessen, denn da gibt es selbstgemachten Kartoffelsalat!

Der Arbeitstag

Der Tag war mal wieder viel zu kurz und deswegen ging er schnell rum, obwohl ich ganz schön müde war. Mittags Kartoffelsalat. Die erste Portion direkt aus dem Kühlschrank auf den Teller, die zweite Portion erst ein bisschen wärmer werden lassen.

Mittags dann raus gegangen und für des Thronfolgers nahenden Geburtstag noch ein kleines Büchlein als Beigeschenk gekauft. Seltsamer Buchkauf: Die Buchhändlerin kam an die Tür, man rief ihr die Bestellung zu (ich hatte etwas im Schaufenster entdeckt) und sie legte es dann in eine Kiste vor der Tür. Dort legte ich dann mein Geld hin und nahm das Buch. Das fühlte sich komisch an, aber die Freude darüber, dass die Buchhandlung noch geöffnet hat, überwog.

Zwischendurch ein paar Fotos mit der neuen Kamera gemacht (siehe oben unter Fotos). Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät: Die Fotos sind für mich hinreichend (wobei im Moment das Licht äußerst dankbar ist), die Kamera startet schnell und löst auch zügig aus.

Der Abend

Mit dem Thronfolger Java geübt und ihn durch die Hausaufgabe geführt. Er war sehr motiviert und hat zumindest einige Grundprinzipien verstanden. Morgen ist dann nur noch eine Aufgabe fällig und wir sind bis zu den Osterferien hoffentlich durch und können Stoff nachholen.

Mit den Eltern telefoniert und einen großen Schrecken bekommen (siehe Kieselfunk 55).

Gegen 22 Uhr völlig erschossen ins Bett gefallen.

Gelesen, geguckt und gehört

Bei Republik.ch gibt es ein paar schöne Corona-Cartonns.


Das kommt raus, wenn Leute zu lange in der Wohnung bleiben.


Kieselfunk

55 Fast Halbwaise

Link zur Episode

Ein Telefongespräch mit Schrecken und ein seltsamer Buchkauf.

30.03.2020: Der Schreck in den Gliedern

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Fotos

Ich bin froh, dass ich kein Nazi bin denn Dumm sein ist ne Quälerei

Ich bin froh, dass ich kein Nazi bin denn Dumm sein ist ne Quälerei

Der/Die Aufkleberpoet/Aufkleberpoetin wieder.

Tagesgeplätscher

Tagebuchnachholung 29.03.2020

Den Tag verpennt und auf dem Sofa verbracht. Meine ,,Später ansehen''-Liste auf Youtube weiter geguckt. Die ,,Europa was geht''-Folge aus Amsterdam hat mich melancholisch gemacht.

Vegetarische Köfte gemacht. Dummerweise habe ich viel zu viel von der Köftemasse.

Die Nacht

Gute geschlafen. Mir träumte, ich wäre mit dem Thronfolger und der Prinzenmutter im Urlaub und wir würden eine große Wohnung mit zwei Badezimmern bewohnen. Als ich mich morgens Duschen wollte, war dort jedoch schon die sehr attraktive Reinigungsfrau und putzte. Sie hatte nasse Haare. Als ich dann in das zweite Bad ging, traf ich dort auf eine zweite putzende Reinigungsfrau. Sie war nicht ganz so attraktiv und ihre Haare waren trocken.

Der Morgen

Wieder Homeoffice. Gut aus der Kiste gekommen, zum Frühstück Aufbackbrötchen und gekochte Eier und Kaffee. Um sieben Uhr eingeloggt.

Die Zeitumstellung habe ich bisher gut verkraftet: Durch den langen Samstagabend war der Schlafrythmus sowieso wieder aus dem Takt, dass ich sozusagen in den neuen prima reingeflutscht bin.

Befindlichkeit

Mir ist aufgefallen, dass dieses komische Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit der Welt, ja durchaus seine Berechtigung hat: Alles ist jetzt anders und deswegen stimmen die Gefühle mit dem Tatsächlichen überein. Das hilft mir dabei, die Gefühle auch zuzulassen.

Ich musste allerdings heute dem Thronfolger mitteilen, dass ich ihn an seinem baldigen 16. Geburtstag nicht besuchen kann: Ich war jetzt eine Woche lang jeden Tag im ÖPNV unterwegs und bin leicht erkältet. Die Gefahr ist zu groß, dass ich ihn und seine Mutter anstecke. Das macht mich sehr traurig. Sein Geschenk werde ich ihm vor die Tür stellen und vielleicht können die beiden mich ja per Videokonferen dazu schalten.

