KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Aus dem Netz

Aus dem Netz

Sammelpost 045

Gut und lange geschlafen. Aufgestanden gegen halb acht aufgestanden. Spiegeleier und Kaffee zum Frühstück. Der Himmel ist klar und kalt. Ein bisschen zittrig ins Homeoffice.

Sehnsucht nach der Wunderschönen. Ich vermisse sie sehr und es wird noch eine Weile dauern, bis ich sie wiedersehe.

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Das neue Headset lädt auf. Doof ist es nur, wenn die LEDs so farbcodiert sind, dass ein Rot-Grün-Blinder wie ich nicht erkennen kann, ob sie grün oder gelb blinken.

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Im Laufe des Vormittags steigt die innere Unruhe an. Ich muss daran denken, was der Therapeut in der letzten Gruppensitzung mich über diese Unruhe gefragt hat und wie mir der Gedanke kam, dass diese Unruhe eine Art Angst vor dem Alleinsein sein könnte. Ich kann mich in solchen Situationen wie dem Homeoffice nicht wie gewohnt mit meinen Mitmenschen verbinden, um zu checken ob alles ,,normal'' ist.

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Service-Block: Die vegane Pommersche Apfel und Zwiebel schmeckt richtig lecker!

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Bei Alltägliches und Ausgedachtes lese ich den Begriff ,,Inseltag'' und überlege, ob ich mir nicht spontan auch einen freien Tag gönnen könnte. Vielleicht den Freitag, weil dann eh einen Behördengang habe.

Mal den Teamkalender checken!

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Mir ist schon wieder Milch schlecht geworden! Entweder muss ich kleinere Miltüten kaufen oder mir eine Erinnerung einrichten, dass ich regelmäßig welche trinken soll.

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Ich weiß, dass diese ständige Befindlichkeitsbloggerei vielleicht ein wenig anfängt zu nerven, trotzdem möchte ich hier ein paar Entwicklungen dokumentieren.

In der Mittagspause schnell ein paar Einkäufe erledigt (Gemüse, Brot) und zwei Bücher abgeholt ([,,Es ist immer so schön mit Dir'']() und [,,Der goldene Handschuh'']()). Wieder im Homeoffice steigt die innere Unruhe wieder an und ich kann mir das nicht erklären. Liegt am Mittagessen (Käsebrötchen mit Hähnchenfleisch)? Oder liegt es an der Stille? Möglicherweise letzteres, denn es ist gerade sehr, sehr ruhig hier. Nur der Lüfter des PC und der Kühlschrank brummen, der Rest der Welt ist erstaunlich still. Ich widerstehe dem Drang, mich mit Musik oder Podcasts abzulenken.

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Abends Rosenkohl gekocht und gegessen und alles war gut, bis ich mich selber getriggert habe.

Kurz vor dem Zusammenbruch noch abgebogen.

Atosil.

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Aus Gründen des Selbstschutzes habe ich bei Whatsapp die Lesebestätigungen mal wieder ausgeschaltet.

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Dienstag. Recht gut geschlafen.

Mir träumte, ich wollte für die Wunderschöne etwas Schönes auf eine Decke malen. Vielleicht ein Enblem, welches sie erfreut? Das Logo ihres Fußballvereins? Doch ich kam nicht dazu, denn wir gingen alle Mann zu einem Karnevalsumzug und die Decke musste mich. Dort standen wir dumm herum. Der Cousin des Thronfolgers hatte selbst schon einen Sohn und stritt sich mit ihm. Wir gingen durch Gänge und wollten dann über den Wald hinunter in die Stadt. Kurz vor der alten Schule trafen wir auf eine Gruppe Menschen, die eine Prozession in den Wald unternahm. Sie trugen so viele Äste voller Blätter, dass man die einzelnen Personen nicht erkennen konnte. Die Gruppe sah aus wie ein riesiger Waldwurm. Die Leute sangen ein beschwörendes Lied und dazu schlugen sie Hölzer aneinander. Die Tiere des Waldes kamen heran uns staunten.

Aufgestanden um sechs Uhr. Zerknirscht, zermatscht. Unter der Dusche war das Shampoo alle. Die Straßenbahn fuhr nicht zum Bahnhof und ich musste den langen Bahnsteig entlang rennen, um den Zug noch zu kriegen.

Geschwitzt, gehechelt. Kreislaufprobleme und Selbstekel.

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Herzbrennen, Nervenglühn.

Im Büro, im hellen Licht der Neonröhren geht es langsam besser.

Den Tag werde ich schon irgendwie hinkriegen und das lange Wochenende naht.

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Im Laufe des Arbeitstages hebt sich die Stimmung ein wenig. Draußen ist indianischer Sommer.

Nach den Besprechungen (Dienstag ist Besprechungstag!) zum ersten Mal in meinem Leben mit Flussdiagrammen gespielt. Genauer gesagt hat eine Kollegin die Elemente auf dem Bildschirm herumgeschoben und ich habe dabei zugesehen. Wir sind mit einem eher ungeliebten Schiebeprojekt immerhin ein gutes Stück weitergekommen und haben nun gewisse Vorstellungen von den Worklows, die wir versuchen abzubilden.

Stimmung ganz gut.

Morgen (Mittwoch) wird ein Außer-der-Reihe-Homeofficetag eingelegt, da ich am späten Nachmittag oder Abend möglicherweise etwas für die Arbeit tun muss. Hoffentlich überschneidet sich das nicht mit meinem MBCT-Kursus ...

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Heimfahrt-Beimfahrt! Ein wenig Kopfweh ist auch dabei. Gefühlt ändert sich gerade etwas bei mir und ich weiß nicht recht, was.

Sammelpost 044

Mittwochabend. Gerade noch rechtzeitig zum MBCT-Kursus zuhause angekommen. Heute immer wieder starke Verlustängste. Große Angst, die Wunderschöne niemals wieder zu sehen. Ich konnte die Emotionen aber plötzlich als solche erkennen und aus dem Strom der Gefühle aussteigen. Es fühlte sich natürlich noch immer beschissen an, aber ich konnte einigermaßen damit umgehen anstatt mich in ihm zu verlieren.

Diese positive Erfahrung motiviert mich zusätzlich zum MBCT-Kursus, denn für mich ist die Achtsamkeit der Schlüssel.

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Der erste Kursabend via Zoom (finde ich viel besser als WebEx!) war erfolgreich. Wir Teilnehmenden haben uns kennengelernt und wir haben erste Erfahrungen gemacht und ausgetauscht. Auch haben wir eine Bodyscan-Übung gemacht (für mich eigentlich immer ein wenig schwierig wegen meiner Flashbacks), welche ich zwar schon kannte, sie aber doch neue Erkenntnisse brachte.

Danach dummerweise vor Youtube versumpft.

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Donnerstag. Nach einer eigentlich recht guten Nacht in völliger Erschöpfung aufgewacht und mich krank gemeldet, weil der Gedanken an die Fahrt nach Düsseldorf sich anfühlte wie ein Flug zum Mond.

Ich habe mich dann irgendwann am Vormittag aus dem Bett gezwungen.
Nachgedacht: Was stimmt mit mir nicht? Psychisch bin ich doch recht stabil und durch die Therapie usw. mache ich echte, im Alltag spürbare Fortschritte.

Im Laufe des Tages komme ich auf den Gedanken, dass ich in einem dysfunktionalen Kreislauf stecke: Zwar kann ich meine Emotionen und (verzerrten) Gedanken besser regulieren, dies strengt mich aber sehr an. Wenn ich erschöpft bin, erscheinen mir Dinge, die mir eigentlich gut tun (Spazieren gehen, Lesen, Schreiben, Meditieren, sogar am PC spielen) als zu anstrengend und ich neige dann zu eher dysfunktionalen Beschäftigungen (Ablenkung, Essen, Herumliegen). Dadurch lässt aber die Achtsamkeit nach und ich lasse mich schneller von meinen Emotionen und verzerrten Gedanken überrollen. Also muss ich wieder verstärkt daran arbeiten (meist erfolgreich!), bin wieder sehr erschöpft usw.

Diesen Kreislauf will ich nun durchbrechen. Auch, weil ich natürlich wegen des Krankentages ein schlechtes Gewissen habe, sind wir auf der Arbeit aus Krankheitsgründen personell eh schon recht ausgedünnt.