Heute gelernt

Mir trocknet bei einer solchen Witterung wie zur Zeit eh andauernd die Haut an den Händen aus. In der Folge platzt sie auf, tut weh und blutet. Mit dem häufigeren Händewaschen wird das natürlich nicht besser.

Was tut der erwachsene gesetzteren Alters also?

Er cremt sich die Hände ein! Mir leistet da eine Creme mit 5% UREA (70% mehr Wirkung durch konsequente Großschreibung!) gute Dienste. Allerdings mag ich es nicht, wenn die Hände nach dem Eincremen so ölig-schmierig sind.

Mein Tipp des Tages (für mich): Häufiger die Hände eincremen -- und dafür wenige Creme nehmen!

Nennt mich Blitzmerker!

(Auch wenn es nicht stimmt.)

Die Kamera

Die Canon Ixus 185 ist da und ich bin schon mal sehr gespannt auf die Fotos. Ich werde hier berichten und natürlich ein paar Schnappschüsse posten.

Der Schreck

Nachmittags mit den Eltern telefoniert. Mein Vater wäre beinahe von einem anderen Auto gerammt worden. Das Fahrzeug hat noch einem dritten Auto den Außenspiegel abgefahren und ist dann unbebremst auf eine Wiese gedonnert. Nachdem es einen Mast touchierte, hat es sich überschlagen. Als mein Vater und ein anderer Autofahrer bei dem Fahrer waren, war er wohl schon tot.

Ich hätte fast meinen Papa verloren!

Der Abend

Die Geschichte mit dem Unfall saß mir noch in den Gliedern. Der Thronfolger und ich haben halbherzig Java gemacht und danach habe ich Kartoffeln und Eier gekocht und Fleischwurst und Gurken geschnitten (übrigens: ,,Spreelinge'' von Spreewaldhof sind sehr, sehr lecker!). Dazu Podcasts gehört. Das hat mich abgelenkt. Da der Kartoffelsalat noch durchziehen musste, gab es zum Abendbrot Brötchen mit Käse und sauren Gurken.

Gegen zehn Uhr ins Bett.

Gelesen, geguckt und gehört

Studio Glumm erwähnt den Song Volare und ich denke an unsere Studienfahrt nach München während meines ersten Studiums: Eine Gruppe verhuschter angehender Bibliothekarinnen und Bibliothekare sitzen im Hofbräuhaus in einem Nebensaal (alle anderen Tische waren besetzt mit Touristen und mit Seppelhutbayern). Plötzlich kam eine Gruppe junger Männer rein -- Italiener. Man saß nun da in diesem Saal mit den festgeketteten Bierkrügen an der Wand, ein großer langer Tisch neben dem anderen, teutonischer Krampf neben italienischer Gelassenheit. Man trank Bier und Radler und erst beäugte man sich misstrauisch, später dann freundlich (die wohltuende Wirkung bayerischen Bieres).

Irgendwann stand dann ein junger Mann auf und begann zu singen. Es schien sich um einen Chor zu Handeln. Die Italiener sangen ,,Volare'' und als das Lied beendet war, schauten sie uns erwartungsvoll an. Die Mutigste Kommilitonin von uns stand ebenfalls auf und begann ein deutsches Lied zu singen. Wir anderen wollten sie nicht im Regen stehen lassen und sangen mit. Ich weiß nicht mehr, welches Lied wir sangen, aber wir sangen. Es war kein Wettstreit (den hätten wir gegen einen Chor eh nicht gewinnen können), sondern eine eine freundliche Geste. Die jungen Italiener freuten sich sichtlich.

Wir sangen alle weiter, bis uns ein unfreundlicher Kellner mit Rausschmiss drohte.

Die Völkerverständigung zerplatzte.


Was Marcel über Soziale Netzwerke im Internet schreibt.


Die Bundeswehr bereitet sich auf die Corona-Krise vor.

Wenn es wirklich hart auf hart kommt, werden wir froh über unsere Streitkäfte sein, wenn diese die Versorgung sicherstellen und vielleicht sogar die Polizei unterstützen.


Ich glaube, ich liebe Country Blues.


Frau Brüllen sinniert über zerbrochene Klodeckel. Mir scheint, der zerbrochene Klodeckel ist ein Zeichen unserer Zeit: Der Mensch vereinsamt mitten in der Geschäft(!)igkeit des Seins -- und wenn er versucht, aus dem Dunst (!) der Moderne aufzusteigen zu Licht und Luft und einem anderen Menschen, dann zerbricht alles unter ihm.

Omma hätte ja eine Trittleiter benutzt.

28.03.2020: Alles ändert sich

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Fotos

Arbeiten, Kaufen, Sterben

Arbeiten, Kaufen, Sterben

Tagesgeplätscher

Tagebuchblognachholung der letzten zwei Tage
26.03.2020

Wieder zur Arbeit nach Düsseldorf gefahren. Gut zu tun dort. Abends mit des Thronfolgers Informatik-Hausaufgaben kontrolliert (alles richtig! Bin stolz!) und via TeamViewer mit ansehen können, wie er sie abschickt. Ihn mit Lob überschüttet.

Später dann via Videokonferenz (dieses Jetski-Itzibitzi, dessen Namen ich mir nicht merken kann, was aber jetzt alle benutzen und da ich gerade offline bin, kann ich nicht nachschauen, wie das in echt heißt) mit zwei Freunden Fernbier getrunken und gequatscht. Es war eine lustige Erfahrung, dass man nicht immer nur mehr über Corona quatscht, sondern darüber, wie gut oder schlecht die Videokonferenz ist, ob man den anderen akutisch richtig versteht oder nicht.

Leider war das so schön, dass ich ein paar Biere zu viel intus hatte und auf einmal war es zwölf Uhr nachts. Ich fragte meine Freunde: ,,Müsst Ihr morgen nicht früh raus?'' und die beiden antworteten: ,,Nööö!''

Gegen halb eins im Bett.

27.03.2020

Verschlafen. Wecker nicht gehört. Verkatert aufgestanden. Auf der Arbeit den Tag rumgekriegt.

Highlight des Tages: Freund Th. kam vorbei (er arbeitet ja selben Dienstgebäude wie ich) und hatte ein Programmierproblem. Kurze Zeit später standen wir beide vor meinem Whiteboard und noch ein paar Minuten später war es vollgeschrieben. Wir hatten großen Spaß an der Diskussion.

Am Abend mit den Eltern telefoniert und gegen zehn Uhr ins Bett.

Die Nacht und der Morgen

Gut geschlafen. Träume nicht erinnerlich. Gegen kurz vor neun aufgestanden. Bismarckhering auf Brot gefrühstückt (ich liebe Hering!) und mich dann an das Aufräumen der Wohnung gemacht. Zwischendurch bei der Packstation die Tasche für die Canon Ixus 185 abholt. Die Kamera kommt hoffentlich Anfang nächster Woche an.

Der Tag

Die Sonne tut meinem Gemüt gut. Ich habe fröhlich mit meinen Eltern telefoniert und auch zwei Podcasts aufgenommen. Sogar eine kurze Zeit auf dem Balkon gesessen (wurde dann aber doch zu frisch).

Eine Seltsamkeit: Um zwei leere Kästen Osterfestbier wegzubringen, bin ich mit der Sackkarre zum trinkgut gelaufen. Aus dem Laden kam mir ein erboster Mann entgegen. Er ärgerte sich darüber, dass man zu jedem Einkauf ein Einkaufswagen zwingend vorgeschrieben ist. Er wolle doch nur zwei Flaschen Bier kaufen! Dann stieg er auf sein Fahrrad und fuhr von dannen.

Warum hat er sich nicht einfach einen Wagen genommen und seine zwei dusseligen Flaschen da reingelegt?

Die jungen Damen an der Pfandrückgabe und der Kasse trugen Handschuhe und Mundschutz.

Videokonferenzparty

Abends dann von Lars in eine Zusammenkunft mit seinen Freunden bei Jitsi eingeladen worden. Dabei nette Leute und neue Musik kennen gelernt und so manchen Humpen gelernt. Viel gelacht!

Sehr spät zu Bett.

Gedankensalat

Artenschutzmaske

Gelesen, geguckt und gehört

Eine Küchenmaschine der besonderen Art. Besonders gut gefällt mir die Rutschbutter!

Kieselfunk

54 Namensgedächtnis

Link zur Episode

Von wem hat er das?

55 Eine unerwartete Wendung der Kamerageschichte

[Link zur Episode]() kamerawendung Ich finde eine alte Kamera wieder. Habe ich demnächst vielleicht zwei Kameras?

56 Krisen-Achtsamkeit

Warum Achtsamkeit für mich sehr wichtig ist. Außerdem freue ich mich über den Labercast Nr. 99.