Der ,,Tag'' beginnt mit einem ordentlichen Frühstück und mit Kaffee. Dazu blogge ich (immerhin eine Tätigkeit, die mir gut tut und die ich regelmäßig und gerne ausübe!) und mache mir einen Plan für den Tag.

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Am frühen Nachmittag habe ich genügend Kraft gesammelt, um einen nun langsam notwendigen Ausflug in die Welt der Waren zu machen (vulgo: Einkaufen). Dabei sind mir wieder ein paar nützliche Sachen zu meinen Befindlichkeiten (hier: Überforderung im Supermarkt) aufgefallen und ich konnte mein Verhalten entsprechend anpassen.

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Der Versuch der abendlichen Entspannung (Korrespondenz, Lesen) wurde durch einen Anruf der besten Ex-Frau von allen unterbrochen. Es gibt sehr schlechte Nachrichten, einen sehr lieben Menschen betreffend. Viel zugehört und zugesprochen.

Traurig.

Trotzdem scheint mich der Abend ein wenig zurückgesetzt zu haben (im Sinne von ,,reset''). 10mg Atosil haben aber sicher auch geholfen.

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Freitag. Sehr gut geschlafen. Viele Träume. In einem davon war ich ein Ritter. Um halb sieben aufgestanden und einigermaßen fit zur Arbeit gefahren.

Sehr gutes Telefongespräch mit meiner ,,ProPerspektive''-Unterstützerin. Sie lobte mich für meine bisherigen Fortschritte und wieder überraschte sie mich mit der Frage: ,,Haben Sie sich denn auch selbst schon gelobt?''

Die Frage musste ich mal wieder verneinen und hole das jetzt nach (,,Gut gemacht, Flusskiesel!'').

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Bei einer Online-Drogerie (Podcast-Hörerfröschlein wissen, welche ich meine) ein Geschenk für einen Freund bestellt. Ich freue mich diebisch.

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Die Zeit bis zum Feierabend und vor allen Dingen bis zum Wochenende zieht sich nun doch ein wenig. Nach den vielen inneren Erlebnissen in dieser Woche kann ich etwas Ruhe in Achtsamkeit gut gebrauchen.

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Im Bordell anrufen und nach den dortigen Stoßzeiten fragen.

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So wohlig angetrunken sein, dass das Leben um einen so schön weich herumschwappt.

Samstag. Lange geschlafen. Ab Mittag kam mein alter Schulfreund J. zu Besuch. Wir gingen spazieren und kehrten bei Angelo ein, wo wir wie die Fürsten speisten.

Am späten Nachmittag machte er sich wieder auf den Weg in die alte Heimat, denn seine Oma ist verstorben.

Nach einem kleinen Schläfchen war mit mir nichts mehr anzufangen und ich ging zeitig zu Bett.

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Sonntag. Wieder viel geschlafen. Mit J. die erste Hälfte von ,,Königreich der Himmel'' im Direktorenschnitt geschaut. Ein sehr aufwändiger Historienschinken, der gut erzählt gut unterhält.

Abends ein wenig Youtube geguckt und Essen vom Chinesen.

Früh zu Bett.

Aus dem Netz

JUGOLIGA AUF SCHWÄBISCH

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Deswegen ist Squid Game die erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten

Via Christian

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NIGHTMARE ALLEY Trailer

Wow!

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BusinessLion: „Ich bin eigentlich kein erfolgreicher Mensch“

(Zitat)
Und warum hast du dir den Löwen ausgesucht?
Der passt so gut, Löwen mit prächtiger Mähne sind in der Business-Bubble omnipräsent. Dabei ist das ja eigentlich ein richtig faules, blödes Tier. Liegt den ganzen Tag in der Sonne, schickt seine Frauen zum Jagen, wie so ein ekliger Macho.
(/Zitat)

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Warum kommen Arbeitskräfte nicht zurück?

(Zitat)
Corona habe beim Arbeitskräftemangel in einigen Branchen "wie ein Brandbeschleuniger gewirkt", so Sell. Aktuell besonders betroffen seien Bereiche mit niedriger Vergütung wie in der Hotel- und Gastrobranche. "Sie haben ein sehr niedriges Kurzarbeitergeld bekommen, so dass es einen starken Anreiz gab, während der letzten Monate zu versuchen, sich Jobs in anderen Branchen zu suchen, um über die die Runden zu kommen."
(/Zitat)

Was kann man da nur tun????!

Via Fefe

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Christian macht sich kluge Gedanken über Marginalisierung

Ich finde: Es lohnt sich, da mal mitzudenken!

Sammelpost 043

Am Sonntag mit Kumpel J. ,, Galaxy Quest'' geguckt. Meiner Meinung nach die beste Filmparodie, die je gedreht worden ist.

Zum Abendessen ,,Notfall-Bolognese'' aus Corned Beef mit Röhrennudeln gekocht. Ist lecker geworden.

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Montag. Spät aufgestanden und ins Homeoffice eingeloggt. Ich habe momentan einen hohen Schlafbedarf und das Wochenende war wunderbar schluffig. Auch mal schön, einfach mal nichts machen zu müssen.

Im Laufe des Vormittags steigt die innere Unruhe wieder. Dazu kommt noch, dass der Hund eines guten Freundes eingeschläfert werden musste und auch mich das sehr traurig macht. Durch die liebe T. habe ich es geschafft, meine Angst vor Schäferhunden wenigstens zum Teil ablegen zu können.

Die Unruhe steigt und steigt. Ich mache mir einen Schlaf- und Nerventee. Dazu ist der ja auch da.

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Feierabend um 14 Uhr. Der Spaziergang durch was herbstwarme Duisburg zur Therapie tut gut. Das Nervenglühn lässt nach. Der Tee scheint zu wirken.

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In der Gruppentherapie die Ursache meiner Unruhe herausgearbeitet. Das war sehr anstrengend, aber auch sehr hilfreich. Für die nächsten zwei Wochen ohne Therapie habe ich einige Dinge zum Nachdenken und -fühlen.

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Leckeres Pide mit Zwiebeln und Käse im Ostende. Die Gedanken fließen.

Ruhe kehrt ein.

Ich kann auf einmal wieder die Welt fühlen.

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Abends große Sehnsucht nach der Wunderschönen.

Damit muss ich dann wohl auch leben.

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Dienstag. Unruhig geschlafen. In den frühen Morgenstunden einen pornographisch-erotischen Traum gehabt.

Hätte ruhig länger sein können.

Aufgestanden um halb sechs. Lustlos nach Düsseldorf gefahren.

Müde.

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Die gestrige Gruppentherapie wirkt nach. Ich beschäftige mich zwischendurch immer wieder mit bestimmten Ängsten, die ich jedoch nicht richtig fassen kann.

Am Nachmittag steigerte sich die Müdigkeit immer weiter. Ich musste aber noch einen morgigen Vortrag zuende planen, da meine mitvortragende Kollegin leider krank ist.

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Auf der Rückfahrt sitzt ein alter Mann mir schräg gegenüber und spricht die ganze Zeit mit sich selbst. Ziemlich anstrengend. Er murmelt irgendwas von ,,Schlafbahn'' und ,,Aussteigen auf die Schienen''.

Ich haue mir Podcasts auf die Ohren und versuche, ihn zu ignorieren.

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Dienstag ist Sawadi-Tag! Ich gebe mich thailändischem Schlager hin und küsse große Deko-Goldfische.

Helge Schneider lächelt mir zu, denn man hat ihn auf ein Bild gebannt und an die Wand gehängt.

Ich verwandel mich in eine Konfetti-Kanone der Zufriedenheit.

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Daheim den Grill sauber gemacht: Den Rost geschrubbt und zusammen mit ein paar anderen Teilen in die Spülmaschine gepackt. Im Kerzenschein in der Küche herumgegähnt und die Jokes-Folge mit Felix Lobrecht gehört.

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Mittwoch. Wegen des bevorstehenden Vortrages schlecht geschlafen und wieder ,,gesnoozed''. So langsam mache ich mir Sorge, dass es wohl doch nicht nur Schlafmangel ist, der mich im Bett hält, sondern eine gewisse Überforderung. Das Bett erscheint mir als übersichtlicher, sicherer Ort.

Ob ich vielleicht beim Kopfdoktor vorstellig werde um die Dosis des Sertralin zu erhöhen?

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Rollmöpse sind gepfählte Vampir-Heringe.